Antonella aus Potsdam / "Zimtvanillig"


Heute: Antonella aus Potsdam
Blog: https://zimtvanillig.wordpress.com

• Name deines Foodblogs
> Zimtvanillig.

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Antonella, 42, aus Potsdam. Ich bin Akademikerin und beschäftige mich mit Literatur und Sprachen, bin aber in meiner (leider geringen) freien Zeit Hobby-Bäckerin bzw. Konditorin. Zu meinen Leidenschaften gehören auch das Malen, Reisen und... ja, wie sonst: Lesen!

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Bei mir findet man (und wird demnächst noch mehr finden, da der Blog erst in Juni gestartet wurde) eine besondere Vielfalt internationaler Rezepte. Als gebürtige Italienerin habe ich schon an vielen Orten in Europa und USA gelebt und gearbeitet, was mich dazu geführt hat, die jeweiligen Spezialitäten zu entdecken und darüber zu "forschen" (etwas, das mir vielleicht aus meinem Alltagsleben kommt?). denn ich lege sehr viel Wert auf Authentizität. Der Fan der italienischen Küche bzw. von altüberlieferten Familien- und Traditionsrezepte, vor allem aus Sizilien, kann sich auf Interessantes freuen: Stay tuned...

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Meinen ersten Blog (tonispastries.blogspot.de) habe ich 2009 in italienischer Sprache gestartet, damit auch meiner Familie mich lesen könnte. Zunächst ging es mir darum, mein eigenes, in einem Haufen von Notizen, Heften und Zetteln zerstreutes Rezepten-Archiv in Ordnung zu halten, und zwar auf eine Art und Weise, dass alles jederzeit parat und schnell abrufbar blieb. Dazu kommt, dass mir das Schreiben und Erzählen riesigen Spaß macht. Ich bin kontaktfreudig und habe mich immer gefreut, Rezepte mit anderen teilen zu können: Warum also nicht ein Blog?

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Eigentlich habe ich als kleines Mädchen angefangen – mit vielen ganz sonderbaren Kreationen (besser bekannt als "Die Schweinereien", als mein Opa zu sagen pflegte) aus Mehl, Kaffee, Seife bzw. Geschirrspülmittel und anderen ziemlich ungewöhnlichen Zutaten. Der Spaß bestand im Rühren, Kneten und Vermischen, das Kosten habe ich zum Glück niemanden zugemutet.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Von meinem Schreibtisch zu Hause...

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Parmesan-Käse. Nicht zu glauben angesichts des Reisepasses, aber. Dazu alle Fertigmischungen und künstlich hergestellte Produkte.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Jawohl: Vanille. Und Reis.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Griechenland – für mich eine Art Seelen-Heimat. Und Japan (das muss ich eines Tages...).

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ja... ich bin aufbrausend!

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Ruhe...

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Was ich backen will, entscheiden Saison und Moment, Reisen, Gespräche, Lektüren... Manchmal lasse ich mich auch durch die Kreationen und Veröffentlichungen von Star-Köchen inspirieren. Es kann auch um Neugier gehen, um reine Lust, auf die Spur von einer in Urlaub probierten Leckerei zu gehen. Ich habe sehr viel Spaß am Recherchieren über Ursprung und Varianten der Gerichte, wobei auch Internet durch Foren, Blogs und Erfahrungsaustausch eine zentrale Rolle spielt. Und ja, wenn es um italienische Süßigkeiten geht... da zieht man die ganze Familie zu Rate!

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> So etwas wie ein Schlachtfeld.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein Messlöffel-Set aus den USA!

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Immer perfekt? Absolut nicht. Es passiert auch mal... nee, oft genug, und das bringt mich wirklich auf die Palme, ich bin wie ein Kleinkind enttäuscht und kann über die vermutlichen Fehler ewig grübeln!

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste? 
> Na ja, idealerweise sollen beide Aspekte übereinstimmen... aber der Endeffekt ist eine Priorität!

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Gutes ist manchmal auch Teuer. Dies kann für viele ein Problem darstellen. Unser Essverhalten ist inzwischen auch so stark von Werbung und Industrie geprägt in eine gewisse Richtung gelenkt, so dass gesunde, liebevoll zubereiteten Speisen als kompliziert, zeitaufwendig oder sogar geschmacklos wahrgenommen werden. Man sollte Alternative zeigen, ein kritisches Bewusstsein fördern sowie die Freude an Vielfalt wieder entdecken lassen.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Ein Blog ist im Grunde öffentlicher Bereich. Von meinen Alltagsleben verrate ich nur das Wenige, was mit meinen Themen und meiner Küche zu tun hat. So, ganz vernünftig...Was wirklich der Privatsphäre gehört, würde auch den Leser nicht interessieren.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Ganz in Gegensatz... erstmals bin ich meistens mit meiner Arbeit beschäftigt und somit in einem ganz anderen Bereich, ansonsten bin ich ganz häufig offline, denn das reale Leben ist für mich wichtiger.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Selbstverständlich freue ich mich auf jeden Klick und freue mich, wenn viele meine Posts lesen. Das Hauptziel ist aber nicht, die Millionen zu erreichen. Zum Beispiel halte ich nicht für besonders wichtig, für jeden Keks ein Hollywood-Set zu montieren, um das Verführungspotenzial meiner Fotos zu erhöhen. Dafür hätte ich leider auch nicht die Zeit! Ein Hobby muss ein Hobby sein. Ich würde auch bei einer geringen Anzahl treuer Leser meine Blogs weiterführen.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Für mich und alle Interessierte! Hauptsache: wir haben Spaß!

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Lutz von Ploetzblog; Der brotdoc; Marina von Zitronen und Olivenöl; Miriam Garcia von El Invitado de Invierno; Marie-Claire Frédéric von Du miel et du sel, Mercotte (La cuisine de Mercotte) und Bernard (La cuisine de Bernard).

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Radio Berlin-Brandenburg!

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Mit Richard Bertinet.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Genau: Die Bücher von Richard Bertinet. Und die amerikanischen Kochbücher der Williams-Sonoma.

• Wie groß ist deine Küche?
> Leider klitzeklein...

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Ironie, interessante Details, Genauigkeit bei der Beschreibung der Rezepte...

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Ich würde eine Ausbildung als Konditorin machen! 
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs: 
1. Flourish (von der amerikanischen Mehlfirma King Arthur Flour)
2. La cuisine de Bernard
3. Ploetzblog

> Kochbuch: 
1. Essentials of Baking (Williams-Sonoma)
2. Brot fuer Geniesser (R. Bertinet)
3. La pâtisserie des rêves (Ph. Conticini)

> Musikalbum:
1. Manu Chao, La radiolina
2. George Dalaras, Sta Tragoudia pou sou grapho
3. Jean-Jacques Goldman, Chansons pour les pieds

> Kochutensilie:
1. Meine vertraute Kenwood-Knetmaschine
2. Mein Messlöffel-Set
3. Meine Backformen
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• Salz oder Pfeffer?
> Salz.

• Bier oder Wein?
> Wein.

• Süß oder Herzhaft?
> Süß.

• Hauptgang oder Dessert?
> Beide wäre besser, aber – Dessert.

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?

> Early bird.

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Half and half.

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee.
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• Lieblings...:
> ...messer: kein
> ...gewürz:Vanille
> ...koch: Philippe Conticini
> ...kochzeit/tag: Nachmittag
> ...rezept: Panettone
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Vielen Dank, liebe Antonella, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten! 
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Fotos © Antonella https://zimtvanillig.wordpress.com