Sibylle aus Darmstadt / "BillasWelt"


Heute: Sibylle aus Darmstadt
Blog: https://billaswelt.de/

• Name deines Foodblogs
> BillasWelt

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Hallo, mein Name ist Sibylle und ich lebe schon seit mehr als 25 Jahren mit dem besten Ehemann von allen und unserer Tochter in Darmstadt. Als selbständige Graphik-Designerin/Artdirektorin arbeite ich seit fast 10 Jahren ausschließlich für Mode-Versandhandelshäuser, denen auch der ökologische Gedanke wichtig ist. Wenn ich nicht gerade für meinen Blog koche, backe oder fotografiere, mache ich gerne Sport. Egal ob Wandern, Yoga, Fitnessstudio oder Radfahren,- Hauptsache mit Spaß bewegen. Und Abends auf dem Sofa stricken, ist für mich Entspannung pur,- genauso wie Malen,- im Moment am liebsten Aquarelle. Das schaffe ich leider nur alle heiligen Zeiten, obwohl ich nach meinem Modedesign-Studium eigentlich Illustratorin werden wollte. Aber das Leben hatte etwas anderes mit mir vor.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Hier finden sich hauptsächlich vegane Rezepte und ich versuche sie so appetitlich wie möglich in Szene zu setzen, dass man sie sofort ausprobieren möchte, obwohl sie vegan sind ; ) Außerdem sind sie sehr einfach nachzukochen, gehen schnell und ich arbeite mit möglichst unverarbeiteten Zutaten. Jetzt kommen auch immer mehr Nachhaltigkeitsthemen wie FairFashion und Kosmetik dazu. Die Mischung macht es also: Die Themen, der eigene Schreibstil und Bildauffassung.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Den Blog meiner Freundin Ina (http://ynas-design.blogspot.de) fand ich toll, das wollte ich auch haben. Eigentlich sollte BillasWelt eine Mischung aus Rezepten, DIY-Ideen, Reiseimpressionen und was-mich-sonst-noch-so-bewegt, werden. Und eine Möglichkeit, mich kreativ auszutoben. Als ich einige Monate später begann, mich vegan zu ernähren und begeistert ein Rezept nach dem anderen ausprobierte, war es auf einmal ein Food-Blog (naja, so zu 80%) und ist es bis heute geblieben.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Eigentlich der Wunsch, vernünftiges gesundes Essen auf dem Teller zu haben. Und das soll bitteschön auch noch gut schmecken. Nach der Umstellung auf vegane Ernährung, tat sich plötzlich ein neuer Kosmos auf, eine neue Lust auf Ausprobieren und Experimentieren kam auf... und das ist bis heute so geblieben. Dabei liebe ich den Akt des Kochens gar nicht mal so sehr, mehr das Kreieren des Rezeptes davor und das Ergebnis zu probieren, danach.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Immer am Schreibtisch, immer am großen Monitor. Alles andere ist mir zu umständlich. Okay, manchmal schreibe ich einen Text schon auf dem iPad. Aber eher selten, mehr so als Notiz, wenn gerade der Textspeicher im Kopf voll ist ; )

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Hmm, jetzt muss ich schon echt überlegen. Obwohl ich mich vegan ernähre, bezeichne ich mich als Allesesser. Natürlich esse ich keine tierischen Produkte (nur alle heiligen Zeiten muss es ein Stück Ziegenkäse sein) und die meisten mochte ich sogar einmal. Aber sie kommen einfach nicht mehr auf den Tisch. Und es gibt Lebensmittel, die kann ich essen, aber sie schmecken mir nicht, wie z.Bsp. grüne Paprika.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Das wird eine lange Liste, da muss ich auch gar nicht lange überlegen. Hier die Wichtigsten: Avocados, Granatapfel, Karotten, Lauch, Beeren, Ingwer, Nüsse, jede Art von Körner, diverse Gewürze...

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Wenn ich von meiner Vorliebe für Gemüse und frische Zubereitung ausgehe, dann auf jeden Fall die thailändische Küche, aber auch die indische, mit ihren spannenden Gewürzkombinationen.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich räume alles sofort wieder auf. Hat manchmal zur Folge, dass ich den Messbecher dreimal aus dem Schrank hole, weil ich ihn immer wieder brauche, aber voreilig weggeräumt habe.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf mein kleines Lieblingsschneidemesser samt Schneidebrett und etwas Konzentration.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Ich halte immer die Augen offen nach neuen Ideen, besonders beim Stöbern in Zeitschriften & Magazinen, oder bei Pinterest & Instagram.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Super, der sauberste Raum im Haus: Frisch abgewischt, ausgekehrt und alles weggeräumt.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein Pürierstag. Möge er noch lange pürieren!

