Kathrin aus München / "Lemons For Lunch"


Heute: Kathrin aus München
Blog: Lemons for Lunch
http://www.lemonsforlunch.com/

• Name deines Foodblogs
> Mein Foodblog heißt Lemons for Lunch, es gibt ihn seit Ende 2015 und ich koche vegan bis vegetarisch mit dem Anspruch, dass alle meine Gerichte einen gesunden Mehrwert bieten.

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Hallo, ich bin Kathrin, 37 Jahre alt und wohne mit meinem Mann und unseren zwei kleinen Töchtern (0 und 3 Jahre alt) in München. Von Beruf bin ich eigentlich im Online Marketing einer großen Kosmetikfirma tätig, befinde mich aber gerade in Elternzeit. Außerdem ergreift die Leidenschaft für das Thema gesunde Ernährung immer mehr Besitz von mir, wo wir auch gleich bei meinem Hobby wären. Neben meinen zwei Töchtern beschäftige ich mich in meiner Freizeit am liebsten mit allem was mit dem Thema gesunde Ernährung zu tun hat. Ich lese Fachbücher, verschlinge Kochbücher und –zeitschriften, Foodblogs und probiere für mein Leben gern neue Rezepte aus.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Hmm, ich glaube ein Unterschied könnte sein, dass ich nicht nur reine Rezepte veröffentliche, sondern versuche meinen Lesern auch immer einen Mehrwert zu bieten indem ich Ihnen neue gesunde Zutaten/Lebensmittel (wie Superfoods oder andere gesundheitsfördernde Zutaten) vorstelle und immer genau erkläre, was das Gericht so gesund macht und was es kann. Ich möchte dabei niemanden belehren, es ist mir einfach eine Herzensangelegenheit zu zeigen, dass eine gesunde pflanzliche Ernährung viele gesundheitliche Vorteile bietet, köstlich schmeckt, auf nichts verzichtet und jeder sie unkompliziert in seinen Alltag integrieren und davon profitieren kann.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Vor fünf Jahren wurde bei mir Arthrose in den Händen diagnostiziert – und das mit Anfang 30! Ich habe meine Ernährung daraufhin konsequent auf eine rein pflanzliche Kost umgestellt und mich nach sehr kurzer Zeit entscheidend besser u fitter gefühlt. Meine Schmerzen verschwanden und ich war plötzlich wacher, energiegeladener und deutlich leistungsfähiger. Diese Faszination, was die schlichte Umstellung der Ernährung mit dem Körper machen kann, hat mich seither nicht mehr los gelassen. Gleichzeitig habe ich mich zwangsläufig mit den unerträglichen Zuständen in der Massentierhaltung auseinandergesetzt. Mehr aber als zu kritisieren und zu mahnen hilft es meiner Meinung nach den Menschen gesunde pflanzliche Alternativen zu zeigen, die köstlich schmecken und gleichzeitig so viele gesundheitliche Vorteile bieten. Aus diesen Komponenten entstand die Idee zu meinem Blog.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Meine Arthrose-Erkrankung und die große Ratlosigkeit die ich zunächst empfand, als ich anfing mich pflanzlich zu ernähren.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Beim Kochen steht mein Laptop in der Küche und ich mache mir schon ein paar Notizen zum Rezept. Geschrieben wird dann meist spät abends auf unserem Sofa, wenn Ella und Alva schlafen und endlich etwas Ruhe einkehrt. An manchen Abenden wird auch eine Nachtschicht eingelegt und der Laptop wandert noch für ein-zwei Stunden mit ins Bett. Aber das bereue ich meist am nächsten Morgen. ;)

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Hmm, nicht wirklich viele, außer vielleicht mit Kapern. Und Ziegenkäse mag ich nur, wenn er wirklich mild schmeckt.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Oh hier gibt es eine Menge: Blaubeeren, Avocados, Granatapfelkerne, Kakao Nibs, Chia Samen, Acai Pulver – kurz genommen alle Superfoods und alle Lebensmittel die vor Nährstoffen strotzen und uns mit so viel Gutem versorgen.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Italien natürlich immer und dann auf jeden Fall Israel – hier gibt es so viele vegane Köstlichkeiten. Allein diese vielen Vorspeisen-Variationen - ein Traum.
Aber auch Mallorca und damit die Mittelmehrküche ist toll und so gesund. Wir sind große Mallorca Fans und ich liebe das Essen auf der Insel.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ganz langweilig: meinen Ordnungs-Fimmel. Ich koche und räume immer parallel die Küche auf da ich es nicht ausstehen kann am Ende in einem Schlachtfeld aus schmutzigen Töpfen und einem Berg Geschirr zu stehen. Spießig oder?

