Tobias aus Augsburg / "Herddilettanten"


Heute. Tobias aus Augsburg
Blog: https://www.herddilettanten.de/

• Name deines Foodblogs
> Herddilettanten – Der Foodblog für New School Feinschmecker

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Tobias Zwick, 28 und komme aus der wunderschönen Fuggerstadt Augsburg. 
Ich arbeite als Berater für IT in München. Mit Branchenfokus auf die öffentliche Verwaltung unterstütze ich dabei Ministerien und Behörden bei der Durchführung von IT-Projekten. In meiner Hobby liebe ich es für und mit Freunden zu kochen.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Ich stelle immer wieder fest, für meine Rezepte bedarf es einem gewissen Grad an handwerklichem Geschick. Das liegt an der Art und Weise, wie ich koche. Durch die einfache und nachvollziehbare Beschreibung nehme ich auch Küchenlaien die Angst, sich auch mal an komplexere Gerichte zu probieren.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Einerseits drängt meine Freundin Julia schon seit einigen Jahren, ich solle doch endlich meine Rezepte niederschreiben. Andererseits fülle ich unsere Wohnung regelmäßig mit hungrigen Mäulern und lade zum gemeinsamen Essen. Da auch immer wieder nach dem ein oder anderen Rezept gefragt besteht auch hier der Bedarf, Zutaten und Zubereitung festzuhalten. Da ein Foodblog sowohl das Festhalten von Rezepten, als auch ein Zugang zu einem breiten Publikum gewährleistet, habe ich mich dazu entschlossen Herddilettanten ins Leben zu rufen.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Die Affinität habe ich schon von Kindesbeinen an. Ich bin Autodidakt und habe schon immer zugesehen, wie man was wie zubereitet. Daher habe ich auch viel Know-how von zu Hause mitgenommen. Maßgeblich beeinflusst hat mich auch die Mutter meiner Freundin, die ein Schulbistro mit Pausenverkauf und Mittagsbetreuung führt und ebenfalls leidenschaftlich gerne kocht. Kochsendungen laufen bei mir raus und runter, und in meiner Freizeit bilde ich mich stets fachlich weiter - Zum Leidwesen meiner Wegbereiter und Freunde, denn mit umso größerem Erfahrungs- und Wissensschatzes treffen häufig Paradigmen aufeinander. Dann kann sich das gemeinsame Kochen schon mal zur 20-minütigen Debatte entwickeln – auch mit renommierten Köchen.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Inhalte entstehen in der ganzen Welt, festgehalten werden die Impressionen, Rezepte und Berichte aber meist von zu Hause aus.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Eigentlich nicht. Da mich so eine „Reserviertheit“ zu sehr kulinarisch einschränken würde gebe ich allem auch immer wieder eine Chance, selbst wenn es gewöhnungsbedürftig ist. Vielleicht verpasst man ja etwas.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Ich habe so ziemlich in jeder Lebensmittelgruppe ein paar geliebte Vertreter. Sei es der Liebstöckel bei den Kräutern, der Kreuzkümmel bei den Gewürzen oder der Sesam unter den Samengewächsen, um nur ein paar Vertreter zu nennen.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Japan – Mich fasziniert der Perfektionsanspruch in der dort vorherrschenden Küchenkultur.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich lege hohen Wert auf strukturiertes Arbeiten. Das fängt beim technikgemäßen und ordentlichen Schneiden von Gemüse an und hört bei der Optimierung von Arbeitsschritten auf.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf mein Küchenmesser und meinen Probierlöffel.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Ich sauge Wissen rund um die Küche und die Zubereitung von Speisen förmlich auf. Ich bediene mich daher jeglicher Quellen – Bücher, TV, Restaurants, Workshops, Kurse oder Austausch mit Hobby- und professionellen Köchen.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Die Küche sieht sauber und aufgeräumt aus - der Boden allerdings zeugt von Arbeit.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Meine Nudelmaschine - Ich perfektioniere meine Pastaskills und da gibt es keinen Ersatz.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Das ist immer Tagesformabhängig aber in der Regel isst das Auge mit. Wenn mit Liebe und Hingabe gekocht kommt man fast immer zu einem zufriedenstellenden Ergebnis.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste? 
> Ich nasche nicht beim Kochen – dazu schätze ich den Belohnungscharakter, wenn der fertige Teller auf dem Tisch steht zu sehr.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ein ganzjähriges und unüberblickbar-großes Lebensmittelsortiment einerseits und der Anspruch auf günstige Preise andererseits lassen oftmals nur durch Qualitätsabstriche erreichen. Der Kunde bekommt, was er will. Dabei bleiben neben Qualität und Nachhaltigkeit auch die Produzenten auf der strecke. Meine Empfehlung: Bewusster und saisonaler Einkaufen.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Da es meine Rezepte sind und ich meist noch ergänze, wie es überhaupt zur Idee des Rezeptes kam ist mein Blog schon sehr privat. Beim Erstellen von Online-Inhalten wäge ich daher stets ab, wie tiefe Einblicke ich letztendlich biete.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Ich bin Digital Native und daher immer online – das entspricht aber wohl auch meiner Generation.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Es ist schön, wenn man andere Menschen inspiriert. Je mehr desto besser. Der Blog dient aber nach wie vor seiner ursprünglichen Idee Rezepte festzuhalten und zugänglich zu machen.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Ich blogge kontextgetrieben. Wenn ich mir etwas auf die Fahne schreibe oder Mehrwert erzeugen möchte dann nimmt es schon mal missionarische bzw. predigende Züge an. Ansonsten eher im ursprünglichen Sinne, dass ich meine Rezepte archiviere.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Ich habe keinen umfassenden Marktüberblick schätze aber u.a. Alexandre Bidault von thefrenchiekitchenclub.com und auch Michi Reich von michisgenussreich.de sehr. Nicht zuletzt, da ich beide persönlich kennen lernen durfte und beide fantastische Teller zaubern.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Beim routinierten „Vor-Sich-Hinkochen“ ist es üblicherweise der Radiosender Bayern1. Wenn es dann mal aufwendiger wird und ein hohes Maß an Konzentration bzw. Koordination gefragt ist muss es schon Heavy Metal sein.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Mit Christian Lohse – und das Beste daran: das Angebot seinerseits steht. Ich durfte ihm im Rahmen des Jahreswettbewerbs der ZDF Küchenschlacht kennen lernen und beim letzten Zusammentreffen kam dann das Angebot „mal zum Kochen vorbezukommen.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Ich koche selten nach Kochbüchern – habe aber dennoch eine tolle, kleine Sammlung mit persönlichen Widmungen der Autoren/Köche die ich nicht hergeben möchte.

