Tine aus Berlin / "Bowls&Bites“


Heute: Tine aus Berlin
Blog: http://bowlsnbites.com/

• Name deines Foodblogs:
> bowlsnbites.com

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Tine, 29, aus Berlin und nachdem ich lange als Projekt- und Produktmanager gearbeitet habe bin ich nun als Health Coach & Foodblogger tätig. Ich liebe die Natur, gehe gerne mit meinem Hund spazieren, ich liebe Schweden, backe und koche gerne & experimentiere gerne mit ungewöhnlichen Produktkombinationen.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Mein Blog unterscheidet sich von anderen, weil ich meinen Hauptfokus nicht nur ausschließlich auf gesunde Rezepte lege sondern auch den ganzheitlichen Gesundheitsaspekt mit betrachte. Mir ist es außerdem wichtig, dass Jeder die Rezepte zu Hause nachkochen kann. Dabei geht es entweder, um wenig Zutaten oder eine einfache Zubereitung. In Zukunft möchte ich mich auch noch mehr auf saisonale Produkte spezialisieren, denn auch in Deutschland gibt es einige „Superfoods“.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Meine Motivation kam in erster Linie durch eine jahrelange ungeklärte Krankheit. Mich plagten Magen-Darm-Beschwerden und kein Arzt konnte so richtig die Ursache dafür ausmachen. Neben einem Reizdarm, Unverträglichkeiten und einer Autoimmunschwäche war mein Körper einfach extrem schlapp. Ich fing irgendwann auf eigene Faust an zu recherchieren, was mit guttun könnte und las viele Artikel über die Selbstheilungskräfte einer „gesunden Ernährung“. Danach entschloss ich mich, mich zum Health Coach weiterbilden zu lassen. Was anfangs mein kleines Tagebuch an Rezepten war, hat sich nun zu einem Foodblog entpuppt. Ich möchte meine Erfahrung aber nicht nur mit Gleichgesinnten teilen, sondern generell zeigen, wie einfach es ist sich ganzheitlich gesund zu ernähren.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Gebacken habe ich schon immer gerne, es entspannt mich und riecht köstlich und man kann immer mal naschen. Die Kochleidenschaft habe ich allerdings erst in den letzten 6-7 Jahren entwickelt. Anfangs mehr aus der Not heraus in meiner WG und jetzt ist es mein absolutes Hobby geworden, da es nicht nur guttut, sondern ich auch wahnsinnig kreativ sein kann.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Ich blogge am liebsten direkt aus der Küche heraus, am besten mit einem noch warmen Walnuss-Brownie und einem Matcha in der Hand. Und natürlich mein schnarchender Hund als Publikum, der mir dann zu Füßen liegt.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Leider nicht wirklich, ich habe schon als Kind eigentlich alles gegessen. Von Blutwurst über Algen bis Zwiebelkuchen, alles hatte irgendwie seinen Reiz. Geschmacklich mag ich so ziemlich alles, allerdings verzichte ich auf verarbeitete Produkte mit Geschmacksverstärkern, künstlichen Aromen und Konservierungsstoffen, das schmeckt viel zu künstlich und verfälscht den Eigengeschmack der Lebensmittel.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Ich stehe total auf Zimt! Egal ob in Zimtschnecken oder als Highlight in orientalischen Gemüse- oder Hackfleischgerichten. Außerdem mag ich Spinat, Kichererbsen, grünen Tee & Eintopf sehr gerne.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Definitiv Thailand - Ich war die letzten Jahre in Thailand, Vietnam, Kambodscha, Singapur und Malaysia unterwegs und auf den kleinen geheimen Märkten in Thailand habe ich definitiv die besten Gerichte vernascht. Ich liebe die Garküchen und Kombinationen aus frischen Gewürzen, Gemüsesorten & Ölen.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Meine Nasch-Macke. Ich nasche ständig während ich koche und backe, sodass am Ende immer nur noch die Hälfte übrig ist. Deswegen ist es am besten, wenn ich gleich die doppelte Portion mache.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf meinen Probierlöffel, Tee & gute Musik.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Meine Inspirationsquelle sind häufig Farben und Bilder. Ich sehe Rezepte meist schon bildlich vor mir und überlege welche Farbe oder Konsistenz ich noch benötige, um das Gericht zu verfeinern. Meist ergibt sich der gute Geschmack dann von alleine.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Puh, chaotisch.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein kleiner Blender, er ist perfekt um Pesto oder Dips herzustellen, um Nüsse zu zerkleinern oder Suppen zu pürieren und passt in jedes Handgepäck.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Manchmal geht natürlich auch etwas schief, aber das ist ganz normal und manchmal entstehen dadurch noch schmackhaftere Gerichte. Aber ich denke, generell kann etwas Chaos nicht schaden und führt zu mehr Kreativität im Kochtopf.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Auf jeden Fall: „Der Weg ist das Ziel“. Das Endgericht soll natürlich auch allen schmecken aber ich denke, wenn ich den Weg gut beschritten habe, spricht das Endergebnis automatisch für sich und spiegelt die einzelnen Schritte wieder.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich glaube es liegt an dem Massenkonsum und der Gier nach billigen Lebensmitteln. Warum ist in Deutschland alles so billig? Warum wollen wir für gute, nachhaltige Produkte nicht mehr Geld ausgeben? Auf der einen Seite ist es meiner Meinung nach auch Erziehungssache und Aufgabe der Eltern, ihren Kindern zu erklären was gesund ist, wie man gute nahrhafte Produkte erkennt und warum man viele Produkte im Supermarkt eigentlich nicht mehr „Lebensmittel“ nennen dürfte. Es ist wichtig, die Leute durch einfache Rezepte wieder an den Herd zu bringen und ihnen zu zeigen, wie wichtig gesunde Ernährung für unseren Körper und Geist ist.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Ich schreibe über meine persönliche Erfahrung mit Ernährung und gebe auch private Einblicke in meine Krankheit. Aber ich möchte mich nicht komplett entblößen, jammern, wenn es mir mal nicht so gut geht oder sauer sein. Ich möchte meine Leser motivieren, mit ihnen positive Gedanken teilen & mich austauschen.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Tagsüber sind sie schon sehr essentiell für mich aber, wenn ich eine Mittagspause draußen mache, lasse ich alles zu Hause. Und auch abends schalte ich mein Handy irgendwann in den Flugmodus, um auch in Gedanken abschalten zu können.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Auf der einen Seite schon sehr wichtig, weil durch die Anzahl natürlich auch der tägliche Austausch mit meinen Lesern wächst. Auf der anderen Seite ist es auch nur eine Zahl, die meiner Meinung nach nicht ausschlaggebend dafür ist, wie gut ein Blog wirklich ist.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Ich habe ursprünglich angefangen nur für mich zu bloggen, es als eine Art Tagebuch zu sehen und dort meine Ideen und Rezepte zu sammeln. Mittlerweile blogge ich aber auch „für die Welt“. Ich möchte anderen Leuten helfen sich gesünder zu ernähren und möchte auch wissen, wie es anderen geht oder in welchen Bereichen sie noch Hilfe benötigen.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Schwierige Frage, da gibt es so viele. Ich liebe Sarah Britton mit „My new roots“ und Sophie Hoffmann. Sie inspirieren mich, sind mutig und kreativ.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Momentan höre ich Moderat und Dapayk sehr gerne, es kann aber auch mal Helge Schneider oder Rudimental sein.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Ich würde gerne mal mit Paleo-Guru Pete Evans den Kochlöffel schwingen & ein 3-Gänge-Menü zaubern.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Mein Handgeschriebenes.

