Emilie aus Halle an der Saale / "Emilies Treats"


Heute: Emilie aus Halle an der Saale
Blog: "Emilies Treats"
http://emiliestreats.de/de/start/

• Name deines Foodblogs
> Meine Website heißt Emilies Treats, doch das Ganze läuft unter dem Motto „Treat Yourself“. Eigentlich hat mein Blog also zwei Namen, ich gebe mal den, mal den an, je nachdem, wonach ich mich fühle.

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich heiße Emilie, gesprochen Eh-mie-lije. Aufgewachsen bin ich in Berlin, einem Kindheitstraum folgend habe mich für ein Jahr nach Neuseeland verabschiedet und landete schlussendlich in Halle an der Saale. Hier lebe ich mit meinem Freund in einer Wohnung mit Südbalkon – der war mir wichtig, da ich unheimlich gerne in der Sonne sitze und das tun meine Kräuterpflanzen, Tomaten, Zuckererbsen, Radieschen usw. auch. ;) Ich studiere Ernährungswissenschaften. Meine Hobbys haben eigentlich immer etwas mit Essen zu tun. Ich lese gerne in Kochbüchern, erfinde mit einer Leidenschaft eigene Gerichte und matsche total gern Teigmassen zusammen. Ich liebe kochen so sehr, dass ich eigentlich nie in die Mensa gehe – in den Vorlesungen sitze ich mit Snackbox, abends stelle ich mich zur Entspannung an den Herd.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Auf meinem Blog findet ihr nicht nur leckere Rezeptideen aus meiner Küche, sondern auch eine Menge Informationen rund um Ernährung. Ich erzähle was zur Warenkunde, Nachhaltigkeit, beleuchte verschiedene Ernährungsformen und vieles mehr. Da ich Ernährungswissenschaften studiere, kontrolliere ich sehr genau, welche Aussagen auf meinem Blog landen. Ich recherchiere mit bestem Wissen und Gewissen, bespreche meine Themen mit Professoren und lasse meine Beiträge im Zweifel von Masterstudent*innen kontrollieren. Ich finde, dass zu viel Unsinn im Netz steht und nehme es mit der fachlichen Richtigkeit deswegen sehr genau. Mein Ziel ist es, richtige und hilfreiche Anregungen zu verbreiten.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Seitdem ich 7 Wochen bei einem Ernährungswissenschaftler in Neuseeland gelebt und gearbeitet habe, denke ich noch intensiver darüber nach, was auf meinem und auf anderer Leute Teller landet. Seine Arbeit, seine Familie und sein Bücherschrank haben mich fasziniert und inspiriert. Auch nach meiner Zeit dort ließ mich das Thema Ernährung nicht mehr los. Ich besorgte mir mehr und mehr Lesefutter, beschwerte mich bald über die pseudowissenschaftlichen Artikel à la „Low Fat Lean Body“ auf den Covern der Frauenmagazine und kaufte meine Avocados und Äpfel direkt vom Bauern. Ich habe in Neuseeland viel ausprobiert und das hat mir alles sehr viel Spaß gemacht. Den Blog habe ich für mich selbst gestartet. Ich finde, mein Studium ist nur dann spannend, wenn ich es mir spannend mache. Ich setze mich nicht nur in die Vorlesungen, sondern frage aktiv nach, belese mich zu dem wirklich spannenden, aktuellen Forschungsgeschehen und versuche, mein Wissen in verarbeiteter Form an meine Leser*innen weiter zu geben.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Das war wohl ursprünglich mein Papa und meine Oma und später das frische Obst und Gemüse, dass wir in Neuseeland vom Feld kaufen konnten. Papa ist ein fantastischer Bäcker. Bei ihm durfte ich immer Streuselteig naschen. Ich war seine Eierkuchenassistentin und lernte, wie man den weltbesten Hefeteig zaubert. Oma ist mit mir immer über die Felder spaziert und hat mir die Blumen, Obstsorten und Kräuter erklärt. Von ihr habe ich meine Liebe zur Natur und zu Beeren direkt vom Strauch. Mit meinem Freund lebte ich dann mit einem Campingkocher mit nur einer Kochplatte für ein Jahr im Auto. Satt werden mussten wir, doch genießen wollten wir trotzdem. Ich hatte keine Lust, jeden Tag Nudeln zu essen und so entstanden die abenteuerlichsten One-pot-Gerichte, die man sich vorstellen kann. Aufregend war’s!

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Direkt aus der Küche, die bei mir mit Couch, großem Holztisch und Yogamatte das Wohnzimmer ausmacht.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Geleebananen. Oh mein Gott, sind die eklig! D:

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Zimt geht immer. Ich würde am liebsten überall etwas Grünes reinhauen. Ausprobiert habe ich es schon in meinen grünen Muffins. (http://emiliestreats.de/de/die-suche-nach-dem-grunen-muffin/)

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Mein Monat auf Bali war für mich eine tolle Erfahrung. Zu jedem Gericht Reis zu essen und diesen dann mit den aromatischsten Dingen zu paaren, die ich mir vorstellen kann, war etwas, was ich so noch nie erlebt habe. Einmal habe ich mir einen Salat aus Bohnen und Ingwer bestellt. Er war so scharf, dass man ihn ohne Reis nicht essen konnte. Geglaubt habe ich das der Frau erst, als mir die Zunge förmlich wegbrannte. Ein tolles Land! Viele andere Länder muss ich noch entdecken. Wann immer ich Zeit (und etwas Geld) übrig habe, reise ich. Doch ich finde, man muss nicht immer sehr weit reisen, um kulinarisch überrascht zu werden. Neuartige Gerichte und uralte Klassiker findet man auch im kleinen Dorf um die Ecke.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich bin sehr ungeduldig. Deswegen muss mein Freund immer die Zwiebeln schneiden. Bei mir werden es eher Zwiebelschnitzel, als kleine Würfel.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf ein gutes Brett. Und ein gutes Messer. Auf meine Nase. Und mein Gefühl.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Es gibt nicht „die eine Quelle“. Die besten Ideen kommen mir meist auf dem Fahrrad oder kurz vor dem Einschlafen. Woher sie kommen? Aus meinem Kopf, der durch die Inspiration meiner Augen einige Informationen abgespeichert hat, die ich dann an besonderen Momenten zusammenbaue.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Ähm...Nicht so schön wie vorher. Das steht fest. Aber es riecht alles sehr gut!

