Thomas aus Wien / "Rezepte von Thomas Sixt"


Heute: Thomas aus Wien
Blog: http://thomassixt.de/

• Name deines Foodblogs
> Rezepte von Thomas Sixt - Foodmarks

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich heiße Thomas Sixt bin 42 Jahre alt, komme aus Bayern, lebe seit 17 Jahren in Wien, ich bin Inhaber einer Werbeagentur, habe das Handwerk des Kochs 1992-1994 beim Alfons Schuhbeck gelernt, danach international gekocht und später Kochevents und Kochveranstaltungen mit 10.000 Besucherinnen und Besucher durchgeführt. Bisher habe ich vier Kochbücher realisiert, die neuen Medien reizen mich aber mehr, so schreibe ich in meinem Foodblog über gutes Essen. 200 selbst produzierte Kochvideos „Headcam Cooking“ unterstützen beim selber kochen. Meine Rezepte und Gerichte fotografiere ich seit 2004 selbst. Ich berate mit meiner Agentur Food Kunden und arbeite branchenübergreifend im Bereich Werbung und Kommunikation. Mein Hobby ist die schamanische Arbeit.

•Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Ich bin gelernter Koch und gebe mein Fachwissen weiter, alles was ich in der Sterne- und Top-Gastronomie gelernt habe steht auf meinem Blog. Zusätzlich die Erfahrungen aus den Kochevents und Kochschulen, die ich durchgeführt habe. Ich beschäftige mich mit gesunder Ernährung und glutenfreier Küche, gebe Tipps für jeden Tag und unterstütze mit der Beantwortung von Kochfragen. Meine Kochvideos zeigen das Kochen aus einer anderen Perspektive, ich habe die Kamera am Kopf und so kann mir jeder beim Kochen zusehen und dazu lernen. Das sind Kitchen Storys vom Profikoch, gewürzt mit vielen Tipps und Kniffen, ausführlich und mit Details. Das Schöne am Foodblog ist, das ich nicht auf Buchseiten beschränkt bin und so ausführlich und detailverliebt beschreiben kann, wie ich will. Ich kann jederzeit ergänzen und erneuern, hinzufügen und neue Erkenntnisse teilen. Generell freue ich mich über schöne Bilder in meinem Blog, ich liebe einfach gutes und schönes Essen.

> Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Das ist eine längere Geschichte, ich habe bereits im Jahr 2000 Kochvideos ins Internet gestellt, das war vier Jahre bevor Youtube auf dem Markt aufgetaucht ist. Danach habe ich mit Partnern ein Rezepte Portal aufgebaut welches ich aber 2014 geschlossen habe. In dieser Zeit hat sich technisch sehr viel getan und das Foodbloggen finde ich im Vergleich zu Rezepte-Sammlungen einfach schöner, informativer und spannender. Das Kochen begleitet mich jetzt schon ein leben lang, es macht mir einfach Spass schöne Inhalte zu erstellen und den Menschen Ideen weiter zu geben. Ich sehe das alles als Entwicklungsprozess und freue mich jeden Tag über den Foodblog, die schönen Bilder, die Storys, Kommentare und die positive Entwicklung.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Meine beiden Großmütter.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Direkt aus der Agenturküche!

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Keine, ich probiere alles!

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Ich liebe frische Kräuter und interessiere mich für Wildkräuter.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Ich denke jedes Land hat spezifische, kulinarische Highlights zu bieten. Ich habe letztes Jahr 3 Wochen in Nepal verbracht und dort großartige Gerichte entdeckt. Dandeben finde ich die Einfachheit spannend: Da wird in einem Wok über dem Feuer ein tolles Gericht gezaubert . Das stellt unsere High-Tech-Küchen mit Backofen, Dampfgarer, Sous-Vide-Gerät und Induktionskochfeld in den Schatten. Für gutes Essen braucht es eigentlich wenig.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Sag Du es mir bitte!

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Meine scharfen Messer und meine Kochtöpfe.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Mir fällt einfach ständig was ein, was ich ausprobieren möchte, es ist eher ein Zeitproblem. Meine Artikel sind meistens sehr lang und beim Schreiben vergeht viel Zeit.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Manchmal wie in einer Vorzeigeküche, manchmal stehe ich im Chaos, das hängt von der Tagesverfassung ab.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Wenn ich ehrlich bin ist das mein iPhone, ich mache mehr und mehr Fotos mit dem Phone und bin, was die technischen Helfer angeht, ein religiöser Apple Fan.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Hin und wieder kocht mal ein Topf mit Suppe oder Sauce über, das passiert einfach, wenn man kocht, anrichtet, das Foodstyling macht und auch noch fotografiert. Ich nenne das dann in diesem Moment kreative Überforderung. Ich ärgere mich kurz und lache dann darüber. Die letzte Panne ist mir beim Mayonnaise Video passiert. Eigelbe in den Becher, … schließlich passte der neue Mixstab nicht in den zu kleinen Becher. Alles gefilmt inklusive Lachkrampf!

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Alles wird gegessen, ich verwende keine Farbstoffe oder Haarspray, so wie es auf dem Teller zu sehen ist kommt es auf den Tisch und schmeckt.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich sehe das anders, wir haben eine noch nie dagewesene Fülle an hochwertigen Lebensmitteln zur Verfügung. Die Wahl hat jeder selbst: Frisches Bio Huhn für mehr als 10 Euro oder TK Hähnchen für 5 Euro. Ich sehe eher das Problem, dass Fastfoodketten unsere Essgewohnheiten prägen. Bei einem Küchenconsulting in einem Hotel wollten wir zuletzt beim Mittagstisch für die Kinder die Pommes und Chicken-Nuggets gegen selbst paniertes Hähnchen, Salat und Petersilienkartoffeln tauschen. Wir hatten einen Kinder-, Skilehrer- und Elternaufstand und haben am Ende wieder Pommes mit Nuggets frittiert. Die Kinder kennen teilweise nichts anderes mehr und das ist ein Drama.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Das hat sich entwickelt, mir geht es heute nur noch um gute Food-Beiträge und Rezepte. Ich mache schöne Sachen und zeige diese, keine Kritik, kein „gerotze“ über andere, ich mache mein Ding und fertig. Bekochen wir diese schöne Welt mit schönen Dingen!

