Ben aus Berlin / "Eatery Berlin"


Heute: Ben aus Berlin
Blog: http://eateryberlin.com

• Name deines Foodblogs
> Eatery Berlin

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Ben, ein 36 jähriger Wahlberliner. Ich bin gelernter Konditormeister und seit 20 Jahren in der Gastronomie tätig. Meine Hobbys sind natürlich der Blog, Fotografie (auch gerne analog) und Sport in nicht zu großer Dosis.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Er ist edgy, pur und konzentriert auf das Wesentliche: Gutes Essen. Immer abwechselnd in Schwarz & Weiss. Ich halte mich nicht mehr mit Hintergrunddekor auf sondern konzentriere mich ausschließlich auf Das auf dem Teller, in der Schüssel oder im Glas.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Zu viele Bilder auf dem Laptop und dem Telefon die dort einsam ihren Platz hatten. Ich wollte das gerne ändern und meine Bilder und Rezepte teilen. Sicher gehört auch ein klein wenig Narzissmus dazu, denn es ist immer schön wenn die Posts auf gutes Feedback stoßen. Desweiteren finde ich es wichtig aufzuzeigen, dass gute Küche nicht kompliziert sein muß, auch wenn der Alltag nicht immer zum kochen animiert. Schöne Kombinationen, Altes und Neues zeige ich genauso wie einfach nur schöne Fotos .

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Man könnte meinen, es liegt in der Familie. Mein Urgroßvater hatte eine Bäckerei. Dem ist aber leider nicht so. Alles hat sich einfach so durch Unwissenheit ergeben, so bin ich durch ein Praktikum dazu gekommen eine Lehre zum Konditor anzufangen.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Ich kreiere meine Dishes überall, koche nur in meiner Küche und blogge dann von der Couch.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Nein die gibt es nicht, ich möchte ja auch dazu anregen Dinge auszuprobieren. Ein Role Model sein ist da wichtig.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Die gibt es zeitweise bestimmt, allerdings ändert sich das immer von Zeit zu Zeit. Zum Beispiel nach dem Winter, wenn die ersten grünen Sachen kommen und das Angebot im Gemüseregal größer wird, dann kann ich gar nicht soviel kochen wie ich eigentlich möchte.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Jedes Land, denn verbunden mit dem Loslassen vom Alltag, der Entfernung von Zuhause wird jede Speise besonders. Man muss es nur zulassen. Das funktioniert im Spreewald genauso gut wie in Istanbul oder anderswo.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> In der Küche bin ich ein Pedant und möchte auch, dass alles so gemacht wird wie ich das will. Aber man sagt ja eh zuviele Köche verderben den Brei, oder?

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf gute Messer. Sonst bin ich ganz schnell raus aus der Küche.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Keine Spezielle, es sind Erinnerungen an Kollegen und verschiedene Küchen, es sind die Kinder oder der Wochenmarkt, aber auch Medien und Restaurantbesuche. Inspiration findet man auch, wenn einfach mal Ruhe ist. So kommen mir auch viele Ideen vor dem einschlafen in den Kopf.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Top sieht es aus. Ich hasse Unordnung in der Küche. Das habe ich über die Jahre eingetrichtert bekommen und bin darüber sehr froh.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein Santoku Messer wahrscheinlich.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Wenn etwas schief geht, dann immer so, dass es keiner merkt. Durch die Jahre in der Küche passiert das zum Glück nicht zu oft. Aber das Auge isst immer mit, auch Zuhause.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste? 
> Ich bin eigentlich erst nach zwei Dingen happy: 
1. die Bilder sehen gut aus, der richtige Blickwinkel auf den Dish ist essentiell
2. Ich probiere alle Komponenten getrennt und zusammen und es schmeckt so, wie ich es mir vorgestellt habe. 
Am besten ist es aber, dass ich dann mit dem Kopf auch nur beim Kochen bin und das entspannt

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Bei mir ist es gerade umgedreht und die Masse an Kochblogs, TV Shows und büchern zeigen eigentlich auch etwas anderes. Der Punkt ist nur das die Menschen den Bezug zur Realität verlieren und die Natur bzw. das was sie uns gibt nicht mit Respekt behandeln. Massentierhaltung, Express Züchtung, Überfischung oder kaputte Böden sind nur einige Dinge die zu Überkonsum bzw. Preisverfall führen. Faire Produkte kosten Geld und man braucht nicht jeden Tag Fleisch. Wenn man ein wenig in diese Richtung denkt kann jeder für sich etwas tun.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Ich denke ein bisschen Privates gehört dazu. Der Leser will doch wissen mit wem er es zutun hat. Nur so kann man auch etwas Bindung aufbauen. Es gibt jedoch Grenzen und die werden nicht überschritten.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Ich bin schon happy und bestrebt die Leserzahl ansteigen zu lassen, allerdings zähle ich noch zu den ganz kleinen. Ich bin von meinem Blog überzeugt und das überzeugt auch andere auf lange Sicht. Ganz ehrlich, jedem sind Leser wichtig und mir auch.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Für die Welt, denn dadurch blogge ich auch für mich.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Keine Namen...ich schätze Kollegen die mich motivieren und kritisieren, nur so kann man wachsen und das auch miteinander. Letztendlich geht es immer um erbrachte Leistung und Respekt für den anderen.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Ich höre immer Radio Eins beim kochen.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Ich glaube ich würde gerne mit einer alten Frau kochen, sei es in den Bergen auf einer Alm oder in der Toskana. Einfach eine Woche nur neben ihr stehen und von alten Familienrezepten und Traditionen lernen.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Meins. Bowl Stories

• Wie groß ist deine Küche?
> Sehr klein, ca. 10qm.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Eine schöne Geschichte, allerdings nicht zu lang. Vlt. Auch nur schöne Bilder und am besten beides.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Nichts, alle Fehler die ich gemacht habe sind genauso mein Leben wie die schönen Dinge. Man muss nur immer seine Ziele verfolgen. Mein Blog ist ja nun noch recht jungfreudig und von daher bin ich noch sehr happy mit allem.
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs: 
1. Berliner Speisemeisterei
2. Vegold
3. Foodstories

> Kochbuch: 
1. Bowl Stories
2. LAROUSSE Brot
3. KrautKopf

> Musikalbum:
1. Make Yourself - Incubus
2. III - Moderat
3. Your New Favorite Band – The Hives

> Kochutensilie:
1. Santoku Messer
2. Vitamix
3. gusseiserne Pfanne
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• Salz oder Pfeffer?
> Salz, Pfeffer und Zucker!!!

• Bier oder Wein?
> im Sommer Bier im Winter Wein

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft mit süßen Nuancen

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Night Owl

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnungsfanatiker

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee
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• Lieblings...:
> ...messer: Wie erwähnt: Santoku Messer
> ...gewürz: Maldon Salz
> ...koch: Keiner
> ...kochzeit/tag: 17:00
> ...rezept: derzeit Ceviche
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Vielen Dank, lieber Ben, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten!
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Fotos © Ben http://eateryberlin.com