Frederik aus Dortmund / "Einfach NachschlagEn"


Heute: Frederik aus Dortmund
Blog: Einfach NachschlagEn
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• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Frederik, 25, wohnhaft in Dortmund und studiere an der TU Dortmund Raumplanung im Master. Meine weiteren Leidenschaften sind Fussball (aktiv und der BVB), Jogging, Reisen, Politik & Gesellschaft, Personal Development.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Da hat wohl jeder seinen eigenen Stil und gewisse Präferenzen. Mir geht es darum zu zeigen, wie man aus einfachen, klassischen Gerichten oder teils auch nur Zutaten mit ein paar Kniffen (gute Gewürze, frische Kräuter) etwas Einzigartiges zaubern kann. Hierbei soll für jeden etwas dabei sein – vom 10 Minuten Gericht mit wenigen Zutaten bis hin zu aufwändigeren Gerichten, die man sich am Wochenende oder zu besonderen Anlässen mal gönnen kann. Hauptsache man ist bereit neues auszuprobieren und ist offen für spannende Kombinationen.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Ich habe seit meinem Studium viel Zeit zum Kochen aufgewendet und dementsprechend auch viel ausprobiert. Irgendwann kam dann der Punkt „das könnte ich eigentlich auch auf ein nächstes Level bringen“. Die Idee kam auf einer Korea Reise von einer Freundin, das weiß ich noch ziemlich genau, und ich habe es dann irgendwann umgesetzt.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Mein Kochinteresse wurde hauptsächlich durch das Aufkommen diverser Kochshows im Fernsehen geweckt. Los ging es mit Jamie Oliver, dessen Serie ich mir am Wochenende in der Kindheit stundenlang angeschaut habe. Das hat einfach Spaß gemacht anzuschauen, wie er in seiner Leidenschaft für gutes Essen, verschiedene Zutaten in Fachgeschäften quer durch London zusammengekauft hat, frische und beeindruckende Gerichte kredenzt hat und zu guter Letzt seine Freunde eingeladen hat. Dann kam irgendwann hierzulande Tim Mälzer, der das deutsche Kochfernsehen wohlmöglich revolutionierte - endlich Kochen in Echtzeit, mit einfachen Zutaten und für Jedermann machbar… Schließlich besaß ich mein erstes Kochbuch, von eben jenem Tim Mälzer. Nach und nach probierte ich immer mehr aus Zuhause, auch wenn mal etwas schief ging oder es mal wieder Ärger gab aufgrund des hinterlassenen Chaos in der heimischen Küche.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Meine Rezepte verfasse ich in Ruhe am Schreibtisch. Social Media Content aber auch sehr gerne unterwegs via Smartphone.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Mittlerweile wirklich erstaunlich wenig, da ich fast alles (noch einmal) ausprobiert habe und richtig zubereitet für lecker befunden habe. Rein von der Konsistenz her stehe ich allerdings nicht auf Muscheln, Austern, Leber und Ähnliches. In Punkto Obst kann ich Datteln überhaupt nix abgewinnen.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Mittlerweile vermutlich die Süßkartoffel als Beilage in diverser Variation (Püree, gebraten oder aus dem Ofen) oder sogar als süße Pie. Weitere Lieblings-Allzwecklebensmittel: Saure Sahne, Frischkäse, Quark, Buttermilch, Äpfel, Birnen, Avocados, Beeren, Paprika, Paprika-Ajvar, Bienenhonig, Mehl, Eier.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Ich glaube, wenn man viele verschiedene Geschmäcker ausprobieren will, gibt es kaum etwas Besseres als die großen Städte der USA. Natürlich sollte man sich vorher ein wenig schlau machen. Das Extremum zwischen nicht erwähnenswerten Junk Food an jeder Straßenecke und wirklich guten Lokalen (fast) aller Nationalitäten ist sehr stark ausgeprägt. Ansonsten denke ich, wenn man auf Street Food steht ist man mit asiatischen und lateinamerikanischen Ländern auch sehr gut beraten.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Beim Backen definitiv die Ungeduld den heißen Kuchen direkt anschneiden zu wollen - mittlerweile habe ich mir das halbwegs abgewöhnt; wenn ich etwas Neues koche bin ich absolut nicht empfänglich für andere Dinge und konzentriere mich voll auf das Gericht, vielleicht denke ich manchmal zu perfektionistisch.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Küchenmesser, Stabmixer, Schneebesen.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Da gibt es Verschiedenes. Zunächst mal bin ich großer Fan (fast) sämtlicher TV Kochsendungen (v.a. Grill den Henssler, Henssler – Der Restauranttester, Einfach & Köstlich), wo man sich stets einiges abgucken kann und gute Anregungen holt. Daneben habe ich eine große Kochbuchsammlung, die ich regelmäßig durchblättere, um verschiedene Rezepte zu kombinieren bzw. in eine andere Richtung abzuwandeln. Außerdem natürlich einschlägige Social Media Kanäle und dort meine Lieblings-Food Blogs.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Schon ziemlich chaotisch, das muss ich zugeben. Mittlerweile habe ich mir allerdings angewöhnt, während der Koch- oder Backzeit schon mit dem Spülen und Aufräumen anzufangen.