Tina aus Fürth in Mittelfranken / "LECKER&Co"


Heute: Tina aus Fürth in Mittelfranken
Blog: "
LECKER&Co"
http://leckerundco.blogspot.de/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Tina, 27 Jahre alt und blogge aus Fürth in Mittelfranken (nähe Nürnberg). Meine Brötchen verdiene ich momentan an der Uni wo ich an meiner Doktorarbeit in
Theroretischer Chemie schreibe. Meine größe Leidenschaft ist die Musik, meine Geige und ich sind unzertrennlich. Direkt an 2. Stelle steht aber meine Leidenschaft für gutes Essen, ob gekocht oder gebacken.
• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Ich denke es sind grundätzlich drei Dinge.
1. Die Einfachheit der Gerichte. Man sieht ja vor allem in vielen Backblogs, wie unglaublich aufwendig die Dekorationen von Torten oder dergleichen sind. Das mache ich nicht. Ich verziere meine Kuchen eigentlich immer so, dass das auch jeder zu Hause nachmachen kann ohne eine Patisserieschule besucht zu haben. Bei meinen gekochten Gerichten ist das genauso, ich möchte ja auch die Menschen ansprechen die es gerne lecker aber trotzdem einfach mögen.
2. Das Verwenden von schon „Vergessenem“. Meine Mum und ich gehen gerne in den Wald um Beeren, Pilze oder andere Früchte zu sammeln. Das machen aber immer weniger Menschen. Dabei ist ein Waldspaziergang bei dem man Pilze sammelt und diese dann danach zum Mittag ist doch viel schöner als sie sich im Supermarkt zu kaufen?!
3. Ich verzichte komplett auf Fertigprodukte. Ich verwende nicht mal Gemüsebrühe aus dem Laden, die mache ich lieber selbst. So weiß ich was drin ist. Und ich denke das ist auch der wichtigste Punkt für mich. Ich möchte den Menschen zeigen, dass man keinerlei Fertigprodukte braucht. Das selbst und frisch gekocht einfach leckerer is(s)t.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Die Motivation einen Blog zu starten kam von meiner Freundin Franzi die selbst einen Reiseblog schreibt. Sie hat mir davon erzählt, als sie gerade damit begonnen hatte. Deshalb kam ich überhaupt auf die Idee, dass ich dann einen Foodblog starte war eigentlich ganz logisch. Ich koche gerne und immer wieder wurde ich nach Rezepten gefragt. Und ich gebe zu, von HTML oder ähnlichen Tehmen verstehe ich einfach nichts.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Das war denke ich meine Mum. Bei mir zu Hause gab es nie Fertiggerichte sondern
immer frisch gekochtes und Vollwertiges Essen. Wir hatten sogar eine kleine
Getreidemühle. Ich habe so schon früh gesehen, dass Kochen einfach zum Leben dazu gehört und war auch als Kleinkind vorallem bei der Weihnachtsbäckerei mit Eifer dabei. Als ich dann in meine erste eigene Wohnung gezogen bin habe ich das beibehalten und immer öfter Freunde zu mir zum Essen eingeladen - da hat sich das dann alles weiter entwickelt. Mitlerweile kommt meine Mum auch öfter zum Essen zu mir als umgekehrt.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Bloggen tue ich in drei Schritten. Neben dem Herd steht mein Laptop mit dem ich
sozusagen live die Zutaten notiere, wenn ich Gerichte Koche bei denen es spritzen
könnte hab ich einen Notizblock parat. Anschließend geht es mit meiner Handykamera und dem Objekt der Begierde auf meinen Balkon auf dem ich mein „Foto-Set" aufgebaut habe. Und zuletzt aufs Sofa, dort stelle ich mir dann meinen Laptop auf den Schoß und tippe das genaue Vorgehen ab, lade die Fotos hoch und mache meine Posts komplett.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Oh ja, die gibt es. Das für die meisten am unverständlichsten: Kaffe. In jeder Form und Farbe. Und ja, auch Tiramisu schmeckt nach Kaffe. An zweiter Stelle stehen Oliven, Olivenöl mag ich sehr gerne, aber diese Früchtchen - lieber nicht. Und dann noch der Rosenkohl. Ansonsten mag ich aber alles in irgendeiner Form.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> SCHOKOLADE! Mein Liebstes, dabei esse ich aber gar keine Tafelschokoladen. Lieber einen Kuchen mit Schokoladenglasur oder Kekse oder einen warmen Kakao. In
herzhaften Gerichten dürfen für mich Zwiebeln nicht fehlen, die geben einfach einen
tollen Geschmack - roh esse ich sie aber nicht so gerne.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Eindeutig, das Schlaraffenland. Da gibt es einfach alles. Dort würde ich gerne mal hin.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Hmm, gute und schwierige Frage. Ich bin auf jeden Fall sehr organisiert und habe einen genauen Plan in meinem Kopf was ich wann genau und in welcher Reihenfolge mache. Auch ist nach dem Kochen meine Küche aufgeräumt, weil ich währenddessen
dreckiges Geschirr gleich in die Spülmaschine räume der die Arbeitsplatte nach jedem
Arbeitsschritt sauber wische. Das nervt Mitköche wohl genauso, wie es mich nervt,
wenn dann jemand unorganisiert dazwischen funkt.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf mein Küchenmesser, mein Holzschneidebrett und meine Pfeffermühle. Und seit ein paar Monaten auch meinen „Notizblog“.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Da gibt es verschiedene. Ich schmökere unheimlich gerne in Kochbüchern und hole mir dort erste Anregungen. Auf anderen Blogs schaue ich mir unheimlich gerne die Bilder an. Rezepte lese ich aber höchst selten, weil ich sehr viel Spaß daran habe selbst herauszufinden was zusammen passt, vorallem wenn es um Gewürze geht. Die
