Wera aus Hurghada / "Ägyptische Rezepte"


Heute: Wera aus Hurghada
Blog: "Ägyptische Rezepte"
http://aegyptischkochen.blogspot.de

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Wera, Anfang 40 und habe vor 20 Jahren Wanne-Eickel den Rücken gekehrt um in Hurghada am Roten Meer in Ägypten zu leben. Ich arbeite im Tourismus und mein Hobby ist bloggen.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Die authentischen ägyptischen Rezepte mit ausführlichen bebilderten Anleitungen, die jeder im Alltag nachkochen kann.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Ich wurde immer wieder von meinen deutschen Freundinnen gefragt, wie ich den ägyptischen Reis so wie eine Ägypterin hinbekomme. Ägyptischer Reis ist eine Herausforderung für viele und ich bekam den Eindruck, dass manche genervt waren, wenn ihre Männer mich für mein leckeres ägyptisches Essen lobten. Ich fand, dass ein Blog ein sehr guter Weg ist, mein Wissen allen zugänglich zu machen.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Da bin ich ganz pragmatisch nach dem Motto „Wenn ich schon etwas mache, kann ich es auch richtig machen“. Als Mutter von drei Kindern bin ich für deren gesunde Ernährung verantwortlich und nehme dies sehr ernst. Also koche ich jeden Tag aus frischen Zutaten und nicht nur ägyptisch, sondern abwechslungsreich.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Vom heimischen Sofa.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Seit fast 25 Jahren lebe ich fleischlos und besonders Kaninchen usw. würde ich niemals essen. Da streike ich auch bei der Zubereitung, obwohl ich für meine Familie Rindfleisch und Geflügel koche, ohne es selbst zu essen.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Sahne…. Sahne geht immer – bei süßen und herzhaften Gerichten.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Für mich ist Heimaturlaub in Deutschland kulinarisch ein Genuss, insbesondere die Auswahl an Brot und Kuchen, aber auch Spezialitäten wie Sauerkraut und Reibekuchen vermisse ich hier in Ägypten, das kulinarisch natürlich auch viele Überraschungen bietet. Indien und Thailand sind für mich zwei Top-Destinationen und das nicht nur wegen dem leckeren Essen.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich mag es gar nicht, wenn mir jemand (beim Kochen) reinredet.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Ich erfreue mich tagtäglich beim Kochen an meinen vielen praktischen Kochutensilien von Tupper.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Ein Besuch bei meinen Schwiegereltern in der Oase Dakhla ist für mich jedes Mal eine Inspiration und ich lerne immer etwas Neues dazu. Viele Berichte und Rezepte auf meinem Blog erzählen davon.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Da es ja unter uns bleibt, kann ich wohl ehrlich sein und verraten, dass es ziemlich chaotisch aussieht. Ich breite mich immer ziemlich aus und ärgere mich dann, dass ich immer die ganze Küche putzen muss.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Ich habe einen Gasherd UND ein Ceranfeld. Das ist für mich wirklicher Luxus. Auch meine Spülmaschine mag ich nicht missen.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Es gibt Gerichte die sehen auf den Blogbildern spitzenmäßig aus, schmeckten in echt aber nicht so besonders. Andere sehen fast schon unappetitlich aus, sind geschmacklich aber der Hammer. Das etwas nicht schmeckt und auch so aussieht passiert selten, aber dafür brennen mir leider ziemlich oft Sachen an.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Das Wichtigste ist für mich persönlich, dass es meiner Familie schmeckt und ich so Vitamine und Nährstoffe „in sie reinbekomme“. Das, und die Vermeidung von Meckerei übers Essen, ist meine Motivation stundenlang etwas zu kochen, was dann oft innerhalb von 5 Minuten ratzekahl verputzt wird. Kochen ist für mich also Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Kindern von Anfang an gesundes, frisches Essen zubereiten.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Anfangs habe ich weniger Privates auf dem Blog preisgegeben als in der letzten Zeit. Ich habe immer gedacht, private Geschichten würden die Leser, die nur nach Rezepten suchen, langweilen. Mittlerweile denke ich aber, dass das ein oder andere schon auf Interesse stößt. Eine gewisse Grenze überschreite ich dabei aber nicht.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Ich bin zwar manchmal offline, aber auf jeden Fall trotzdem zu viel online.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Eine gute Motivation weiter zu machen ist es auf jeden Fall.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Beim Bloggen ist für mich der Weg mehr das Ziel als beim Kochen. Ich blogge also in erster Linie für mich, aber auch für meine Kinder, die so eines Tages die Rezepte ihrer Kindheit nachkochen können. Ich habe vor, jedem zur Hochzeit ein selbstgemachtes Kochbuch mit allen meinen Rezepten zu schenken. Der Grundstein dafür ist mein Blog.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Meine Kollegin Papyrus (Blog: Alles nicht so wichtig), die auch schon einen Gastbeitrag auf meinem Blog veröffentlicht hat.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Beim Kochen höre ich häufiger Hörbücher und Hörspiele (z.B. Die drei ???) als Musik.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Jamie Oliver, aber bitte etwas, was länger als 20 oder 30 Minuten dauert!

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Meine Kladde, in die ich seit 20 Jahren alle Rezepte handschriftlich eintrage, die ich im Alltag brauche. Ich müsste sie aber wohl mal erneuern, weil sie durch den Dauereinsatz einige Flecken abbekommen hat und fast auseinanderfällt.

• Wie groß ist deine Küche?
> Genau richtig, da ich sie nach meinen Vorstellungen realisiert habe. Genug Platz für eine Essecke und viel Arbeitsfläche.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Tipps und Tricks, die über das Rezept hinausgehen. Zum Beispiel Fehler, die passiert sind und wie diese vermieden werden können. Ich mag es nicht, wenn zu viele Zutaten vorkommen, die nicht überall erhältlich sind.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Es ist gut wie es ist und wer weiß, ob es anders nicht schlechter gewesen wäre?


• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Kochbuch:
1. Into The Wild - Die Outdoorküche ;)
2. Baking Handbook von Martha Stewart
3. Rosenwasser und Granatapfelkerne von Suzanne Zeidy

> Musikalbum:
1. Aktueller Charts-Sampler
2. Bon Jovi – Best of
3. Celine Dion - D‘Eaux

> Kochutensilie:
1. Sparschäler von Tupper
2. Knoblauchpresse
3. Küchenmaschine Bosch Mum


• Salz oder Pfeffer?
> Pfeffer

• Bier oder Wein?
> Bier!!

• Süß oder Herzhaft?
> Süß

• Hauptgang oder Dessert?
> Dessert

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Night Owl

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Dreckspatz ist übertrieben, aber Ordnungsfanatiker bin ich sicher nicht

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee


• Lieblings...:
> ...messer: Tupperware Chefmesser
> ...gewürz: Zimt
> ...koch: Jamie Oliver
> ...kochzeit/tag:14-15 Uhr
> ...rezept: Jamies Panzanella


Fotos © Wera http://aegyptischkochen.blogspot.de