Christof aus Rösrath / Mein Kochplatz - Lecker Wirtz

#interview

Heute: Christof aus Rösrath
Blog: https://mein-kochplatz.de/

• Name deines FoodBlogs
> Lecker Wirtz – Mein Kochplatz

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbies vor!
> Guten Tag, ich bin Christof Wirtz, 53 Jahre alt, wohne in Rösrath bei Köln und bin seit 14 Jahren Personalvermittler für Ingenieure und Informatiker. Neben dem Kochen mache ich gerne Musik (Drums, Gitarre), spiele in einer Karnevals Band, lese gerne (nicht nur Kochbücher) und bin gerne mit Hund und Familie im Garten oder der Natur.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> In meinem Blog versuche ich zu den Rezepten auch immer eine persönliche Geschichte zu erzählen, wie ich auf das Rezept aufmerksam wurde, wo ich es das erste Mal gegessen habe oder wie es mir gelungen ist ein Gericht nachzubauen. Zudem liefere ich Hintergründe zur Zubereitung und den Gewürzen und Kräutern. Zugegeben, mein Blog ist kunterbunt neben dem Kochen behandele ich auch Themen wie Grillen, Dutch Oven, Räuchern und Backen. Oder wie ich mir zum Beispiel einen Grillunterstand aus Paletten im Sommer 2020 gebaut habe.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Zum einen wollte ich mich näher mit den Themen Wordpress und SEO beschäftigen, zum anderen eine Rezepte Sammlung erstellen. Oft wurde ich früher beim Posten von meinen Kreationen im Social Media gefragt, wie denn das dazu gehörende Rezept lautet. Das geht jetzt etwas einfacher. Neben dem Blog habe ich noch eine Gruppe in Facebook, die „Zeig uns Dein Gericht heißt.“

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Meine Mutter, der ich als Kind oft beim Kochen und Backen helfen durfte. Unsere Schulkalsse hat Ende der 70’er am Tag der offenen Türe Waffeln gebacken. Jeder bracht etwas Teig mit und unsere Cafeteria lief so gut, dass nach zwei Stunden der Waffelteig ausgegangen ist. Ich kam auf die Idee, mit dem eingenommenen Geld Mehl, Eier, Zucker und Milch zu kaufen und den Teig selber zu machen. Das wäre schon fast Grundlage einer florierenden Waffelbäckerei geworden. Später im Zeltlager habe ich dann öfters die Küche geleitet. Da ich sehr neugierig bin, habe ich mich schon früh an aufwendigere und teils exotische Gerichte herangewagt. Nicht jeder erste Versuch ist dabei auch gelungen.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Meine Texte schreibe ich abends und am Wochenende von zu Hause aus.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Bis vor kurzem Rosenkohl und Blumenkohl. Das hat sich grundlegend geändert, als ich im letzten Jahr Blumenkohl bei Freunden gegessen habe. Seitdem stehen beide jede Woche auf unserem Speisenplan.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Besondere Vorlieben habe ich nicht. Frische Kräuter und eigene Gewürzmischungen verwende ich nahezu täglich.

• Welches Land ist deiner Meinung nach, eine kulinarische Reise wert?
> Der gesamte Mittelmeerraum, Die Südstatten der USA und auch Deutschland, weil sich in der letzten Zeit hier sehr viel in Richtung Verschmelzung internationaler Kochstile getan hat.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich räume während der Zubereitung auf. Ich mag keine „kürmelige“ Arbeitsfläche.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Scharfe Messer.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Besondere Kochbücher und der Kontakt zu anderen Food-Bloggern.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Aufgeräumt. Meistens. ;-)