konkreten Pläne entstehen damit auch meist erst beim Einkaufen.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Wenn ich alleine Koche ist es dort wirklich ordentlich. Ehrlich. Ich räume bevor ich
beginne immer die Spülmaschine aus damit ich während dem Kochen nicht mehr
Gebrauchtes gleich wegräumen kann. Sobald aber eine zweite Person mit kocht bin ich mehr damit beschäftigt denjenigen mit Aufgaben zu beschäftigen und ihr
hinterher zu räumen, sodass es dann wirklich aussieht wie auf einem Schlachtfeld.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein japanisches Kochmesser. Ohne ein gutes Messer koche ich nicht mehr gerne.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Klar, geht auch mal was schief, aber das zeig ich natürlich auf den Fotos nicht.
Allerdings wäre es vielleicht wirklich mal interessant für meine Leser so einen „behind
the scenes" Beitrag zu machen.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Ehrlich gesagt habe ich mehr Spaß daran Essen zu kochen/Kuchen zu backen/Gemüse und Früchte einzuwecken als am Ende zu essen. Also,ja für mich ist: Der Weg das Ziel.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert.Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Das ist einfach so schade. Aber ich bekomme das auch oft mit. Es wird eben schnell
eingekauft ohne überhaupt darüber nachzudenken wo die Produkte herkommen. Woran es liegt? Ich denke, dass wir Menschen allgemein zu viel Geld zur Verfügung haben. Wir müssen uns keine Gedanken darüber machen wo etwas her kommt. Man kauft zu viel ein und schmeisst dann eben weg. Man bestellt sich Essen und setzt sich vor den Fernseher statt zusammen in der Küche zu sitzen, gemeinsam zu kochen und sich dabei zu unterhalten. Nahrung ist vom Genuss zum Muss verkommen. Unterstützt wird das natürlich noch von Maggi, Knorr und Co. Klar, dass man keinen Unterschied mehr schmeckt ob das Fleisch aus Massentierhaltung oder von der grünen Wiese vom Bauern nebenan kommt, wenn man so eine Tüte Geschmacksverstärker drauf haut. In diesem Fall ist es wirklich egal, wo die Produkte herkommen, weil es ja eh nach Einheitsbrei schmeckt. In der Werbung wird dann auch noch suggeriert, dass die sorgende Hausfrau und gute Mutter nur dann ihre Familie glücklich macht, wenn sie den Hackbraten ala Maggi kocht. Bei sowas werde ich wirklich wütend. Wenn man aber frisch kocht und Backmischungen und Fertiggewürze aus seiner Küche verbannt wird man wieder anfangen können einen Unterschied zu schmecken. Und auf einmal wird man wieder schmecken, dass die Kuh wirklich glücklich war.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Mein Blog ist mein privates Vergnügen, was aber nicht heißt, dass ich mein Leben darin ausbreiten möchte. Ich schreibe über Essen, übers Kochen und Backen. Einen kleinen Einblick in die Person zu geben, die dahinter steht finde ich ok, aber mein Privatleben möchte ich gerne auch weiterhin privat halten.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Ich habe mein Smartphone immer dabei. Ich schalte es aber öfter bewusst lautlos und lege es in eine Ecke. Vorallem beim Musikmachen (Orchesterproben,
Orchesterwochen) liegt es meist im Zimmer und wird nur abends vor dem Einschlafen
oder morgens nach dem Aufwachen beachtet.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Natürlich möchte ich so viele Menschen wie möglich mit meinem Blog erreichen.
Deshalb ist es mir schon wichtig, dass mein Blog bekannter wird. Man möchte ja auch
gerne Anerkennung dafür haben was man tut. So ein Blog ist ja doch viel Arbeit, was ich am Anfang gar nicht gedacht hätte. Und da freue ich mich natürlich wenn es mehreren Menschen gefällt.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Ich denke für beide. Ich blogge gerne, weil es mir Spaß macht meine Ideen festzuhalten und ich blogge für die Welt um auch Meinungen dazu einzuholen. Das schönste Kompliment ist doch immer noch, wenn dir ein Leser schreibt, dass er etwas von dir nachgekocht/gebacken hat und es ihm gut gelungen ist und geschmeckt hat.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Geht es hier um die Blogger Welt? Ich schätze vorallem authentische Blogs. Ich mag es nicht so gerne, wenn Bilder zu sehr nachbearbeitet werden. Meine Bilder versehe ich lediglich mit meinem Wasserzeichen. Manchmal schneide ich auch zu. Das wars aber auch schon. Genau das mag ich gerne, denn dann kann man sich auch sicher sein, dass man das selbst auch so nachkochen/backen kann. Deshalb schaue ich mir gerne Blogs an, bei denen ohne Photoshop gebloggt wird.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Leben kann ich nicht ohne klassische Musik. Ich habe ja ganz zu Anfang schon
erwähnt, dass diese mich schon mein ganzes Leben begleitet. Aber zum Kochen? Jetzt lacht ihr mich bestimmt gleich aus: Da höre ich keine Musik sondern Hörspiele. Bibi und Tina oder Bibi Blocksberg.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Ich würde unheimlich gerne mal mit Johann Lafer und Horst Lichter im Doppelpack
kochen. Die zwei sind einfach göttlich.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Das mit meinen selbst hineingeschriebenen Rezepten. Das führe ich schon seit einigen Jahren und habe auch Familienrezepte von anderen darin gesammelt. Ein richtiger Schatz.