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf ein scharfes Alleskönner-Messer und auf gute Musik. Fast genauso wie das Kochen liebe ich es dabei Musik zu hören, mir wilde Playlists zusammenzustellen oder neue Künstler zu entdecken und deren Alben in Ruhe anzuhören. Das macht mir sooo gute Laune und mich gleichzeitig so entspannt. Ist fast wie ein Tag Urlaub.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Meine größte Inspirationsquelle ist das Internet, egal ob all die wunderschönen Food-Blogs, Instagram oder Pinterest – hier werde ich ständig inspiriert. Dazu kommen meine Lieblings-Kochbücher und Kochzeitschriften.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Erstmal wild wild wild und am Ende immer wieder ziemlich ordentlich. Außer eine meiner Töchter funkt dazwischen und braucht spontan Aufmerksamkeit. Dann bleibt das Küchenchaos erstmal liegen.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein erstes richtig gutes Gemüsemesser aus Keramik, das ich mir gekauft habe, als ich vor fünf Jahren anfing zu Kochen.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Haha, bei mir geht einiges schief! Als ich nach meiner Ernährungsumstellung begann mich pflanzlich, nährstoffreich und gesund zu ernähren kam zunächst die Zeit der Ratlosigkeit und dann die Zeit der gescheiterten Experimente. Bis es bei mir wirklich schmeckte und ich den Dreh raus hatte verging eine Weile.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Kommt vielleicht etwas auf den Hunger an, aber grundsätzlich gefallen mir beide Parts. Es macht mir großen Spaß neue Rezepte zu entwickeln und daran herumzutüfteln. Diesen Part möchte ich gar nicht missen. Genauso gerne stelle ich aber auch am Ende das Ergebnis auf den Blog und esse das Resultat auf.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich glaube das Umdenken muss bei uns Verbrauchern beginnen. Wir müssen wieder ein realistisches Gefühl dafür bekommen, was Lebensmittel wert sind. Dann kommen uns die absurd niedrigen Preise für tierische Produkte wie Milch und Fleisch ganz schnell selbst komisch vor. Wir sollten daher darauf achten wo wir kaufen und was wir kaufen. Wir versuchen zum Beispiel möglichst viel regional und bio einzukaufen und möglichst keine Produkte aus Massentierhaltung. Da wir eh überwiegend pflanzlich essen fällt dies nicht schwer.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Diese Frage stelle ich mir selbst ziemlich oft. Für mich ist es schwierig nur reine Rezepte ins Netz zu stellen, da zu jedem Rezept auch immer eine Geschichte gehört. So fließt bei mir schon Privates mit in meine Beiträge ein. Allerdings hängen diese Informationen meist mit dem Gericht zusammen, das ich vorstelle. Ohne auch etwas von mir preiszugeben finde ich es auch schwierig eine Beziehung zu meinen Lesern aufzubauen und dann müsste ich mich auch sehr verstellen.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Bei uns gibt es die Regel, dass während der Mahlzeiten nicht auf das Handy geschaut wird bzw. das Handy auch nicht am Tisch ist. Außerdem versuche ich nicht auf mein Handy zu schauen, wenn ich mit meinen Töchtern spiele. Sonst bin ich aber schon viel online. Die einzige Zeit wann ich mein Handy konsequent in den Flugmodus schalte ist wenn ich schlafe.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Ich möchte mit meinem Blog schon möglichst viele Menschen erreichen und sie für eine gesunde pflanzliche Ernährung begeistern. Viele Menschen möchten sich ja gesünder und nährstoffreicher ernähren und brauchen oft einfach nur ein paar Rezepte und Anregungen, um ihre Art zu kochen zu verändern. Dabei möchte ich helfen und zeigen, dass eine gesunde Ernährung einfach umzusetzen ist, gut schmeckt, Spaß macht und dabei so viele Vorteile für uns und unseren Planeten bietet.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
Ich würde sagen die Wahrheit liegt in der Mitte. Da ich gute Rezepte selbst immer wieder total schnell vergesse, nutze ich den Blog, um meine eigenen Rezepte aufzuschreiben und zu archivieren. Aber natürlich möchte ich auch, dass meine Beiträge von anderen gelesen werden und freue mich sehr wenn meine Rezepte Leser inspirieren sich gesünder zu ernähren und ich positives Feedback bekomme.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Es gibt so wahnsinnig viele tolle Foodblogs, dass ich mich hier ganz schlecht entscheiden kann. Ich mag z.B. die farbenfrohen und gleichzeitig immer raffinierten Rezepte von Green Kitchen Stories wahnsinnig gerne. Genauso mag ich den positiven Spirit von Deliciously Ella oder liebe die wunderschönen Fotos auf KrautKopf. Jeder Blog hat etwas Besonderes, das ihn auszeichnet und einzigartig macht und das finde ich immer wieder spannend zu entdecken.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Oh hier kommt meine Vorliebe für Indie-Bands raus. Früher bin ich viel auf Konzerte gegangen und Musik war mir immer total wichtig und hat mich in jeder Lebenslage begleitet. Mit Kindern und Familie kommt das manchmal etwas kurz. Das hole ich dann beim Kochen nach.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Mit Luise von Green Kitchen Stories.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> A modern Way to Eat von Anna Jones und Honestly Healthy von Natasha Corrett.

