Melanie aus Leipzig / "Marsmädchen"


Heute: Melanie aus Leipzig
Blog: "Marsmädchen"
http://marsmaedchen.net/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich heiße Melanie, bin 22 Jahre alt und komme aus dem schönen Leipzig. Neben dem Kochen und Backen organisiere ich die FoodBloggerCamps, das sind Barcamps für Foodblogger, und studiere Medienmanagement an der Hochschule Mittweida.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Ich würde nicht davon ausgehen, dass sich mein Blog wirklich von anderen unterscheidet. Dafür gibt es mittlerweile viel zu viele Foodblogs, als das ein Blogger wirklich von sich behaupten könnte, dass das, was er tut einzigartig ist.
Ich versuche allerdings auf meinem Blog vor allem studentenfreundliche Gerichte zu bloggen, das heißt Rezepte, die schnell zubereitet, nicht allzu teuer und nicht zu anspruchsvoll sind.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Ich blogge schon seitdem ich 15 bin. Anfangs war es ein Tagebuchblog, später dann ein „alles was mich interessiert“-Blog mit einem Schwerpunkt auf Fashion und Beauty. Irgendwann hat sich das ganze dann immer mehr in Richtung Foodblog entwickelt und ich hab gemerkt, dass es mir sehr viel Freude bereitet Rezepte mit anderen zu teilen.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Ich habe meiner Mama und meiner Oma schon immer recht gern in der Küche geholfen. Richtig angefangen selbst zu kochen habe ich allerdings erst in der Pubertät, als das Essen in der Schulmensa nicht mehr schmeckte und ich mich nicht nur von Fertiggerichten ernähren wollte. Irgendwann ist es dann zu einem Hobby geworden, das bis heute geblieben ist.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Meistens blogge ich im Bett. Ich mache es mir mit einer Tasse Tee gemütlich und schreibe darauf los. Manchmal allerdings auch in der Vorlesung, wenn das Thema mal wieder nicht sooo spannend ist.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Ich bin sehr experimentierfreudig was Lebensmittel angeht und finde, dass man jedes Lebensmittel irgendwie so zubereiten kann, dass es einem schmeckt. Mit sehr fettigem Essen und Sachen mit Citronat kann man mich allerdings jagen.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Ich bin ein ganz großer Fan von Paprika und Tomaten. Auch Sojasauce könnte ich fast täglich essen.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Ich mag die asiatische Küche sehr gern, war allerdings noch nie in Asien. Am besten geschmeckt hat es mir bisher in Amsterdam und in Südfrankreich. Die Niederlande finde ich kulinarisch aber vor allem auch wegen der tollen Supermärkte dort eine Reise wert. Mich kann man mit hübschen Supermärkten mit einem großen Sortiment fast glücklicher machen, als mit haufenweise Museen.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich achte in der Küche sehr auf Hygiene und wasche Gemüse und Obst sehr gründlich, schneide Fleisch nie auf dem selben Brettchen und mit dem selben Messer wie andere Zutaten und spüle Töpfe gern auch noch mal aus, bevor ich sie nutze.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> In der letzten Zeit habe ich scharfe Messer sehr zu schätzen gelernt. Damit macht die Arbeit in der Küche gleich noch mehr Spaß. Und Gewürze und Kräuter dürfen keinesfalls fehlen.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Ich lasse mich am liebsten von Kochbüchern und Zeitschriften, aber auch von anderen Bloggern, inspirieren. Mittlerweile habe ich eine ziemlich große Kochbuchsammlung. Allerdings koche ich sehr selten wirklich Rezepte nach, weil ich immer irgendwelche Zutaten abwandle oder beim Kochen Ideen entwickle, was man anders machen könnte.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Chaotisch – besonders nach dem Backen.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Eine wokähnliche Pfanne ist von Anfang an dabei.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Bei mir geht oft etwas schief. Vor allem, wenn ich in Zeitdruck bin oder für andere etwas besonderes kochen will. Dann versucht man alles besonders perfekt zu machen und ist am Ende von seiner Leistung enttäuscht. Bis jetzt hat sich aber tatsächlich noch keiner beschwert, dass es nicht schmeckt. Vielleicht habe ich aber auch nur höfliche Freunde.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Für mich ist die Zeit in der Küche immer eine Auszeit vom Alltag. Aber schmecken soll das Ergebnis dann aber trotzdem.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Lebensmittel sollen so billig wie möglich sein. Kaum jemand will viel Geld für das Essen, was er täglich konsumiert, ausgeben. Ich finde das schade, vor allem weil wir auf langer Sicht mit billigen Fertiggerichten und zu viel Chemie in der Nahrung aus uns selbst schaden. Ich verstehe, dass sich nicht jeder Bio-Produkte leisten kann, schließlich bin ich selbst noch Studentin und kenne das Gefühl, dass am Ende des Monats das Geld knapp wird. Aber daher weiß ich auch, dass man mit wenig Geld trotzdem gesundes Essen zubereiten kann, ohne an den falschen Ecken zu sparen.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Als Blogger steht man ja immer ein bisschen in der Öffentlichkeit und ich mag es selbst, auf Blogs auch etwas über den Blogger zu erfahren. Ich denke, dass mein Blog schon ziemlich viel privates von mir zeigt und dass ich auch durch meine Aktivität auf Twitter und Instagram ziemlich viel von mir preisgebe. Trotzdem gibt es sehr private Dinge, die im Internet nichts zu suchen haben.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Meine Mama fragt manchmal, wann ich mir mein Handy in den Arm transplantieren lassen. Ich finde, das beschreibt die Situation recht gut. Ich bin daueronline und für mich ist das mittlerweile ein ziemlich normaler Zustand geworden.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Natürlich fühlt man sich als Blogger geschmeichelt, wenn es Leute gibt, die den eigenen Blog lesen. Am Anfang habe ich mich sehr auf die Leserzahlen konzentriert und war schnell frustriert, wenn es an einem Tag nicht so viele Klicks auf meinen Blog gab. Mittlerweile freue ich mich aber viel mehr, wenn mir ein Leser schreibt, dass er etwas nachgekocht hat und es ihm geschmeckt hat.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Würde ich sagen, dass ich das nur für mich mache, wäre das gelogen. Natürlich ist das Bloggen ein tolles Hobby und Hobbies macht man ja in erster Linie für sich. Aber dann könnte ich genauso gut einfach kochen und mir die Rezepte in einem Notizbuch aufschreiben. Ich mag es, meine Rezepte mit anderen zu teilen.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Mittlerweile kenne ich durch die FoodBloggerCamps viele Foodblogger persönlich. Das macht es mir sehr schwer die Frage zu beantworten, weil man manche Blogs gern liest, weil man den Mensch dahinter sehr mag, manche lieber wegen den Rezepten. Blogs, von denen ich gern und oft Rezepte ausprobiere, sind beispielsweise „Frl. Moonstruck kocht“ und das „Projekt: Gesund Leben“