• Wie groß ist deine Küche?
> Meine „Zaubershow“ findet auf überschaubaren 6 m² statt.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Ich lese Foodblogs sehr ergebnisorientiert.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Nichts

• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs: 
1. www.herddilettanten.de
2. www.bbqpit.de
3. www.herrgruenkocht.de

> Kochbuch: 
1. Das bayerische Kochbuch
2. Der junge Koch/Die junge Köchin
3. Das Gourmet-Handbuch

> Musikalbum:
1. Wintersun – Time I
2. Boney M. – The Magic of Boney M.
3. Udo Lindenberg – Ich mach mein Ding – Die Show

> Kochutensilie:
1. Messer
2. Schneidebrett
3. Handgeschmiedete Pfanne von Franz Scholl aus der Hammerschmiede Bad Hindelang
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• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Beides – Dafür hänge ich Mittags eher durch

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnungsfanitiker (aber nur auf der Arbeitsplatte)

• Kaffee oder Tee?
> wechselt Monatsweise
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• Lieblings...:
> ...messer: Pro-Balance Kochmesser – mit individuell ausbalancierbarem Griff
> ...gewürz: Kreuzkümmel
> ...koch: Johann Lafer
> ...kochzeit/tag: rund um die Uhr wenn möglich / täglich
> ...rezept: Frischkäse-Walnuss-Ravioli in Salbei-Cherrytomaten-Butter mit gerösteten Pankobröseln
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Vielen Dank, lieber Tobias, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten! ___________________________________

Hast du auch einen Blog? Möchtest Du, dass wir dich und deinen Blog vorstellen? Dann schick uns eine E-Mail an: redaktion@germanfoodblogs.de ___________________________________

Fotos © Tobias https://www.herddilettanten.de/