Jörg aus Bernhardswald / "Zungenzirkus"


Heute: Jörg aus Bernhardswald
Blog: http://www.zungenzirkus.de/

• Name deines Foodblogs
> Zungenzirkus

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich heiße Jörg, bin etwas über 30 Jahre alt, bzw. etwas unter 40 Jahre jung, naja irgendwas dazwischen eben. Ich wohne in Bernhardswald, das liegt in der Oberpfalz und ist Teil des Vorderen Bayerischen Waldes. Wenn ich nicht gerade blogge, spiele ich vermutlich Tennis. Der weiße Sport ist mein zweitliebstes Hobby. Außerdem interessiere ich mich sehr für den Anbau alter und neuer Obstsorten und bin gerne im eigenen Garten.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Ich denke, im Gegensatz zu vielen anderen Blogs, konzentriert sich meiner stark auf das Wesentliche. Ich reduziere den Inhalt meiner Beiträge auf das Nötigste, überlade sie nicht mit einer Unzahl von Fotos und halte mich auch mit privaten Geschichten zurück. Beim Zungenzirkus steht das gute Rezept im Fokus. Wenn möglich, mit 1-2 ansprechenden Fotos.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Dafür gibt es einen ganz pragmatischen Grund. Seit einigen Jahren betreiben meine bessere Hälfte und ich ein Seminarhaus im Kleinstformat, was mir die Möglichkeit gibt, diverse Veranstaltungen zu bekochen oder unsere Gäste mit Kuchen zu verwöhnen. Nicht selten wird man da von Kursteilnehmern nach Rezepten gefragt, was mich auf die Idee brachte, meine Kreationen im Internet zu veröffentlichen. Vor knapp einem Jahr war der Zungenzirkus geboren.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Ein einschlägiges Erlebnis gibt es dafür nicht. Kochen und Backen ziehen sich schon immer durch mein Leben. Es bedeutet für mich, den Alltag hinter mir zu lassen.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Der einzige fixe Ort ist die Küche, in der ich logischerweise alles zubereite. Mit Fotos und Schreibkram blogge ich mich aber durchs ganze Haus.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Es gibt nur wenig, das ich gar nicht mag. Ich esse zwar kein Fleisch, aber selbst das würde mir eigentlich schmecken. Darauf verzichte ich nur aus ethischen Gründen.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Es gibt eine bekannte Schoko-Haselnuss-Creme der ich verfallen bin. Sie schmiere ich einfach überall drauf. Selbst ein Stück Schokotorte ist vor ihr nicht sicher. Gerade wegen des Palmöl-Problems bin ich darauf nicht stolz, aber jeder hat wohl sein Laster.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Ich denke, da halte ich es wie viele andere Menschen auch. Italien ist für mich kulinarisch immer eine Reise wert. Dort wird das Essen und dessen Zubereitung zelebriert und das schmeckt man auch. Gerade als „Nichtfleischesser“ wird man dort immer fündig. Erspäht man wirklich einmal nichts passendes auf der Speisekarte, kann man immer noch auf Pizza zurückgreifen, die gut gemacht, ebenfalls ein Highlight ist.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Eine? Da gibt es wohl mehrere! ;) Am deutlichsten fällt mir in der Küche aber auf, das ich nur schwer Arbeiten an Andere abtreten kann. Selbst die einfachsten Tätigkeiten, die ich dann mal aus der Hand gebe, beobachte ich mit Argusaugen! Ich arbeite aber daran und gelobe Besserung! ;)

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf eine Küchenwaage. Da kommt wieder einmal der Kontroll-Freak durch.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Mit offenen Ohren und wachen Augen findet man immer und überall Inspirationen.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Schlimm, ganz schlimm!

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Eine uralte Rührschüssel meiner Oma. Egal was ich mache, diese Schüssel ist zum Arbeiten immer meine erste Wahl. Steht sie am Anfang eines Experiments nicht parat, kann ich nicht starten.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Wenn man so viel Zeit mit Kochen und Backen verbringt, geht natürlich auch mal das eine oder andere schief. Davon darf man sich aber nicht unterkriegen lassen. Bestes Beispiel dafür ist eine Citrustarte, die einfach nicht funktionieren wollte. Nachdem mir der 2. Versuch halbfertig vom Gitter rutschte und am Küchenboden aufschlug, war ich so frustriert, das ich dieses Elend kurzerhand auf meinem Zungenzirkus-facebook-Account veröffentlichte. Die Reaktionen darauf waren so gewaltig, das dieser Beitrag bis heute meiner erfolgreichster ist! Was mir das Schicksal damit sagen will, ist mir schleierhaft. ;) Hier zu sehen: https://www.facebook.com/Zungenzirkus/photos/a.950492228321156.1073741828.941142179256161/1054083254628719/?type=3&permPage=1

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste? 
> Es ist eine Mischung aus beidem. Wenn es um einen Beitrag auf meinem Blog geht, kommt sogar noch ein wichtiger Aspekt hinzu, nämlich das Foto. Kreiere ich ein Rezept, das sich gut zubereiten lässt, lecker schmeckt und auch noch ein schönes Bild hergibt, bin ich glücklich!

