Annelie aus Unterföhring / "Heisse Himbeeren"


Heute: Annelie aus Unterföhring
Blog: HeisseHimbeeren
http://heissehimbeeren.com

 

• Name deines Foodblogs
> HeisseHimbeeren

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Mein Name ist Annelie, ich bis 23 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Partner in Unterföhring bei München. Im Moment studiere ich sozusagen Hauptberuflich BWL. Um mir mein Studium zu finanzieren arbeite ich außerdem im Marketing bei einer Softwarefirma hier in München. Meine Freizeit verbringe ich am aller liebsten mit meiner Familie und meinen Freunden. Das trifft sich natürlich auch wunderbar mit meinem größten Hobby dem Backen und Kochen und meinem Foodblog. So hab ich nämlich immer jemanden zum Testessen, der sich über meine Experimente freut. Außerdem bin ich sehr Reiselustig und Lese gerne. Sport finde ich auch toll und gehe am liebsten zum Yoga, Radfahren oder Schwimmen.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Mir ist es besonders wichtig, dass meine Rezepte jeder noch so vermeintlich unbegabte Bäcker locker hinbekommt. Auch wenn es mal etwas kniffliger wird. Außerdem habe ich eine sehr große Leidenschaft für beste Zutaten und nachhaltige und gesunde Lebensmittel. Leider geht das Gespür für gute Zutaten und die Wichtigkeit von Qualität besonders beim Backen öfter mal verloren. Genau dieses Gespür möchte ich aber gerne vermitteln. Biozutaten haftet ja oft ein staubiges Image an. Frei nach dem Motto, was Öko ist kann nicht schmecken. Das man aber aushochwertigen Zutaten mehr machen kann als trocken Vollkornkekse, das möchte ich gerne weitergeben.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Ich habe schon immer sehr gerne gebacken und gekocht. Aber besonders das Backen finde ich einfach Klasse. Los ging das ganze damit, dass ich schon immer ein eigenes Café haben wollte. Jetzt lässt sich so ein Café aber nur mit sehr sehr viel Geld und Zeit verwirklichen und das passt im Moment zum Studium einfach nicht dazu und verträgt sich auch mit meiner Reiseleidenschaft nicht sonderlich. Da kam dann eines Tages die Idee vom Blog auf. Mit dem ich ja deutlich flexibler und kreativer bin, aber trotzdem meine Leidenschaft für Essen und Backen verwirklichen kann. Und nachdem ich dann festgestellt habe, dass so ein Blog kein Hexenwerk ist, ist nach und nach mein kleiner Blog entstanden und zu meiner großen Leidenschaft geworden. Darauf bin ich sehr stolz.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Meine Leidenschaft habe ich in erster Linie meine Mutter geweckt. Sie ist für mich die allerbeste Köchin und Backfee der Welt. Die Küche ist bei meinen Eltern auch heute noch dreh und Angelpunkt der Familie und mein liebster Raum im ganzen Haus. Mein Opa hat allerdings auch seinen Beitrag geleistet. Er hatte zusammen mit meiner Oma eine Bäckerrei (wie auch schon die Generationen vorher) und hat die Begeisterung fürs Backen mit entfacht. Man könnte also quasi sagen, mir wurde das Bäckergen in die Wiege gelegt.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Ich kann mich zuhause generell am besten Konzentrieren. Weil ich nämlich sehr gerne meine Umgebung beobachte und mich dadurch gerne ablenken lasse, wird das mit dem Bloggen im Café ja doch nichts bei mir. Wir habe eine offene Küche mit angeschlossenem Wohn- und Esszimmer. Ich bewege mich zum Bloggen also in aller Regel irgendwo zwischen dem Sofa, dem Esstisch und meinem Kühlschrank.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Eigentlich bin ich was essen betrifft sehr experimentierfreudig. Es gibt allerdings zwei Sachen für die ich mich bisher nicht erwärmen konnte. Und das sind Kakis und Papayas. Aber mit dem richtigen Rezept ändert sich das vielleicht auch noch.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Das ist eindeutig: SCHOKOLADE Außerdem bin ich ein großer Fan von frischen Sommerfrüchten wie Erdbeeren, Himbeeren, Pfirsichen, Aprikosen und Wassermelone. Diese Lebensmittel würde ich am liebsten das ganze Jahr jeden Tag essen. Tue ich aber nicht, weil sie einfach am besten sind wenn sie gerade Saison haben.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Das wäre definitiv Italien. Die Küche, mit all ihren Facetten und natürlich mit den tollen Desserts und dem grandiosen Speiseeis ist einfach unschlagbar.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich bin recht perfektionistisch. Das kann besonders beim Backen dazu führen, dass ich viel Zeit mit Details verbringe, die mir sehr wichtig sind, die außer mir aber eh niemandem auffallen. Was mich dann wiederum manchmal ein bisschen ärgert.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Ich brauche immer ein bisschen Ansprache in der Küche. Deswegen läuft meistens nebenbei der Fernseher oder Musik. Am liebsten schaue ich „Friends“ zum Backen weil bei denen ja auch fast das ganze Leben in der Küche oder im Café statt findet. Es ist schlichtweg meine Lieblingsserie

