Catharina aus Emstek im Oldenburger Münsterland / diesiemer - Backgeschichten


Heute: Catharina aus Emstek im Oldenburger Münsterland
Blog: http://www.diesiemer.de/

• Name deines Foodblogs
> diesiemer - Backgeschichten

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Moin, ich heiße Catharina, bin 33 und komme aus dem Oldenburger Münsterland, genauer gesagt aus Emstek (solltet Ihr von dem Ort schon mal gehört haben, dann wahrscheinlich eher in Verbindung mit Staumeldungen auf der A1...). Ich bin selbstständige Social Media Managerin und Markenberaterin und meine Hobbies sind – na klar – backen und fotografieren. Eine weitere große Rolle spielt der Sport, vor allem das Laufen. Hierbei kann ich abschalten, meine Gedanken ordnen und mir neue Rezepte und Geschichten überlegen.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Auf diesiemer - Backgeschichten gibt es das, was der Name erahnen lässt: Ich kombiniere Geschichten aus unserer Familie mit den Rezepten, die ich backe. Backen und kochen hat bei uns eine lange Tradition und da wir eine große Familie sind, gibt es viele Rezepte, die immer weitergetragen werden und zu denen es eine Geschichte gibt.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Als Social Media Frau ist das Thema Bloggen natürlich immer präsent. Meinen ersten Blog habe ich 2007 gestartet. Es folgten weitere, die ich mehr oder weniger ausdauernd bespielt habe. Ich habe mir schon immer gerne Geschichten ausgedacht bzw. erzählt und da das Backen schon seit ich 13 bin eine große Leidenschaft war, wollte ich immer gerne einen Backblog starten, habe mich aber nie getraut, weil ich keine perfekt inszenierten Fotos kann. Ich kann eben nur authentisch und aus dem wahren Leben. So wie die Geschichten auf meinem Blog. Als ich vor kurzem mein Leben vollkommen umgekrempelt habe und wieder aufs Land gezogen bin, dachte ich: „Jetzt oder nie!“

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Meine Mutter. Deshalb ist mein Blog auch eine Widmung an sie. Sie hat mich immer bestärkt, das zu tun, wofür ich brenne. Ganz egal, was. Und wir lieben es, uns über Aromen, Rezepte und neue Ernährungsthemen auszutauschen. Wir haben beide eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin gemacht und das ist einfach unsere große Leidenschaft. Den Blog habe ich einen Tag nach ihrem Geburtstag gelauncht, um ihr damit „Danke“ zu sagen.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Küche ist bei uns Dreh- und Angelpunkt. Die Küche inspiriert mich, hier fühle ich mich am wohlsten und deshalb arbeite ich hier auch am Liebsten.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Nelken. Die kann ich nicht riechen. Geht gar nicht. Fleisch gibt’s bei uns auch nicht, was in unserer Region schon eher ungewöhnlich ist.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Ich liebe Zimt. Kommt fast überall rein. Und ich bin absoluter Schokoholic. Wenn keine Schokolade im Haus ist, wird ich panisch. Das ist schon fast neurotisch. Dank der ganzen Lauferei bleibt da auch nicht so viel hängen ;) Achja, und Äpfel. Äpfel sind das beste Obst der Welt. Ach, aber es gibt so viele tolle Lebensmittel...

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Ich würde gerne mal nach Wien und in die Provence, Lavendelfelder live sehen.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich bin super ordentlich und muss auch während des Backens immer aufräumen. Kreatives Chaos hab ich im Kopf schon genug, deshalb brauche ich ein cleanes Umfeld. Und ich muss alles hinterfragen. In jeder Lebenslage. Deshalb kann ich einfach keinen Kuchen genauso zubereiten, wie es im Rezept steht. Ich muss das immer irgendwie abändern und ausprobieren, ob das dann auch geht.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Puh, schwierig. Ich habe schon Kuchen ohne Waage gebacken und finde grundsätzlich immer irgendetwas, was ich zweckentfremden kann. Fast schon McGiver mäßig. Aber das mindeste ist eine Rührschüssel und eine Kuchenform. Den Rest krieg ich schon irgendwie hin ;)