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Die Grillzange.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Bei den ersten Versuchen geht immer was schief. Neulich bei den Icli Köfte, einem türkisch-libanesischem Rezept für mit Hackfleisch gefüllte Bulgurklöße. Es war sehr lecker aber optisch völlig misslungen, da die Köfte auseinander gefallen sind. Auch beim Baguette backen, was ich schon sehr lange mache, ist mir im letzten Jahr ein Fehler unterlaufen. Der Teig hatte Übergare. Ein Blog zum Thema Backen (Marcel Paa, kann ich sehr empfehlen) hat mir sehr weitergeholfen, den Prozess des Teigs zu verstehen.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Glückliche Gesichter der Gäste ist das, was mich erfreut. Beim Kochen selber empfinde ich Entspannung, auch wenn es mal zwischendurch stressig wird.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Schnell, billig und immer nur Bekanntes zu sich nehmen. „Geiz ist geil“ stimmt vor allem bei Lebensmitteln nicht. Gute Zutaten, egal ob Fleisch, Mehl oder Gemüse, haben ihren Preis. Es ist auch eine Wertschätzung gegenüber den Erzeugern und den Tieren, die sich im Preis ausdrücken. Zudem braucht es auch bei der Zubereitung Zeit und Geduld. Das schmeckt man.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> In meinem Blog findet man durchaus die eine oder andere private Anekdote. Da ich generell ein offener und direkter Mensch bin und mein Herz auf der Zunge trage, macht sich das auch in meinem Blog bemerkbar. Politik z.B. hat dort nichts zu suchen und ich bleibe bei meinen Ausführungen in der Küche und auf der Terrasse.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Wenn ich arbeite sind für mich die privaten Dinge bis auf die Mittagspause tabu. Ansonsten bin ich zwischen Aufwachen und Einschlafen oft online.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Natürlich freue ich mich über eine wachsende Anzahl von Lesern und über Feedback. Letztendlich schreibe ich für mich. Da ich keine Werbung mache spielt es keine große Rolle, Überrascht war ich allerdings über ein Rezept zum Senf selber machen, das an einem Tag 1.000 Zugriffe hatte und ein Video auf YouTube, bei dem ich die Knusperkruste meines Dinkelbrots aufgenommen habe. Das Geräusch beim Anschnitt ist so verlockend, dass es mittlerweile 25.000 Zugriffe hat.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Hauptsächlich für mich und meine Familie.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Marcel Paa – Back Blog. Ansonsten stöbere ich viel umher. „Die See kocht“ hat mich erste letzte Woche inspiriert einen schottischen Fischeintopf „Cullen Skink“ auszuprobieren. Großen Respekt habe ich vor Tim Mälzers Format „Kitchen Impossible“. Ich mag es, wie seine Gäste und er sich an die verschiedenen Zutaten und Zubereitungen herantasten.
Auch Björn Freitag sowie das Format „Land & Lecker“ im WDR sehe ich sehr oft und finde dort Anregungen.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Queen.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Tim Mälzer und Björn Freitag.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> „Die kretische Kochkunst“, hier habe ich zum ersten Mal das Geheimnis eines richtig guten Tsatsiki entdeckt.

• Wie groß ist deine Küche?
> Innen ca. 8-9 m². Außen 12 m²

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Es muss etwas um das Gericht herum erzählt werden. Eine Geschichte, etwas über Zutaten, Zubereitung oder Land und Leute.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Früher damit anfangen. Sich selber mehr zutrauen.
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. Backen mit Marcel Paa
2. Die See kocht
3. Klaus grillt

> Kochbuch:
1. Bretonisches Kochbuch
2. Nomad Kochbuch (und Cocktail Buch)
3. Die kretische Küche

> Musikalbum:
1. A night at the opera - Queen
2. Wellcome tot he pleasuredome – Frankie goes to hollywood
3. Mothership – Led Zeppelin

> Kochutensilie:
1. Messer
2. Grillzange
3. Dutch Oven
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• Salz oder Pfeffer?
> Pfeffer

• Bier oder Wein?
> Bier

• Süß oder herzhaft?
> Herzhaft

• Hauptgang oder Dessert?
> Vorspeise

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Beides. Ich liebe meine Mittagsruhe.

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnung halten ist am (Koch) Arbeitsplatz für mich sehr wichtig

• Kaffee oder Tee?
> Tee
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• Lieblings...:
> ...messer: Zöppken (Solinger Messer)
> ...gewürz: Geräuchertes Paprika
> ...koch: Björn Freitag
> ...kochzeit/tag: Abends und am Wochenende
> ...rezept: Sardische Fischsuppe
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Herzlichen Dank, lieber Christof, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten!
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Hast du auch einen Blog? Möchtest Du, dass wir dich und deinen Blog vorstellen? Dann schick uns eine E-Mail an: redaktion@germanfoodblogs.de
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Fotos © Christof https://mein-kochplatz.de/

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