Anna aus Hamburg / "Vegan Mom"


Heute: Anna aus Hamburg
Blog: http://veganmom.de

• Name deines Foodblogs
> Vegan Mom | www.veganmom.de

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Anna E. Bauer, 31 Jahre alt und wohne in Hamburg. Ich bin gelernte Kauffrau für Marketingkommunikation, habe aber ziemlich schnell, nachdem ich ausgelernt hatte, mein Hobby der Fotografie zum Beruf gemacht. Mein schönstes Hobby allerdings ist mein wunderbares Kind.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Zuerst einmal ist er eben vegan, was ihn schon mal von einem guten Teil der anderen Foodblogs unterscheidet. Mein Augenmerk liegt darauf, dass es sowohl Erwachsenen als auch Kindern schmecken muss. Ich gehe gerne auf die einzelnen Zutaten ein. Warum sollte man dieses oder jenes Gemüse essen; wie kann man es kombinieren; wie versorge ich meine Familie und mich mit allen wichtigen Stoffen und wie –verdammt noch mal – bekomme ich den Brokkoli in mein Kind hinein.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten und warum überhaupt ein Foodblog? 
> Ein Vollzeitjob außerhalb meiner Familie kam mit Geburt meines Sohnes für mich nicht mehr in Frage. So verband ich die Liebe zur Fotografie mit der Liebe zum Essen. Ich schreibe zudem auch einfach ganz gerne. Wenn ich früher Kuchen oder Ähnliches mitbrachte, wurde ich tatsächlich oft nach Rezepten gefragt. Nicht selten erstaunte der Umstand, dass das Machwerk vegan sein sollte. Heute kann ich auf den Blog verweisen und vielleicht den einen oder anderen Haushalt bereichern.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Ich bin vegetarisch/vollwertig aufgewachsen und seit 2009 ernähre ich mich vegan. Dieser Umstand zwingt dich schon in gewisser Hinsicht dazu, dich mit deinem Essen auseinander zu setzten. Viele Dinge, die in Nahrungsmitteln enthalten sind, möchte ich meiner Familie und auch mir nicht permanent zuführen. Dann fängt man natürlich an, viele Dinge selbst zu machen, zu backen, zu kochen. 
Mir wurde das Backen und Kochen allerdings durch meine Eltern auch sehr vorgelebt. Mit meinem Vater fachsimpel ich nächtelang über Mehlsorten, Gärzeiten, Anstellgut und weiteres Bäckerlatein.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Direkt aus der Küche

• Gibt es Lebensmittel mit denen man dich jagen kann?
> Ich finde ich es ganz furchtbar wenn Sojamilch in meinem Kaffee gerinnt oder flockt.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Kichererbsen, ich würde es fast schon als Obsession bezeichnen.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Schwierig, ich würde gerne etwas mehr reisen, um da eine Aussage treffen zu können.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ja. Mir fällt es manchmal schwer, Dinge anzugehen. Ein Rezept kann mir schon mal 1-2 Monate im Kopf rumgehen bevor ich es wirklich in die Tat umsetzte. Das nervt mich manchmal.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Meine Motivation. Ich bringe nichts Schönes zustande, wenn ich keine Lust darauf habe. Dann flockt die Sahne, der Messbecher kippt um und der Kuchen verkokelt direkt vor meiner Nase.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Tatsächlich ist es mein Kind. Ich bekomme oft Kombinationen von ihm vorgeschlagen, die ich dann versuche in ein praktikables Rezept umzuwandeln. Oder aber ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, mein Kind dazu zu bringen Blumenkohl zu essen. Dann muss ich mir überlegen wie ich Blumenkohl so ‚verpacke’, dass das Vorhaben auch gelingt.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Pikobello, ehrlich!

