Katja aus dem Odenwald / "Stilettos & Sprouts"


Heute: Katja aus dem Odenwald
Blog: "Stilettos & Sprouts"
http://stilettosandsprouts.de/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Katja, seit Jahren erfolgreich 25 – und wenn ich Jahre sage, dann meine viele, viele Jahre... Ich bin Designerin, beruflich stehe ich gerade vor einem Neuanfang. Spannend ist das. Ab und zu wird es eben Zeit, Neues zu wagen. Ich koche natürlich leidenschaftlich gerne, ich lese viel, kein Kindle bis jetzt, da bleib ich (noch) beim guten alten Buch. Außerdem mache ich unheimlich gerne Kurztrips um meine recht weit verstreuten Freunde und die Familie zu besuchen. Ich wohne im schönen Odenwald Der liegt zwischen Frankfurt und Heidelberg – und ja, da ist was! Ich komme aber aus dem Rheinland und bin auch ne rheinische Frohnatur.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Ich lege einen Schwerpunkt auf meine Texte. Ich möchte natürlich mit meinen Rezepten Freude bereiten – das ist ganz klar, aber auch mit meinen Geschichten und der Art, wie ich schreibe. Alles passiert auf Augenhöhe und nicht von Foodblogger zu Leser. Nein, von Genussmensch zu Genussmensch – mit ganz viel Herzblut und Humor. Man soll sich bei mir wohlfühlen, weil wir alle die gleiche Leidenschaft teilen.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Ich war im Job nicht mehr ausgefüllt, alles war Routine und wenig kreativ. Und als jemand, der ganz bewusst einen kreativen Beruf ergriffen hat, führt das unweigerlich dazu, dass man etwas vermisst und nicht mehr glücklich ist. Also musste was eigenes her. Kreative Erfüllung in der Freizeit zum Ausgleich. Ein Foodblog, weil ich gerne und (angeblich) auch gut koche, weil ich schon immer wie besessen mein Essen fotografiert habe, weil ich Kochbücher verschlinge wie andere ihre DVDs mit Blockbustern und nicht zuletzt, weil ich super gerne schreibe. Das Talent kann man – statt immer nur die Geburtstagskarten für alle texten zu müssen – doch auch mal sinnvoll nutzen, dachte ich mir.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Das kam mit der Zeit. Mein erstes erlerntes Gericht von Muttern war ihr Nudelsalat. Den mache ich übrigens heute noch genauso! Zu diesem Rezept kamen viele weitere und so auch der Spaß am Kochen und am Ausprobieren.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Im Grunde fast direkt aus der Küche. Ich sitze am großen Esstisch mit Blick auf die Küche. Das ist ein schönes Plätzchen. Und wenn ich Hunger bekomme beim Bloggen (was nicht selten ist), hab ichs nicht so weit.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Blutwurst finde ich gruselig. Was ein ausgemachter Skandal ist, da ich so in meiner langen Zeit in Köln nicht einmal ne echte „Flönz“ probieren konnte.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Ich habe eine merkwürdige Vorliebe für grünes Essen. Das ist in der Regel kein Problem, im Gegenteil, viele leckere und auch gesunde Sachen sind grün. Also greife ich beispielsweise besonders gern zu Rucola, Zucchini oder Lauchzwiebeln.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Immer, immer Italien! Ich liebe die italienische Küche. Toll gegessen habe ich aber auch immer in Griechenland. Oder in Frankreich. Das wären meine Favoriten.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Die größte Macke ist wohl meine große Leidenschaft für Essen in Bällchenform: Es ist rund, es riecht lecker, ich muss es essen! Das geht von kleinen Bällchen (Erbsen) bis zu Meatballs, Rosenkohl, Falafel, Melonenbällchen, Reisbällchen, Käsebällchen, Bitterballen... Soll ich weitermachen?

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf mein iPad. Die meisten Rezeptideen finde ich online. Da muss das iPad mit in die Küche. Und das Tolle ist, man kann sogar mit Hackfleisch- und Butterfingern das Display bedienen!