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Nachts schalte ich alles aus, ansonsten bin ich ständig on. Am meisten arbeite ich am Macbook, daneben habe ich alle Generationen von iPads durch und experimentiere auch mit dem neuen Pro und dem Pencil. Meine Zeichenkünste sind leider nicht sehr ausgeprägt, aber um etwas zu zeigen wage ich mich an die eine oder andere Skizze. Ich finde das alles faszinierend. Hin und wieder nehme ich eine komplette Auszeit. Zwei Tage Natur oder 3 Wochen Nepal, am Berg, bringen mich in die Ruhe.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Ich freue mich wenn es mehr werden und ich helfen und unterstützen kann.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Ich brauche das Schreiben für mich selbst und freue mich die Dinge in die Welt zu tragen.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Ich mag Johann Lafer, weil er sowohl in der Pâtisserie als auch beim Kochen kompentent ist. Ich finde seine Professionalität einfach toll, er kann es und zeigt es. Mit den Foodbloggern und Foodbloggerinnen bin ich derzeit nicht so glücklich. Mir fehlt hier die gegenseitige Vernetzung, die Offenheit. Habe hier viele Versuche gemacht und bin dann verwundert, wenn ein Vegan-Foodblogger, den ich empfehlen möchte, meine Empfehlung gar nicht will, weil ich auch mit Fleisch koche. Ich finde das einfach seltsam.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Ich liebe die klassische Musik.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Mit Paul Bocuse oder mit Alain Ducasse in einem Landhaus in der Provence.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Küchenbibel Tre Torri Verlag

• Wie groß ist deine Küche?
> 12 m2

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Das Echte, viele Fotos zum Artikel oder ausführliche Storys. Tipps aus der internationalen Küche.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Ich habe oft zu technisch gedacht, hier eine neue Funktion und da ein Facebook Kasterl. Ich bin ja jetzt seit Anfang 2000 dabei, im Interdings, Bloggen, Apps, usw. Microsoft hat für ein sagenhaft niedriges Budget 100 Kochapps bei mir bestellt, weil ich die Rezepte habe. Ich habe denen dann erklärt das die Qualität entscheidend ist, O-Ton des zuständigen Managers: Du kannst auch eine App mit rasierten Katzen machen, ich brauche einfach nur viele Apps. So etwas würde ich heute konsequent ablehnen. Meine Wahrheit: Der gute Inhalt ist entscheidend und macht Spass. Bilder, Texte, alles gut aufbereitet. Die Dinge lieber machen und nicht aufgrund von Perfektionismus begraben. Ein Beispiel ist mein Headcam-Cooking. Nach 100 Folgen habe ich TV und Zeitungen kontaktiert, die TV Kontakte haben abgesagt. Da gab es die üblichen Ausreden, die wenigsten sehen das Engagement und die Power, die Möglichkeiten und eine Weiterentwicklung. Nachdem eine große österreichische Zeitung einige Beiträge mit mir gemacht hat kam das Wiener Stadtfernsehen und hat die Sendung zwei Jahre im TV ausgestahlt. Mein Schweinebraten Video erreicht mehr als 170.000 Aufrufe bei Youtube, das macht Freude und die paar Kritiker, die nicht mal die Tiefkühlpizza aufwärmen können tun mir da nicht mehr weh. Einige dieser Erkenntnis hätte ich gerne etwas früher gehabt. Durch das Food-Bloggen habe ich die Liebe zum Detail erfahren und lebe das jetzt aus. Ich ergänze das noch mit einem Topping aus meiner Agentur-Arbeit. Wenn man teilweise sieht was Kunden für SEO ausgeben, für Linkaufbau oder gefakte Instagram Profile, dann treibt mir das die Zwiebeltränen in die Augen. Ausschließlich gute Inhalte zahlen sich langfristig aus, das ist meine Erfahrung.
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. Cooking Cathrin
2. Pinchofyum
3. essen und trinken Kochportal

> Kochbuch:
1. Küchenbibel Tre Torri
2. Der große Lafer
3. Alain Ducasse Grand Livre de Cuisine

> Musikalbum:
1. Meine eigene Trommel und Rassel
2. Die 50 top Klassik
3. Meine Youtube Playlist

> Kochutensilie:
1. Wok
2. Reiskocher
3. Messer
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• Salz oder Pfeffer?
> schwarzen Pfeffer

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
> beides

• Hauptgang oder Dessert?
> beides

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Ein gutes Gulasch macht die Nacht zum Tag!

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnung regelt das halbe Küchenleben!

• Kaffee oder Tee?
> Tee
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• Lieblings...:
> …messer: Global
> …gewürz: Curry
> …koch: Johann Lafer
> …kochzeit/tag: ab 11 Uhr und am Abend
> …rezept: Ente knusprig und bayerischer Schweinebraten
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Vielen Dank, lieber Thomas, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten!
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Hast du auch einen Blog? Möchtest Du, dass wir dich und deinen Blog vorstellen? Dann schick uns eine E-Mail an: redaktion@germanfoodblogs.de ___________________________________

Fotos © Thomas http://thomassixt.de/