• Wie groß ist deine Küche?
> Sie ist wirklich klein – vor allem weil wir eine vier-köpfige Familie sind. Wir sind gerade erst umgezogen, und mein Wunsch war eigentlich immer in der nächsten Wohnung eine richtig große Küche zu haben. Hat leider nicht geklappt. Dafür haben wir jetzt ein Haus mit kleinem Garten mitten in München. Das ist super schwer zu finden und da musste ich den Küchen-Abstrich leider in Kauf nehmen. Allerdings führt unsere Küche direkt hinaus in den Garten, so dass ich hier im Sommer auch gerne den Terrassentisch als erweiterte Küchenfläche nutze und hier z.B. bei schönem Wetter Gemüse schneide.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Wenn Wissen, Liebe und Herzblut daraus spricht und das Rezept etwas Neues bietet (neue Lebensmittel, interessante Zutaten oder alternative Arten der Zubereitung) oder das Rezept einen interessanten Twist hat.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Ich hätte schon vor fünf Jahren mit dem Bloggen angefangen – meine Güte hätte ich viel Zeit gehabt!!! Jetzt zwischen einer Familie mit zwei kleinen Mädels und einem Job ist es wirklich manchmal ein Kunststück Zeit zum bloggen zu finden. Bzw. macht es mich manchmal ganz verrückt, dass ich so viele Ideen habe und mir schier die Zeit fehlt sie umzusetzen.

• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. Green Kitchen Stories
2. Krautkopf
3. Sprouted Kitchen

> Kochbuch:
1. A modern way to eat von Anna Jones
2. Green Kitchen Stories von David Frenkiel and Luise Vindahl Andersen
3. Honestly Healthy von Natasha Corrett

> Musikalbum:
Ich höre beim Kochen eigentlich immer eine wilde Playlist mit all meinen all time favorite Bands. Dazu gehören z.B.: Bloc Party, Mando Diao, Stars, Bright Eyes, die Killers, Eels oder Lumineers, aber auch deutsche Bands, wie Kettcar oder Tomte.

> Kochutensilie:
1. Messer
2. Brett
3. Zitronenpresse, da an fast all meine Gerichte Zitronensaft kommt

• Salz oder Pfeffer?
> Pfeffer

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
> Süß

• Hauptgang oder Dessert?
> Erst Hauptgang, dann Dessert?

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Absolut „Night Owl“ – zum Glück – das ist meine Blog-Zeit

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> spießiger Ordnungsfanatiker

• Kaffee oder Tee?
> Eigentlich viel lieber Tee, aber jetzt mit einem kleinen Baby muss es ab und zu auch Kaffee sein (aber mit Pflanzenmilch)

• Lieblings...:
> ...messer: mein Keramik Allzweck Küchenmesser
> ...gewürz: Koriander
> ...koch: Yotam Ottolenghi
> ...kochzeit/tag: in jeder freien Nische in der ich dazu komme
> ...rezept: aktuell meine gesunden Pfannkuchen

Fotos © Kathrin http://www.lemonsforlunch.com/

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