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Meistens ist das Pinterest. Da sieht man so unfassbar leckere und tolle Bilder von Essen. Da könnte ich stundenlang davorsitzen und Rezepte sammeln. Andere Blogs und Zeitschriften sind auch immer eine Inspiration.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Wild. Obwohl ich immer so sauber und sehr strukturiert anfange. Aber am Ende ist es ein Schlachtfeld. Macht aber nichts. Ich finde Spülen komischerweise meditativ.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Na aber hallo geht auch mal was schief. Wenn es dann fürs Foto gar nicht geht, bin ich schon immer wütend und ärger mich über mich selbst. Aber manchmal ist ein bisschen zerlaufen, ein bisschen zu kross oder zu gebräunt eben auch authentisch. Und dann wird das auch gezeigt.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Auf jeden Fall ist der Weg das Ziel. Ich liebe das Kochen als solches, vom Schnippeln übers Rühren, alles riechen, gespannt vor dem Ofen hocken und der Lasagne beim Blubbern zusehen... vielleicht ein Weinchen dazu öffnen... herrlich!

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich glaube, dass es zu diesem Negativtrend schon wieder eine positive Gegenbewegung gibt. Viele wollen sich bewusster ernähren und wollen wissen, von wo ihr Essen kommt. Dank Foodblogs und Social Media im Allgemeinen wird das Bewusstsein für gutes Essen wieder geschärft. Das erreicht zunächst nicht alle, wird aber nach und nach mehr werden. Zumindest habe ich das schon in Gesprächen mit Freunden und Bekannten festgestellt.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Ich sorge ganz bewusst dafür, dass der Laptop manchmal einfach zu bleibt. Blogfreie Zeit, Freunde treffen und das Leben genießen, sind mir sehr wichtig. Dass ich allerdings das Smartphone öfter in der Hand habe, dabei habe ich mich schon ertappt. Ich hab mir vorgenommen, mir auch da richtige Auszeiten zu nehmen.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Klar hat jeder gerne viele Leser. Ich stehe noch am Anfang, bin erst seit 6 Monaten online. Da ist noch viel Luft nach oben, ist ja klar. Was mich – vor irgendeiner Zahl – aber am Ende glücklich macht, ist der Austausch mit den Lesern. Ich freue ich mich wie Bolle über jeden Kommentar.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Beides. Es ist meine Leidenschaft. Das mache ich für mich. Aber ich will damit Freude schenken, den Tag versüßen, Appetit machen – das mache ich für die Welt.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Es kommen jeden Tag neue und interessante Blogs hinzu, die ich kennenlerne... Es gibt viele unfassbar tolle Kollegen, die mittlerweile wie Freunde geworden sind. Es fühlt sich für mich so an. Man schaut immer beim anderen vorbei, schreibt sich ein paar liebe Worte und erfährt so auch immer mehr von einander. Und man freut sich total auf den nächsten Post. Das ist für mich mit das Schönste am Bloggen.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Sehr oft läuft bei mir Volbeat rauf und runter. Die machen mir gute Laune.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Ganz klar: Jamie Oliver!

• Wie groß ist deine Küche?
> Eher zwergig. Und ohne Spülmaschine. Eine Herausforderung.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Auf jeden Fall Humor. Und ein Talent zum Beschreiben. Sei es, dass eine Situation wunderbar bildlich dargestellt wird oder auch der unfassbar wunderbar cremige Geschmack einer Sauce. Beides kann fesseln und beim Lesen so richtig glücklich machen.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Absolut nichts! Ich schaue nie zurück und bedauer gar nichts. Denn alles ist für etwas gut. Mein Lebensmotto. Und der Blog entwickelt sich weiter – so wie alles im Leben. Ich bin da guter Dinge.


• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Kochbuch:
1. Jamie Oliver (alles)
2. Delicious. Het Kookboek
3. Familiy & Friends – Leon

> Musikalbum:
1. Volbeat – Outlaw Gentlemen & Shady Ladies
2. ein Best of von Metallica
3. einen Soundtrack von Tarantino

> Kochutensilie:
1. einen großen Topf
2. meinen Pürierstab
3. ein scharfes Messer


• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> Bier

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Night Owl

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnungsfanatiker (zumindest hinterher)

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee


• Lieblings...:
> ...messer:
> ...gewürz: Knoblauch
> ...koch: Jamie Oliver
> ...kochzeit/tag: generell abends; gerne freitags, zum Start ins Wochenende
> ...rezept: so, so viele … ganz bestimmt aber Meine lange Pasta mit Hähnchenbrustfilet und cremiger Limettensauce


Fotos © Katja http://stilettosandsprouts.de/