• Wie groß ist deine Küche?
> Eher klein, deswegen muss ich manchmal auch den Boden als Abstellfläche nehmen, aber zum Glück ist sie offen und verbunden mit dem Wohnzimmer - das schafft Platz.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Passion, Herzblut & Leichtigkeit – dabei sollte mir das Wasser im Mund zusammenlaufen.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Ich würde gerne die Zeit zurückdrehen, um mir von meiner Oma die Kochbasics beibringen zu lassen. Die deutsche Küche wird häufig belächelt, aber derzeitige Entwicklungen in den guten Küchen gehen ja wieder zurück zum Ursprung. Auf einmal gelten verpönte Hülsenfrüchte, Kohl und Knochenbrühe wieder als Superfoods, obwohl es früher das typische „Arme-Leute-Essen“ war.
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. my new roots
2. thepaleoway.com
3. eat-this.org

> Kochbuch:
1. meine eigene Rezeptsammlung
2. Molly’s Kitchen
3. Raw. Vegan. Not Gross.

> Musikalbum:
1. Moderat - III
2. Aaliyah - Aaliyah
3. Seeed - Molotov

> Kochutensilie:
1. Mini Blender
2. Löffel
3. Zimtstreuer
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• Salz oder Pfeffer?
> Pfeffer

• Bier oder Wein?
> Bier

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Night Owl

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Dreckspatz

• Kaffee oder Tee?
> Tee
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• Lieblings...:
> ...messer: Sägemesser
> ...gewürz: Zimt
> ...koch: Pete Evans
> ...kochzeit/tag: mittags
> ...rezept: Pink-Moon-Rote-Bete-Suppe mit Kokosmilch
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Vielen Dank, liebe Tine, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten!
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Hast du auch einen Blog? Möchtest Du, dass wir dich und deinen Blog vorstellen? Dann schick uns eine E-Mail an: redaktion(at)germanfoodblogs.de
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Fotos © Tine http://bowlsnbites.com/