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht werden?
> Wenn ich ehrlich bin, hänge ich emotional nicht wirklich an einem bestimmten Küchenequipment. Natürlich wäre es sehr ärgerlich wenn etwas kaputt gehen würde, aber eher aus praktischen denn aus emotionalen Gründen.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Es geht natürlich auch einiges schief; das gehört aber, denke ich, dazu. Einige leckere Gerichte schaffen es auch nicht auf den Blog, weil sie einfach nicht ansehnlich sind. Ich bin der Meinung, ein Gericht kann noch so wohlschmeckend sein, wenn es nicht einigermaßen gut aussieht, wird auch niemand es nachkochen bzw. nachbacken wollen. Das wäre dann für mich vergebene Liebesmühe.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Ich denke, wenn der Koch keine Freude beim Werkeln hat, wird auch die Verkostung am Ende kein besonderer Spaß werden. Ich persönlich habe sehr viel mehr Freude daran in der Küche rumzupuzzeln, als bei der Kuchenschlacht am Ende.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ist das so? Ich habe eher das Gefühl, dass das Interesse an guter und gesunder Kost eher wächst. Ich denke der Schlüssel ist wie immer das Bewusstsein für eine Sache. Was ist das eigentlich, was ich hier esse? Wie fühle ich mich während ich es esse? Wie fühle ich mich nach der Mahlzeit? Ist das Essen nur Mittel zum Zweck oder bin ich mir bewusst, dass das, was ich esse ein Teil von mir wird?!

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Bei mir gibt es privat und privatprivat. Ich erzähle schon einiges aus meinem Alltag, wie wir hier leben, was ich mir für Gedanken mache etc.. Wenn man meinen Blog liest kann man sich, glaube ich, schon ein ganz gutes Bild von mir machen. Ich lege allerdings nicht mein Tagebuch zur Korrektur vor. Das würde mir denn doch etwas zu weit gehen.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Wenn ich mit meinem Sohn zugange bin, ist das Smartphone nicht im Einsatz. Privat kann man mich zwar erreichen, Geschäftliches muss aber bis zum Abend oder dem nächsten Vormittag warten, genau so wie Instagram und Facebook. Der Laptop ist aus sobald ich mittags mein Kind vom Kindergarten abhole.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Es ist natürlich toll zu sehen, dass viele Leute auf meinem Blog unterwegs sind. Noch schöner ist es aber Feedback zu bekommen. Manchmal erreichen mich Nachrichten in denen einfach nur steht wie toll betreffende Person meine Rezepte und die Geschichten drum herum findet. Ich mag es eine Bereicherung zu sein.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Für die Welt.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Ich schätze alle, die sich die Mühe machen – oft unendgeldlich – ihr Wissen und ihre Ideen mit anderen Menschen zu teilen. Es ist enorm zeitaufwendig einen schönen und anspruchsvollen Blog zu betreiben.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Ich höre eher Hörbücher.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Da habe ich mir noch gar keine Gedanken drüber gemacht. Ich habe auch eher keine Idole. Ich würde allerdings gerne regelmäßig mit anderen Menschen zusammen kochen.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Da habe ich kein bestimmtes. Ich bekam allerdings eine ganze Batterie an älteren, meist Vollwertbackbüchern von meinen Eltern. Da schmökere ich gerne drin herum. Mir gefällt die Einfachheit der Zutatenlisten und die Ursprünglichkeit vieler darin enthaltener Rezepte.

• Wie groß ist deine Küche?
> Nicht sehr, aber ausreichend groß. Größer wäre auch schön, dann würde ich beim Werkeln etwas mehr Bewegung bekommen.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Für mich muss sie Wissen vermitteln und gleichzeitig unterhaltsam sein. Eine Spur Intellekt macht sich auch immer gut.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Nix.
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs: 
1. Ich würde vielleicht versuchen Instagram mitzunehmen, manche Mädels dort haben zwar keinen eigenen Blog, inspirieren mich mit ihren Essenposts und ihren Ideen zu meinen Rezepte oft sehr.

> Kochbuch: 
1. Brotbackbuch
2. Feine Würzküche
3. Vollwertbackbuch

> Musikalbum:
1. Ziemlich viele Hörbücher

> Koch-Backutensilie:
1. Meine Brotbackformen
2. Mein Backthermometer
3. Meinen Messbecher
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• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Night Owl

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Beides irgendwie

• Kaffee oder Tee?
> Kommt auf die Tageszeit und den Tee an
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• Lieblings...:
> ...messer: Ein sehr scharfer. Ich besitze übrigens keines
> ...gewürz: Kurkuma, Kardamom
> ...koch: Bäcker: Papa
> ...kochzeit/tag: Tage mit einem ausreichend großem Zeitfenster
> ...rezept: Auberginen-Curry, Irgendwas mit Kichererbsen und/oder Süßkartoffel
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Vielen Dank, liebe Anna, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten! 
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Hast du auch einen Blog? Möchtest Du, dass wir dich und deinen Blog vorstellen? Dann schick uns eine E-Mail an: redaktion@germanfoodblogs.de ________________________________________

Fotos © Anna http://veganmom.de