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Ich habe eine schöne Auflaufform aus Keramik, die noch etwas halten dürfte. Ansonsten betrachte ich fast alles als Verschleißteile, bleibt nicht aus wenn man in der Küche recht aktiv ist.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Man verbessert sich da ziemlich schnell, was das Anrichten angeht sobald man ein paar Grundregeln beherzigt. Allerdings sieht nicht alles auf Anhieb so aus, wie man es sich vorstellt. Mitunter tüftele ich schon einmal 30 Minuten oder scrolle noch einmal kurz passende Hashtags bei Instagram durch.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Sagen wir es mal so, für mich gehört das Verkosten mit zum Weg, denn jener Geschmack in dem Moment ist natürlich wiederum Quelle und Motivation für Abwandlungen des Rezepts oder völlig andere Ideen. Der Weg ist in dem Sinne nie vorbei, was unheimlich spannend ist.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Leider wissen viele Menschen gutes Essen nicht mehr zu schätzen, da sie es mitunter immer weniger kennen und vorgelebt bekommen, im Vergleich zu früheren Jahrzehnten. Ich will das To-Go-Essen nicht verteufeln, aber leider führt es dazu dass sich Menschen zunehmend unbewusster ernähren. Essen wird im schlimmsten Fall gar nicht mehr bewusst wahrgenommen, sondern als bloße Nahrungsaufnahme gesehen, die ja nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen dürfen. Andererseits gibt es auch diverse Gegentrends (vor allem zahlreiche Blogs und Zeitschriften die informieren und begeistern, mehr und mehr gesunde Alternativen in Kantinen und Restaurants), die hoffen lassen das sich die Ernährung wieder in positive Weise wandelt ohne irgendwelche Pseudo-hilfreichen Zucker Steuern einführen „zu müssen“. Um es kurz zu fassen finde ich, jeder sollte sich die Zeit nehmen sich bewusst, ausgewogen und vollwertig zu ernähren. Kochen kann jeder, man lernt Essen wieder schätzen und der eigene Körper ist um ein Vielfaches leistungsfähiger.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Ab und an versuche ich schon persönliche Anekdoten reinzubringen, wie ich auf bestimmte Rezepte gekommen bin und so weiter. Das ist sicherlich noch ein Bereich den ich in Zukunft weiter ausbauen werde, derzeit stehen die Gerichte im Vordergrund (was auch weiterhin prioritär ist), doch überlege ich bei den nächsten Auslandsaufenthalten auch etwas mehr „klassisch zu bloggen“ in Textform.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Ich habe es mir seit geraumer Zeit abgewöhnt 24/7 online erreichbar zu sein. Alles schön gut und gut, aber meiner Meinung nach führt es eher dazu, dass persönliche Beziehungen durch ständige online Kommunikationen immer oberflächlicher werden. Außerdem fehlt einem schlicht und einfach die Zeit sich auf andere Leidenschaften im Leben zu konzentrieren. Vermutlich ist dies auch mit ein Hauptgrund, dass viele Menschen „keine Zeit“ zum Kochen haben. In Bezug auf meinen Blog und meine Koch-Leidenschaft heißt das - wenn ich einkaufe, dann kaufe ich bewusst gute Lebensmittel ein, wenn ich koche dann lege ich den Fokus darauf ein tolles Gericht zu kreieren und so weiter. Für Nachrichten, Mails, Social Media nehme ich mir im Gegenzug lieber morgens oder abends die Zeit und beantworte alles sorgfältig und gehaltvoller, als würde ich es irgendwo zwischen Tür und Angel in flüchtigen Nachrichten machen.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Natürlich habe ich den Ehrgeiz möglichst viele Menschen zu begeistern – jeder strebt in irgendeiner Form nach Bestätigung seines Schaffens – so ehrlich muss man sein. Ich setze mir aber keine konkreten quantitativen Ziele, dass ich an Tag x irgendeine Marke geknackt haben möchte.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Bezugnehmend auf die letzte Frage „für die Welt“. Wobei ich ja auch bereits sagte, dass ich den Weg schon als absolut erfüllend sehe. Ich wäre schön blöd, so viel Zeit zu investieren, wenn es mir selbst keine Freude bereiten würde.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Ich finde den Blog und YouTube Channel von Felicitas Then (Gewinnerin von The Taste 2013) echt super interessant, indem sie einen immer wieder auf tolle Ideen bringt klassische Gerichte in eine richtig innovative Richtung bringen.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Beim Kochen höre ich eigentlich relativ selten Musik, außer ich habe extrem viel „Schnibbel-Arbeit“ vor mir. Darum beziehe ich es mal direkt auf das gesamte Leben und da muss ich sagen moderner Schlager ist schon meine Nummer 1; macht einfach gute Laune, da stehe ich zu und lass ich mir auch von niemanden reinquatschen. Ich sehe das generell ziemlich liberal, Musik ist Kunst und die kann - aber muss nun wirklich nicht immer tiefschürfend, sozialkritisch oder fremdsprachig sein. Wobei ich andererseits auch ziemlich offen bin für aktuelle Charts und Partyhits, die mehr in Richtung House und Elektro gehen.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Steffen Henssler.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Tim Mälzer – Born To Cook (mein allererstes Kochbuch).

