Nives aus Hamburg / „NIVESKOCHT“


Heute: Nives aus Hamburg
Blog: https://www.niveskocht.de/

• Name deines Foodblogs
> Niveskocht.de

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Nives, 33, und komme ursprünglich aus dem schönen Oberösterreich. Seit ca. 2,5 Jahren wohne ich jetzt in Hamburg, wo ich die letzten Jahre als IT Projektmanagerin in einem Software-Startup gearbeitet habe und viele Unternehmen beraten durfte. Seit 3 Monaten bin ich selbstständig und bringe meinen Blog sowie einige andere Projekte voran, mit denen ich 2017 durchstarten will. Meine Hobbys sind Yoga, Meditation, Reisen und natürlich alles rund um das Thema Kochen und Essen.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Ich bin auf Paleo-Rezepte spezialisiert, d.h. ich verwende weder Zucker noch Weißmehl. Da die deutsche und österreichische Küche sonst sehr kohlenhydratreich ist, verwandle ich auch viele Klassiker in paleo-freundliche Alternativen. Trotzdem bin ich nicht dogmatisch und sehe das Ganze sehr entspannt. Am Wochenende oder wenn es einfach nicht anders möglich ist, esse ich auch mal Nudeln oder Pizza. Im Alltag allerdings achte ich allerdings schon darauf, mich so gesund wie möglich zu ernähren, vor allem frische Zutaten von guter Qualität zu verarbeiten. Meine Rezepte eignen sich super für den Alltag weil die Gerichte in höchstens 20 Minuten zubereitet sind. Ich möchte den Menschen zeigen, dass gutes und gesundes Essen zu kochen nicht schwierig sein muss und jeder das lernen kann. Genuss und Freude haben bei mir oberste Priorität.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Vor allem in der Zeit, in der ich in Mädels-WGs gewohnt habe, haben wir immer viel zusammen gekocht. Oftmals war es einfach Reste-Küche, also was der Kühlschrank so hergegeben hat wurde dann zu einem kreativen Gericht, das immer wieder überraschend gut geschmeckt hat. Irgendwann habe ich dann angefangen, diese Rezepte aufzuschreiben. Erst nur für mich, dann online, damit auch andere mitlesen konnten. Dabei habe ich auch die Liebe zum Schreiben für mich entdeckt.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Da meine Eltern früher ein Gasthaus hatten, bin ich quasi in der Küche groß geworden. Ich kannte es also gar nicht anders als jeden Tag frisch Gekochtes zu essen. In meiner Teenagerzeit war ich zwar auch oft faul und habe mir z.B. fertige Tomatensauce aufgewärmt. Als ich dann aber gemerkt habe, wie schnell man das Ganze auch frisch gekocht hinkriegt, habe ich angefangen, immer mehr selbst zu machen. Einerseits, weil es einfach so viel besser schmeckt und nicht zuletzt, weil es auch gesünder ist. Selber Kochen ist der erste Schritt für einen bewussten Lebensstil.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Meistens blogge ich von Zuhause aus, da entstehen auch die meisten Rezepte und Fotos. Da ich aber auch viel auf Reisen bin, sind so manche Rezepte auch schon dort entstanden. Vor allem auf Instagram teile ich viele kulinarische Erlebnisse, also auch wenn ich in einem tollen Restaurant oder netten Café bin.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Mein absolutes No-Go ist Thunfisch aus der Dose. Ich bin so empfindlich dagegen, dass ich sofort wegrennen muss, wenn ich einen Raum betrete und jemand einen Thunfischsalat isst. Generell esse ich auch nicht so gern scharf und bin relativ empfindlich, was Chili-Schärfe betrifft. Außerdem habe ich noch so meine Berührungsängste mit Innereien.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Oh ja, ich liebe Granatapfel, das ist meine „heilige Frucht“. Wenn ich mein Leben lang nur noch ein Lebensmittel essen dürfte, würde ich mich dafür entscheiden . Meine Lieblingsgewürze sind Zimt und Kreuzkümmel, wobei Knoblauch natürlich nirgends fehlen darf. Bei Kräutern stehe ich total auf Koriander und generell mag ich alles mit Kokos. Im Restaurant kann ich nicht widerstehen, wenn es Garnelen, Steak oder etwas mit Trüffel gibt.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Ich mag die lateinamerikanische Küche sehr gern. Es geht nichts über ein gutes Stück Fleisch oder Fisch, dass am offenen Feuer gegrillt wird und dann mit leckeren Salsas und Mojos serviert wird. Auch die polynesische und karibische Küche hat etwas Einzigartiges. Der Fisch wandert auf direkten Weg vom Wasser zum Teller – frischer geht’s nicht. Außerdem mag ich die vietnamesische Küche sehr gern, vor allem die Suppen.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich arbeite hauptsächlich nach Gefühl und nicht nach strikten Vorgaben. Das ist manchmal ganz schön schwierig, mich so genau auf Zeit- und Mengenangaben zu konzentrieren, damit man das Rezept später auch nachkochen kann. Außerdem mache ich vieles parallel, was die Sache nicht immer einfacher macht ;)