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Meine Inspirationsquelle ist sozusagen die Welt. Auf Reisen sehe ich immer was, das mich inspiriert, aber auch ein Spaziergang über den Markt wirkt meistens Wunder. Das geht allerdings nur, wenn ich entspannt bin. Meine Inspirationsquelle ist also überall da wo ich zur Ruhe komme und etwas Zeit zum Spazieren gehen habe.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Da meine Küche leider recht wenig Arbeitsfläche/Abstellfläche hat versuche ich immer direkt aufzuräumen. Das geht auch dank meiner Spülmaschine meistens ganz flott und reibungslos. Immer gelingt mir das allerdings nicht. Dann sieht es doch mal aus als hätte eine Bombe eingeschlagen.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mich begleiten meine Teigschaber. Ohne die geht beim Backen gar nichts und die werde ich vermutlich auch nie austauschen. Vielleicht höchstens mal erneuern wenn der Zahn der Zeit so sehr an ihnen nagt.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Bei mir geht natürlich auch mal was schief. Auf den Fotos und in den Posts sieht man das dann natürlich nicht. Das vermittelt dann schnell den Eindruck, dass bei Foodbloggern immer alles wie am Schnürchen läuft.Aber auch mir verbrennen mal Kekse oder fällt ein Kuchen zusammen.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Für mich ist der Weg das Ziel. Ich kann in der Küche herrlich entspannen. Allerdings schaue ich dann auch sehr gerne zu, wie meine Werke verspeist werden und lehne mich erschöpft aber glücklich in meinem Stuhl zurück.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich denke, dass hat viele Ursachen. Zum einen hatten wir hier in Deutschland noch nie eine so blühende Esskultur wie zum Beispiel die Franzosen oder die Italiener. Zum anderen ist unsere Gesellschaft extrem Leistungsorientiert und da fehlt dann oft die Zeit sich auch noch mit dem Essen auseinander zu setzen. Viele Leute denken aber - und das klingt jetzt vielleicht hart - meiner Meinung nach auch einfach nicht nach wo Ihre Lebensmitte her kommen und sind darauf bedacht, alles möglichst günstig in möglichst großen Mengen zu bekommen. Sie setzen zwar die falschen Prioritäten, wundern sich dann aber wenn berichtet wird, dass unsere Nutztiere mit Antibiotika vollgepumpt werden und Hammelfleisch im Döner ist. Ich habe leider oft beobachtet, dass in unserer Kultur wichtiger ist, dass das Auto gut gepflegt ist und nur das beste Motoröl bekommt. Da ist nämlich Vielen nichts zu schade. Dass jedoch Lebensmittel unser „Treibstoff“ sind, das wird dabei vergessen. Aber auch wir funktionieren auf dauen nicht mehr richtig, wenn wir nur miese Lebensmittel in uns reinstopfen. Wichtig für einem Umbruch sind aus meiner Sicht vor allem Meinungsmacher der Foodbranche. Angefangen vom bekannten Starköchen bis zum kleinen Foodblogger wie mir. Nur wenn man vorlebt dass und wie es anders geht, dann kann sich wirklich etwas ändern. Denn im Endeffekt ist es nur der einzelne Verbraucher, der über seine Nachfrage und sein Handeln das Angebot bestimmt. Und jede große Veränderung hat doch irgendwann mit dem ersten kleinen Schritt begonnen.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Mein Blog ist privat aber nicht zu privat. Ich finde es wichtig auch den Mensch hinter dem Blog kennen zu lernen. Ich würde aber nie über jemanden lästern oder persönliche Details von meinen Freunden und meiner Familie erzählen. Das gehört nämlich meiner Meinung nach wirklich nicht auf einen Foodblog.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Nach Feierabend bin ich in aller Regel nur noch im Notfall zu erreichen. Das ist aber durchaus ein sehr dehnbarer Begriff. Wenn mein Freund zum Beispiel mal wieder Fußball schaut, dann bin ich durchaus aus noch bis spät Abends Online und erreichbar. Außerdem bin ich im Urlaub so wenig wie möglich Online. Ich finde, dass Offlinezeit unglaublich wichtig ist.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Mit freut es, wenn neue Leser meinen Blog finden und meine Rezepte toll finden oder ich ihnen als Bloggerin sympathisch bin. Mir ist es aber wichtig, eine Meinung zu vertreten und Charakter, sich also nicht nur der Leser zuliebe in eine Ecke drängen zu lassen und zu verbiegen. Das macht nämlich auf Dauer unglaubwürdig und unglücklich.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Ich blogge über mich für die Welt könnte man sagen. Ich hoffe mit meine Ideen und Überzeugungen möglichst viele Leute zu berühren und mit meiner Leidenschaft anzustecken.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Ich bin ja noch recht neu in der Bloggerszene und hatte deswegen noch keine Gelegenheit einen Kollegen richtig kennen zu lernen. Bewundern tue ich aber Anja von Butiksofie weil sie wahnsinnig tolle Fotos macht.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Ich stehe auf guten alten Rock. Wenn nicht Friends zum Backen läuft höre ich gerne Bon Jovi und Konsorten und tanze singend durch die Küche.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Das wäre definitiv Jamie Oliver. Sein gespürt für Zutaten und Geschmäcker würde ich gerne mal aus nächster nähe erfahren und ein bisschen davon mit in meine eigene Küche nehmen.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Hedwig Maria Stuber’s „Ich helf dir Kochen“ das ist ein Klassiker der in keiner guten Küche fehlen darf.