• Wie groß ist deine Küche?
> Derzeit eindeutig zu klein – aber ich arbeite dran.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Sie muss authentisch sein und bestenfalls so toll deskriptiv geschrieben sein, dass man direkt Hunger bekommt.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Puhh, das ist immer so eine arg utopische Frage. Es wäre natürlich cool gewesen, wenn ich noch früher angefangen hätte zu bloggen (direkt zum Studiums-Start). Aber, da schaue ich lieber in die Zukunft und arbeite vor allem im Hier und Jetzt daran den Blog mit weiteren bereichernden Inhalten zu füllen.


• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. PIMP YOUR Food - Felicitas Then http://felicitasthen.de/
2. Dearlicious - http://www.dearlicious.blogspot.de/
3. Cookingcatrin - http://cookingcatrin.at/

> Kochbuch:
1. Tim Mälzer - Born to Cook
2. Steffen Henssler - Schnell, schneller, Henssler
3. Steffen Henssler - Hauptsache Lecker

> Musikalbum:
1. Helene Fischer - Farbenspiel
2. Helene Fischer – Best of
3. Wolfang Petry – 40 Jahre – 40 Hits

> Kochutensilie:
1. Gutes Küchenmesser
2. Bratpfanne
3. Großer Kochtopf


• Salz oder Pfeffer?
> Pfeffer

• Bier oder Wein?
> Bier

• Süß oder Herzhaft?
> Süß

• Hauptgang oder Dessert?
> Dessert

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Eher „Night Owl“

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnungsfanatiker

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee


• Lieblings...:
> ...messer: WMF Kochmesser
> ...gewürz: Tonkabohne, Kreuzkümmel, frische Vanille
> ...koch: Steffen Henssler
> ...kochzeit/tag: Abends/Wochentags
> ...rezept: Darauf kann ich mich gar nicht mehr final festlegen. Einige (von Mehlspeisen hin zum Wildgulasch).


Fotos © Frederik http://www.einfach-nachschlagen.de/