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Unser Repertoire aus mehreren Ordnern Familienrezepten und ca. 300 Koch- und Backheften von 1980 bis heute.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Streberhaft ordentlich.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Meine Mini-Springform, die mir meine Mutter mal geschenkt hat.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Ständig geht etwas schief und mir geht es auch nicht um Perfektion. Damit habe ich mich 20 Jahre gestresst. Spaß am Backen ist mir wichtiger, als eine perfekte Optik.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste? 
> Ich versuche, diesem Motto zu folgen, klappt aber nicht immer. Manchmal geht es eben vorrangig darum, dass es schmeckt. Vor allem, wenn man für andere backt.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich glaube gar nicht, dass sie an Wert verlieren. Ich glaube, dass viele Menschen wieder bewusster kaufen und essen. Foodblogs sind ein wichtiges Element für diese Entwicklung. Ich denke, als Foodblogger hat man auch eine Verantwortung, gerade wenn man viele Follower hat. Dann kann man wirklich etwas bewirken.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Ja, das frage ich mich auch immer wieder. Mein Blog ist schon eher privat. Aber ich würde niemals Dinge schreiben, die zu privat sind. Klar, ich schreibe über lustige Dinge aus unserer Familie, aber das sind alles Situationen, die niemanden schaden oder die jemandem peinlich sind. Was für mich aber gar nicht geht – wahrscheinlich auch aus beruflichen Gründen sind Eltern, die ständig Fotos von ihren Kindern posten. Das ist eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Die Kids bekommen schließlich nicht die Gelegenheit zu sagen: „Mama/Papa, ich will das nicht. Das ist privat.“

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Ich bin immer online.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Es wäre blödsinn zu behaupten, dass einem das nicht wichtig ist. Schließlich gibt man sich Mühe und wenn einem das nicht wichtig wäre, bräuchte man es nicht online zu stellen. Das wäre ja ein Widerspruch. Aber es ist wichtig, sich weitestgehend davon zu lösen, sonst wird es schnelle krampfig. Etwas anderes ist es natürlich, wenn ich Blogartikel für Kunden schreibe.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Beides. Aber eher für mich. Ich liebe das Backen, das Fotografieren und mich immer wieder neu zu erfinden.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Da gibt’s total viele: Ich liebe die Kreativität, den Humor und die Authentizität von „Bake to the Roots“, die klare, freundliche Bildsprache von „freiknuspern“ und die warmen, herzlichen Rezepte von „das knusperstübchen“.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> David Bowie. Großer Meister, der sich auch immer wieder neu erfunden hat und Wege gegangen ist, die vorher noch niemand gegangen ist.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Darüber habe ich schon oft nachgedacht. Ich glaube, ich käme ganz gut mit Alexander Herrmann klar...

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Gräfe und Unzer: „Backvergnügen wie noch nie“ von Christian Teubner und Annette Wolter, 1978. Ein Klassiker und bei uns schon total durchgerockt.

• Wie groß ist deine Küche?
> Weder besonders groß, noch besonders spektakulär.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Wenn man die Leidenschaft lesen kann und sie authentisch ist.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Nüx. 
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs: 
1. Knusperstübchen
2. Bake to the roots
3. Freiknuspern

> Kochbuch: 
1. Gräfe und Unzer: „Backvergnügen wie noch nie“ von Christian Teubner und Annette Wolter, 1978
2. Gräfe und Unzer: „Natürlich backen – köstlich wie noch nie“ von Mechthild Piepenbrock
3. Und meine gesammelten Werke meines Rezeptesammel-Experiments „rezepteaufreisen“

> Musikalbum:
1. David Bowie – Ziggy Stardust
2. The XX – On hold
3. clueso - Neuanfang

> Kochutensilie:
1. Topf
2. Holzlöffel
3. Feuerzeug
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• Salz oder Pfeffer?
> Immer beides

• Bier oder Wein?
> Eher Bier. Aber Wein ist auch spannend.

• Süß oder Herzhaft?
> Erst Herzhaft, dann süß.

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Sport: Early Bird. Backen und schreiben: Night Owl

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnungsfanatiker

• Kaffee oder Tee?
> Morgens Kaffee, nachmittags Tee.
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• Lieblings...:
> ...messer: Mein Zwilling Brotmesser
> ...gewürz: Zimt
> ...koch: puh... es gibt so viele tolle Köche...
> ...kochzeit/tag: Abends, bzw. Nachts.
> ...rezept: Russischer Zupfkuchen
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Vielen Dank, liebe Catharina, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten! 
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Fotos © Catharina http://www.diesiemer.de/