• Wie groß ist deine Küche?
> Ich habe wie ja schon erwähnt eine offene Küche. Die Küche selber ist vielleicht 7 qm groß, grenzt aber ohne Abgrenzung an das große Wohn- und Esszimmer an. Manchmal ist dann der ganze große Raum meine Küche.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Eine Foodbloggergeschichte ist für mich in dem Moment lesenswert in dem die Leidenschaft fürs Kochen oder Backen vermittelt wird. Das können ganz unterschiedliche Ausgangspunkte sein. Wichtig ist für mich nur, dass man merkt, dass es dem Blogger ernst ist.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Wenn ich nochmal zurückspulen könnte würde ich alles nochmal genau so machen. Ich glaube alles im Leben hat einen Sinn und passiert aus einem bestimmten Grund. Ich bin eher ein Freund davon, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen und diese aktiv zu gestalten. Ich würde aber vielleicht früher mit dem Bloggen anfangen.
 

 

• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. Sallys Baking addiction
2. Zucker Zimt und Liebe
3. Bake to the roots

> Kochbuch:
1. Hedwig Maria Stuber - Ich helf dir kochen
2. Christiane Herzog - Zu Gast bei Christian Herzog
3. Der Silberlöffel: Die Bibel der italienischen Küche

> Musikalbum:
1. Bon Jovi - Crush
2. Martin and James - Martin and James
3. Queen Rock Montreal

> Kochutensilie:
1. Küchenmaschine
2. Teigschaber
3. Schneebesen
 

 

• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
>Süß aber nicht zu süß. Ich essen nach einem Stück Kuchen gerne ein Käsebrot.

• Hauptgang oder Dessert?
> Dessert

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Night Owl

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Eine gesunde Mischung aus beidem

• Kaffee oder Tee?
> morgens Kaffee, nachmittags Tee
 

 

• Lieblings...:
> …messer: gezacktes Bäckermesser
> ...gewürz: Kreuzkümmel
> …koch: Jamie Oliver
> …kochzeit/tag: Abends und am liebsten Freitags
> …rezept: Schokoladencupcakes mit salzigem Karamell

 

Fotos © Annelie http://heissehimbeeren.com