• Wie groß ist deine Küche?
> 15 qm ziemlich genau. Mit insgesamt 3 m freier Arbeitsfläche.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Mich muss meist zuerst das Foto catchen. Und dann freue ich mich besonders über
ehrliche Geschichten. Ich finde es z.B. toll, wenn jemand ein bestimmtes Erinnerung
oder ein besonderes Erlebnis mit einem Gericht verbindet.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> An meinem Leben, gäbe es ein paar Kleinigkeiten, das ist aber dann doch zu persönlich fürs Internet. Aber meinen Blog finde ich bisher sehr gut gelungen - einige Fotos würde ich gerne nochmal neu machen. Mache ich auch, wenn ich die Gerichte nochmals koche. Denn beim fotografieren lerne ich momentan noch sehr viel dazu.


• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Küchenmesser
> Holzbrett
> Freunde für die ich kochen kann

> Foodblogs:
Ach herrje, das wäre eine ellenlange Liste. Weil es so viele Blogs gibt, auf denen man interessante Sachen finden kann. Vorbilder, was das Design angeht waren allerdings die Blogs homemade&baked und Miss Blueberrymuffin.

> Kochbuch:
1. Mein selbst geschriebenes
2. Vollwert Kochvergnügen wie noch nie von GU (ist schon ziemlich alt)
3. Backvergnügen wie noch nie auch von GU (auch schon ziemlich alt)

> Musikalbum:
Da habe ich nur welche im „klassischen“ Sinne. Ich liebe Brahms, Dvorak und Debussy. Aber eine CD habe ich schon seit Jahren nicht mehr gekauft.

> Kochutensilie:
1. Messer
2. Holzbrett
3. Pfeffermühle


• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
> beides

• Hauptgang oder Dessert?
> erst das eine, dann das andere

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Early Bird

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnungsfanatiker

• Kaffee oder Tee?
> Weder noch, ich trinke am liebsten kalten Kaba.


• Lieblings...:
> ...messer: mein japanisches von Kasumi
> ...gewürz: Kreuzkümmel
> ...koch: Horst Lichter
> ...kochzeit/tag: immer wenn ich gerade Lust habe, manchmal früh manchmal sogar
nachts
> ...rezept: alle Arten von Sandkuchen mit Kirschen drin.


Fotos © Tina http://leckerundco.blogspot.de/