Doris aus Naumburg / "Esszimmer-Impressionen"


Heute: Doris aus Naumburg
Blog: Esszimmer-Impressionen
https://esszimmerimpressionen.wordpress.com/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Mein Name ist Doris Seifert, ich bin 67 Jahre alt und wohne in der schönen Domstadt Naumburg, die im Süden des Burgenlandkreises in Sachsen-Anhalt liegt.
Durch unseren Burgenlandkreis und das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands führt die 13. Weinstraße „Saale-Unstrut“. Die Weinstraße lädt zahlreiche Touristen, Wanderer und Gäste zum Genießen der Natur sowie den Köstlichkeiten der Region und einem Glas Wein ein. Meinen Beruf als Werbeökonom für Außenhandel habe ich bis zur Wende sehr gern ausgeübt. Die notwendigen Kenntnisse hierfür hatte ich in einem vierjährigen Studium in Berlin erworben. Nach einer beruflichen Neuorientierung ging ich meiner beruflichen Tätigkeit bis zum Jahre 2012 nach. Seit dem Jahre 2012 befinde ich mich im Unruhestand und kann meinen, bis dahin vernachlässigten Hobbys, fast täglich nachgehen. Meine kreativen Leidenschaften sind das Malen, Kochen und Fotografieren.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Es gibt so viele tolle Blogs, dass ich es kaum vermag hier eine Unterscheidung herauszustellen. Das Motto meines Blogs lautet nach einem französischen Sprichwort “Wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten.” Ich stelle die verschiedensten Speisen wie längst Vergessenes, Bodenständiges, Kreatives, Ungewöhnliches und Alltägliches im neuen Gewand auf meinen Tisch.
Ich glaube, dass mein Blog sich von Anderen in einer Hinsicht etwas unterscheidet.
Die gekochten Speisen versuche ich zum einen malerisch anzurichten und zu präsentieren. Zum anderen male ich Lebensmittel, Obst und Gemüse in einer wenig bekannten Acryl-Lasur-Technik mit Zwischenweißerhöhung (www.naumburgermalstube.jimdo.com), die ich bei der Meisterschülerin einer privaten Kunstakademie in Baden-Württemberg erlernt habe. Die Lebensmittel versuche ich so köstlich und natürlich zu malen, dass der Betrachter Lust bekommt damit zu kochen und zu backen.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Ursprünglich wollte ich ein Fotobuch mit meinen Rezepten für meine Kinder gestalten. Meine Tochter, die mein Gekochtes und Gebackenes sehr gern verspeist, gab die Anregung doch einen Foodblog zu starten. Mit dem Kochen, Backen, Fotografieren, Internet und PC habe ich täglich zu tun, so dass die Motivation gegeben war.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Kochen und Backen habe ich in der Kindheit und Jugendzeit überhaupt nicht gemocht. Ich bin in einer achtköpfigen Familie als Älteste von sechs Geschwistern aufgewachsen. Das Geld war knapp. Also musste sorgsam mit den vorhandenen Lebensmitteln umgegangen werden. Mutter oder Vater haben selbst gekocht damit nichts schief gehen sollte. Mir blieb beispielsweise nur das Schälen von Kartoffeln für acht Personen. Das war zwar wichtig aber nicht kreativ. Fortan hatte ich überhaupt keine Lust zum „Kochen“. Das Kochen und Backen habe ich mir mit etwa dreißig Jahren Stück für Stück selbst beigebracht. Später, nach der Wende, gab es die verschiedensten, mir teilweise unbekannten Lebensmittel, Obst, Gemüse und Gewürze. Das hatte natürlich meinen Ehrgeiz entfacht, diese Dinge kennenzulernen und damit etwas Leckeres zu kochen oder zu backen. So entstand neben meiner Malerei langsam meine zweite Leidenschaft, die des Kochens.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> In meinem kleinen Atelier steht auch mein PC. Von dort aus blogge ich meine Beiträge.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Eigentlich esse ich alles, allerdings gibt es nur eine Ausnahme: Grießbrei. Ein Trauma aus meiner Kindheit.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Kräuter und Gewürze