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Eine große, beschichtete Pfanne, ein wirklich scharfes Messer und am besten noch eine Küchenmaschine, wo man allerhand zerkleinern oder pürieren kann. Aber prinzipiell kann ich in jeder Küche kochen, solange ich mindenstens eine Herdplatte zur Verfügung hab. Eine gute Grundausstattung was Gewürze angeht ist auch sehr hilfreich.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Natürlich habe ich viele Bücher zuhause und lese auch andere Kochblogs. Meine größte Inspiration ist aber wahrscheinlich eine Mischung aus vielen Reisen und dem saisonalen Angebot hierzulande. Ich versuche immer das Beste aus dem zu machen, was mir gerade zur Verfügung steht. Improvisieren zu können halte ich in der Küche für sehr wichtig.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Meistens gar nicht so schlimm. Da ich derzeit eine sehr kleine Küche habe, räume ich während dem Kochen schon immer etwas auf. Den letzten Rest macht dann nach dem Essen zum Glück meine Freund und die Geschirrspülmaschine. Die ist übrigens unverzichtbar!

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Meine „8 in 1 Küchenmaschine“. Das Gerät kann einfach alles. Morgens mahle ich meine Kaffeebohnen damit, zwischendurch mixe ich mir einen Smoothie, dann püriere ich eine Suppe und ich verarbeite z.B. Blumenkohl zu Risotto-Reis oder mixe ein frisches Pesto.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Es gab einige wenige Gerichte, wo ich einen zweiten oder sogar dritten Anlauf benötigt habe. Diese Erfahrung lasse ich dann aber in mein Rezept einfließen, sodass meine Leser nicht die gleichen Fehler machen müssen wie ich.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Kochen ist für mich wie Meditation. Ich genieße es sehr, das ganze Gemüse zu schneiden und alles mit Liebe vorzubereiten. Wenn ich aber nicht genug Zeit habe oder der Hunger schon sehr groß ist, sieht die Sache ganz anders auch, dann kann es mir nicht schnell genug gehen.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Die Zeit ist unser höchstes Gut und wir arbeiten alle viel und haben allerhand zu tun. Da kommt man schnell in Versuchung, solche einfachen Dinge wie das Einkaufen und Kochen einfach wegzulassen und durch eine schnellere Alternative zu ersetzen. Ich glaube aber nicht, dass gute Lebensmittel an Wert verlieren, ganz im Gegenteil. Es ist ganz klar ein Trend zu beobachten, dass die Menschen wieder vermehrt auf die Qualität achten und auch bereit sind, dafür einen höheren Betrag auszugeben. Ich denke, es ist die Bequemlichkeit, die hier den Vorrang hat. Und wenn sich beides sogar miteinander kombinieren lässt, ist es eine Win-Win.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Meine Geschichten sind allesamt sehr privat, aber natürlich teile ich nur das, was ich auch teilen will. Das meiste hat einen kulinarischen Bezug und in diesem Zusammenhang gebe ich gerne vieles von mir preis.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Die beiden Geräte sind schon wirklich sehr wichtig für mich und meistens um mich rum. Wenn ich mich mit Freunden verabrede oder beim Essen ist das Handy aber tabu, schon allein aus Respekt vor der anderen Person. Manchmal lasse ich das Handy auch unterwegs in der Tasche um bewusst nur den Moment im Hier und Jetzt zu sein. Das kann manchmal sehr befreiend sein.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Ich möchte mit meinem Blog so viele Menschen wie möglich erreichen und dazu ermuntern, selbst zu kochen. Je mehr Menschen ich begeistern kann, desto besser.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Ich blogge für mich und die ganze Welt

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Die, die es schaffen, ihren Blog neben der Arbeit zu betreiben. Ich habe das auch versucht, aber festgestellt, dass es für mich nicht funktioniert und einfach zu anstrengend war.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Wenn überhaupt, koche ich zu verschiedensten Playlists auf Spotify.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Mit einem Sterne-Koch oder jemandem aus der Molekularküche.

• Wie groß ist deine Küche?
> Leider zu klein. Ich hätte gerne eine offene Küche mit großen Küchenblock in der Mitte mit Blick zu den Gästen.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Sie muss persönlich und authentisch sein.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Ich würde mich noch mehr auf mein Gefühl verlassen anstatt zu tun, was andere erwarten.
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. Raw. Vegan. Not gross. https://imlauramiller.com/
2. One slice more. https://oneslicemore.com/
3 The petite cook: http://www.thepetitecook.com/

> Kochbuch:
1.Tacos, Tequila & Tatoos von Salt & Silver
2.Genussvoll Vegetarisch von Yotam Ottolenghi
3.Besser Kochen mit Jamie von Jamie Oliver

> Musikalbum:
1.Nirvana “In Utero”
2.Bloc Party “A weekend in the city”
3.Björk „Post“

> Kochutensilie:
1.Scharfes Messer
2.Große, beschichtete Pfanne
3.Meine „8 in 1 Küchenmaschine“
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• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Night Owl

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Dreckspatz

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee!
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• Lieblings...:
> ...messer: Hauptsache scharf
> ...gewürz: Kreuzkümmel
> ...koch: mein Papa
> ...kochzeit/tag: ohne Hunger
> ...rezept: Burger
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Vielen Dank, liebe Nives, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten!
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Hast du auch einen Blog? Möchtest Du, dass wir dich und deinen Blog vorstellen? Dann schick uns eine E-Mail an: redaktion@germanfoodblogs.de

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Fotos © Nives https://www.niveskocht.de/