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Beim Kochen dudelt bei mir meist nur das Radio nebenher. Ansonsten habe ich einen ziemlich breit gefächerten Musikgeschmack. Momentan geht es aber kaum ohne Farin Urlaub und Frank Turner.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Ich mag die Kochbücher von Donna Hay sehr gern und würde gern mal mit ihr kochen. Lustig wäre es aber sicher auch mit Nelson Müller in der Küche zu stehen.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Wie vorhin schon erwähnt nutze ich Kochbücher nur zur Inspiration. Kochen ginge notfalls auch ohne ein Kochbuch.

• Wie groß ist deine Küche?
> Ich wohne in einer WG mit einer wirklich kleinen Küche. Dafür ist die Küche meiner Eltern recht groß, sodass ich mich für größere Kochexperiment gern mal für ein Wochenende bei ihnen einmiete.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Wichtig ist ein guter Schreibstil und ein bisschen Humor.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Nichts. Ich würde alles genau so machen.


• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. Frl. Moonstruck kocht
2. by Fede
3. Live Life Deeply

> Kochbuch:
1. ratzfatz gekocht! Die besten Rezepte unter 30 Minuten
2. Home at 7, Dinner at 8: Schnelle und feine Rezepte für den Feierabend
3. Schnelle Küche mit Stil

> Musikalbum:
1. Fran Turner – Tape Deck Heart
2. Gloria - Gloria
3. Bosse - Kraniche

> Kochutensilie:
1. scharfe Messer
2. Pfannen
3. Töpfe


• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Murmeltier

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> ein bisschen von beidem

• Kaffee oder Tee?
> Tee


• Lieblings...:
> ...messer: ein Kochmesser von Zwilling
> ...gewürz: Rosmarin
> ...koch: Donna Hay
> ...kochzeit/tag: Abends
> ...rezept: Couscous-Salat mit Halloumi


Fotos © Melanie http://marsmaedchen.net/