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Usbekistan und Tadschikistan. Hierzulande ist die Küche Zentralasiens wenig bekannt. Beispielsweise gilt die usbekische, traditionelle Küche bei vielen als beste Küche Zentralasiens. Viele Rezepte lassen sich Jahrhunderte zurückverfolgen. Ich verwende beim Kochen beispielsweise eine Gewürzmischung aus Usbekistan (Pfeffer, Paprika, Kurkuma, Basilikum, Ajowan, Koriander und Knoblauch) und
Khumeli aus Tadschikistan (Gewürzmischung - Koriander, Bockshornkleesamen, Paprika, Pfefferminz, Kurkuma, Bohnenkraut, Basilikum, Zimt, Nelken, Salz, Ringelblume und schwarzer Pfeffer). Dieser Duft und Geschmack ist einfach köstlich.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Eigentlich nicht. Aber beim Anrichten der Teller benutze ich immer öfter eine Pinzette, um bestimmte Dinge punktgenau anrichten zu können.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf ein absolut scharfes Messer kann ich überhaupt nicht verzichten.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Inspirationsquellen sind Rezepte von Menschen mit denen ich lebe, Kochbücher, Kochsendungen im Fernsehen und natürlich das Internet.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Sehr experimentell! Aber das Chaos bringe ich danach flugs wieder in Ordnung.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Scharfe Messer und eine gute Kamera.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Klar, da geht auch mal was schief. Aber den Fehler notiere ich mir und dann wird es beim zweiten Mal perfekter.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Für mich ist „Der Weg ist das Ziel“ und wenn das Ergebnis dann auch noch schmeckt, ja dann bin ich glücklich.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich würde Kochen und Backen mit theoretischem Hintergrundwissen als Unterrichtsfach an den Schulen einführen. Dann würden schon Kinder und Jugendliche den Wert der Lebensmittel mit ihren Auswirkungen auf die Gesundheit kennen und schätzen lernen. Somit könnten sich die Menschen nur wertvolle Gerichte und Lebensmittel im Supermarkt aussuchen und kaufen. Weniger wertvolle Lebensmittel würden weitestgehend im Regal liegen bleiben. Die Lebensmittelindustrie wäre gezwungen ihr Tun zu überdenken, um dem Menschen dienliche, gesunde Lebensmittel herzustellen.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Ich blogge nur das was jeder lesen kann.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Da ich täglich meine Kreativität - ob Malen oder Kochen - auslebe, will und muss ich nicht ständig online sein. Das würde mich nur stören.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Die Anzahl meiner Leser ist mir wichtig, aber noch wichtiger sind mir die menschlichen Kontakte zu meinen Lesern. Ich hatte durch das Bloggen bereits interessante und liebenswürdige Begegnungen.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Ich freue mich riesig, wenn meine Beiträge - gern auch weltweit - gelesen werden.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Das ist eine sehr schwierige Frage, denn es sind so viele interessante Blogger im Internet unterwegs, die wahre Meister im Kochen und Backen sind.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Mozart

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Eckart Wizigmann

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> „Unser Kochbuch“, ein Kochbuch aus der DDR, welches schon meine Mutter hatte.

• Wie groß ist deine Küche?
> Sieben Quadratmeter

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Interessant über Bodenständiges oder Ausgefallenes geschrieben, gern mit kleinen Geschichten rund ums Kochen und Essen versehen, mit Aphorismen, Gedichten, persönlicher Stil, gute Fotos, die aufmerksam machen, sind für mich lesenswert.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Ich würde früher Kochen und Backen lernen.


• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. www.oberstrifftsahne.com
2. www.franzoesischkochen.de
3. www.theresaskueche.de

> Kochbuch:
1. Unser Kochbuch - Verlag für die Frau
2. Thüringer Allerlei - Verlag für die Frau
3. Weltköche zu Gast im Ikarus

> Musikalbum:
1. Mozart
2. Puhdys
3. The Gipsy camp disappears in the Skies

> Kochutensilie:
1. Kochmesser
2. Parmesanreibe
3. WMF-Kochtopf


• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> Beides

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft und dann süß

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang und danach Dessert

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> „Night Owl“

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Weder noch

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee


• Lieblings...:
> ...messer: Kochmesser
> ...gewürz: Khumeli
> ...koch: Johann Lafer
> ...kochzeit/tag: Täglich mittags
> ...rezept: Thüringer Rotwurst, Kartoffelpüree, karamellisierte Apfelscheiben und knusprige Zwiebelringe - https://esszimmerimpressionen.wordpress.com/2016/04/18/koenigin-der-blutwuerste/


Fotos © Doris https://esszimmerimpressionen.wordpress.com/