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Die Werte sind wohl einfach verschoben! Ein gutes Beispiel dafür ist Öl. Beim Kauf eines Motoröls für das Auto schrecken Leute vor € 25 nicht zurück, da darf es nämlich ruhig das beste sein. Auf der anderen Seite wird zum Zubereiten ihres Essens nur das minderwertigste und günstigste Speiseöl verwendet. Nirgends ist die „Geiz-ist-Geil“-Mentalität auffälliger, als beim Kauf von Lebensmitteln. Es muss ein großes Umdenken stattfinden, nicht nur bei der Qualität!

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Ich habe den Zungenzirkus absichtlich sehr sachlich gehalten. So hatte ich mir meinen Blog vorgestellt und umgesetzt. Private Erlebnisse und Geschichten gehören für mich da nicht hin. Ich möchte nur mit Rezepten überzeugen!

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Neben dem Blog führe ich auch noch ein „normales“ Leben, das für mich offline bleibt. Dazu gehören Job, Beziehung, Freunde und Familie. Hier hat der Zungenzirkus nichts verloren!

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> An dieser Stelle würde ich liebend gerne antworten, das mir die Anzahl egal ist und ich einfach nur aus Lust an der Freude blogge. Das wäre allerdings gelogen. Meine Leser sind mein feedback und deren Anzahl natürlich auch ein Ansporn.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Für die Welt! Für mich selbst brauche ich nicht bloggen, ich kenne meine Rezepte bereits! ;)

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Es gibt so viele gute Blogger, da kann ich mich nicht entscheiden. Allerdings schätze ich Patrick von „Ich machs mir einfach“ sehr! Er hat mir in meiner Anfangszeit geholfen und Auftrieb gegeben.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Etwas bestimmtes höre ich in der Küche nicht, meistens läuft Radio. Gegen ein gutes Hörbuch habe ich allerdings auch nichts.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Persönlich kenne ich leider keinen bekannten Koch. Sympathisch aufgefallen sind mit im TV allerdings des öfteren Léa Linster und Cynthia Barcomi. Sie wirken, als würden sie ihrem Beruf mit Leidenschaft nachgehen, das gefällt mir.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Mein eigenes, falls es jemals dazu kommt.

• Wie groß ist deine Küche?
> Gerade so groß, um Kochabende zu veranstalten. Ich schätze mal ca. 14 qm. Man möchte kaum glauben, wie viele Leute darin Platz finden.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Sie muss kurzweilig und authentisch sein.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Etwas rückwirkend ändern zu wollen, würde bedeuten, das ich etwas bereue. Hier orientiere ich mich an dem Zitat von Tallulah Bankhead: „Das einzige, was ich an meiner Vergangenheit bereue, ist, das sie so lange gedauert hat. Wenn ich mein Leben noch einmal leben müsste würde ich die selben Fehler noch einmal machen,
aber früher.
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• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs: 
1. Ich machs mir einfach
2. bake to the roots
3. Zimtkeks und Apfeltarte

> Kochbuch: 
1. Bayerisches Kochbuch - die uralte, blaue Auflage. (Nostalgie-Gründe) ;)

> Musikalbum: da meist Radio läuft, nenne ich lieber meine Hörbuch-Top3
1. Der Anschlag (Stephen King)
2. Gut gegen Nordwind (Daniel Glattauer)
3. diverse Hörspielkassetten (ich bin ja so nostalgisch)

> Kochutensilie:
1. Küchenwaage (wen wunderts) :)
2. Löffel
3. Schüssel
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• Salz oder Pfeffer?
�> Salz

• Bier oder Wein?
> wenn überhaupt, dann Wein

• Süß oder Herzhaft?
> obwohl mein Blog nahezu komplett süß ist, lautet die Antwort erstaunlicherweise herzhaft.

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Early Bird

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> In der Küche Ordnungsfanatiker, ansonsten Tendenzen zum Dreckspatz.

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee
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• Lieblings...:
> ...messer: egal, Hauptsache groß und scharf
> ...gewürz: Zimt, oder doch lieber Kardamom?!?!
> ...koch: ?!
> ...kochzeit/tag: Vormittag
> ...rezept: http://www.zungenzirkus.de/kuerbiskaesekuchen/
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Vielen Dank, lieber Jörg, dass du dir die Zeit genommen hast, uns unsere Fragen zu beantworten! 
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Fotos © Jörg http://www.zungenzirkus.de/