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Das gutes Aussehen nicht alles ist, wissen wir ja ; ) Manche Gerichte sehen perfekt aus, aber schmecken nur so lala. Andere sind weniger fotogen, aber geschmacklich der Hammer. Und mir geht es da wie den meisten passionierten Köchen: schiefgehen kann immer mal was. Manchmal aus Unkonzentriertheit (Irgendwie riecht es hier leicht verbrannt... ahhhh, mein Kuchen), manchmal zu Experimentierfreudig mit den Zutaten.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste? 
> Essen und Genießen steht bei mir im Vordergrund. Aber es gibt schon Momente, da bin ich sehr im Flow beim Zubereiten und empfinde es fast meditativ.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich finde auch hier geht die Schere, wie in vielen anderen Bereichen auch, immer weiter auseinander. Da sind die einen, die ihr Essen möglichst billig einkaufen möchten und für die Menge und Preis beim Essen ausschlaggebend sind, ohne zu hinterfragen, was das dann qualitativ bedeutet und wer dafür „bezahlt“ hat (leidende Tiere, schlechte Löhne, katastrophale Arbeitsbedingungen und Umweltschutz, um nur einige Punkte zu nennen). Auf der anderen Seite gibt es schon fast einen Kult um Zutaten, Zubereitung und Ernährung. Einfach nur Essen geht nicht, es ist immer gleich ein Statement, eine Positionierung mit oftmals wenig Toleranz anders Essenden gegenüber.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Wer als Privatperson bloggt, gibt immer auch ein Stück von sich preis. Schreibstil, Bildsprache und Bloglayout spiegeln ja die Person dahinter wieder. Für mich ist es wichtig, dass mein Blog auch eine persönliche eigene Note hat: ich poste Rezepte und es gibt eine Geschichte dazu oder einfach nur ein paar Informationen, die mir wichtig sind. Ich gebe Reiseeindrücke wieder, stelle meine FairFashion-Lieblingsstücke vor und erzähle auch von Gedanken, die mich beschäftigen, wie z. Bsp. wie Nachhaltigkeit ins Leben passt... aber ganz Privates, was meine Familie betrifft, bleibt draußen. Ich überlege mir immer, würden meine Tochter/mein Mann das jetzt über sich lesen wollen.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Zwar liegen Smartphone und iPad meist in erreichbarer Nähe, aber sie werden von mir trotzdem oft Stunden nicht beachtet oder beim Verlassen des Hauses auch gerne mal vergessen. Ich sitze auch nicht jeden Tag am Computer und wenn ich fertig bin, mache ich ihn aus und lasse ihn nicht im Standby-Modus. Aber ich gebe zu, es gibt Situationen, da habe ich immer ein Auge auf das Display,- wenn z.Bsp. jemand von der Familie unterwegs ist und ich auf Nachricht warte.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Ich würde lügen wenn ich sagen würde, es sei mir egal, ob meine Posts gelesen werden oder nicht. Es ist immer auch ein Zeichen von Wertschätzung und eine Bestätigung, das man mit seinen Themen die Menschen anspricht. Ich freue mich über jeden neuen Leser und jeden Kommentar, ganz besonders von meinen „Stammlesern“, die ich teilweise schon im richtigen Leben getroffen habe und mit denen ich mich freundschaftlich verbunden fühle (z.Bsp. hier schon geschrieben: https://billaswelt.de/…/bielefeld-liebefeld-puddingdown-gib…).

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Natürlich für die Welt! Aber beim Bloggen bringe ich alles unter, was ich gerne mache: fotografieren, in der Küche experimentieren, stylen, gestalten, schreiben und,- ganz wichtig: Ich bin die Bestimmerin!

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Schwere Frage, die ich vielen unterschiedlichen Blog folge und immer ist es etwas anderes, was mich am jeweiligen Menschen dahinter fasziniert. Das ändert sich auch immer wieder mal, deshalb nicht zu beantworten.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Ich lebe ziemlich gut ohne Musik, da ich im Moment die Stille sehr schätze und oft Musik in Form von Berieselung aushalten muss. Aber es gibt noch viele alte Sachen, die mich seit meiner frühen Jugend begleiten (U2, Depeche Mode, Jamiroquai, die Fantas und, ich gebe es zu: Abba und Michael Jackson. Aber auch Neueres von Peter Fox, Adele, Sia, Pharell Williams... einfach quer Beet, oft auch von den Playlisten meiner Familie inspiriert.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Mit gar keinem, denn ich bin kein „Teamkocher“. Aber gerne zuschauen, wie jemand professionell kocht und dabei etwas lernen, würde ich gerne.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Mein Eigenes: „veganes Powerfood“! Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, alles komplett selbst gemacht zu haben: Rezepte kreiert, Konzept & Gestaltung, Foodstyling und Fotos,- alles von mir. Der Verlag hat mir da auch ziemlich freie Hand gelassen.

• Wie groß ist deine Küche?
> Ziemlich klein mit ca. 8 qm2 . Das erklärt auch, warum ich immer gleich aufräume ; )

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Es ist die gelungene Kombination aus einem inspirierenden, so vielleicht noch nicht gesehenen Gericht, ein tolles Foodfoto und eine lustige, informative oder persönlich gehaltene Geschichte dazu.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Alles nicht so ernst nehmen! Ansonsten würde ich nichts ändern, denn in dem Moment, in dem Entscheidungen gefällt werden, macht man das ja nach besten Wissen & Gewissen. Und ich bin froh über jede mutige Aktion von mir (Selbständigkeit, Kind bekommen, Auswandern auf Probe... um nur einige zu nennen). 
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs: 
1. https://www.eat-this.org
2. https://www.veggi.es
3. http://de.heavenlynnhealthy.com

> Kochbuch: 
1. Vibrant Food...Kimberley Hasselbrink
2. Vegetarische Köstlichkeiten... Ottolenghi
3. und natürlich: Powerfood, vegan... von mir

> Musikalbum:
Radio, da kann ich querbeet alles hören, denn ich habe schon lange keine Alben mehr.

> Kochutensilie:
1. Schneidemesser & Brett
2. Pürierstab
3. Messbecher
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• Salz oder Pfeffer?
> Pfeffer

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
> Beides

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang (muss ja satt werden ; )

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Wäre gerne ein „Early Bird“, komme aber als „Night Owl“ zu spät ins Bett.

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnungsfanatiker

• Kaffee oder Tee?
> Erst Tee, später Kaffee
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• Lieblings...:
> ...messer: mein „noname“ Gemüsemesser
> ...gewürz: Ingwer
> ...koch: habe keinen
> ...kochzeit/tag: später Vormittag
> ...rezept: alle Arten von Curry
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Vielen Dank, liebe Sibylle, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten! 
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Fotos © Sibylle https://billaswelt.de/