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Ich habe ziemlich süße Schälchen von meiner Oma geschenkt bekommen. Sie sind auf meinen besten Fotos immer der absolute Hingucker!

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Ich habe eigentlich nicht die Geduld, etwas schön anzurichten. Ich beneide Menschen, die Dinge für ihr Leben gerne hübsch machen. Anrichten, Geschenke dekorativ einbacken, Frisuren flechten, .... – alles nicht meine Welt. Mein Essen sieht aus wie ich: ungeschminkt. Außer, wenn ein nettes Foto entstehen soll. Dann reiße ich mich zusammen, dann überwiegt mein Ehrgeiz.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Teils, teils. Beim Nachkochen oder –backen zählt das Endergebnis. Beim Experimentieren sind Zwischenprodukte, Pausen und Veränderungen das Wichtigste.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Das sehe ich anders. Ich denke, dass Slow Food wieder im Kommen ist, unsere Generation nachhaltiger mit ihrem Essen umgeht und ein gutes Essen immer mehr geschätzt wird. Warum? Weil es so kommen muss. Wir werden älter, wollen aber auch im Alter noch fit sein. Dazu braucht es gutes Essen. Wir werden mehr und wollen alle satt werden. Dazu braucht es eine andere Einstellung zu unseren Produkten. Ich engagiere mich nebenbei bei foodsharing, hier sehe ich jeden Tag, dass es viele Menschen gibt, die über ihr Essverhalten nachdenken. Ich bin ein optimistischer Mensch und glaube an den guten Geschmack!

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Das muss ich noch herausfinden. Ich bin eigentlich ziemlich schlecht in Social Media Kram. Ich war immer diejenige, die nach 2 Jahren immer noch das selbe Profilbild hatte und nicht wusste, was ein Hashtag war. Jetzt übe ich mich in Facebookposts (sogar mit Hashtags!) und teste aus, was ich über meinen Alltag verraten möchte und was nicht. Was für mich auf jeden Fall ins Internet gehört? – Wissen!

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Mein Tablet hat jeden zweiten Tag keine Batterie mehr, mein Chef versucht es schon gar nicht mehr, mich auf meinem Handy zu erreichen – es liegt eh irgendwo und ich höre den Klingelton nicht. Dafür klaue ich meinem Freund regelmäßig sein MacBook. Von hieraus schreibe ich meine Blogposts.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Ich bin mir sicher, dass jedem Blogger und jeder Bloggerin auf dieser Welt seine Leserinnen und Leser wichtig sind. Dabei geht es nicht unbedingt um die Anzahl, sondern um die Leserschaft allgemein. Ich freue mich so so sehr, wenn mir jemand eine Frage stellt, die ich beantworten kann, wenn ich einen Mailkontakt aufbaue, bei dem ich jemandem helfen kann und wenn ich einen Kommentar erhalte, dass jemandem mein Rezept geschmeckt hat.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Mein großer Traum ist es, einmal ein eigenes Business aufzumachen. Ich möchte für Menschen kochen, backen, recherchieren, Workshops und Vorträge halten...Ich möchte bis jetzt eine ganze Menge und bin selbst gespannt, wohin sich die Reise entwickelt. Somit blogge ich vor allem für mich, um meine Stärken zu finden, aber auch für die ganze Welt, um zu sehen, welche meiner Stärken der Welt helfen können.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Noch habe ich keine Kollegen. Aber ich habe den wundervollsten Freund, der im Gegensatz zu mir sehr geduldig is(s)t. Er gibt mir Kraft, wenn ich sie brauche und holt mich runter, wenn ich mal zu viel davon habe.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Ich hänge seit ihrem ersten Youtubevideo an Lucy Rose. Ich habe bisher keine ihrer Konzerttouren verpasst. Ansonsten höre ich viel. Auch mal deftigeres.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Mit Sarah B.....Zählt sie als Koch? ☺

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Ich liebe Amber Rose. Und „Deutschland vegetarisch“.

• Wie groß ist deine Küche?
> 2qm. Also zu klein. Deswegen hat mir meine Mama noch eine extra „Kreativecke“ gebaut. Dabei handelt es sich um eine Holzplatte in perfekter Schneidehöhe. Hier tobe ich mich aus.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Das kann Wissen sein, eine persönliche Erfahrung, Emotionen, ... Da geht viel!

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Ach. Eigentlich nichts. Wenn ich was zu ändern habe, kann ich das auch jetzt noch tun.


• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

Meinen Freund.
Meinen Standmixer.
Meine Gewürze.

> Foodblogs:
1. www.mynewroots.de
2. immer mal was anderes
3. s.o.

> Kochbuch:
1. Sorry. Da kann ich mich nicht entscheiden.
2.
3.

> Musikalbum:
1. Lucy Rose „Work It Out“
2. White Stripes → alle
3. Foals „Total Life Forever“

> Kochutensilie:
1. Standmixer.
2. Ofen.
3. Korkenzieher ....


• Salz oder Pfeffer?
> Pfeffer.

• Bier oder Wein?
> WEIN!

• Süß oder Herzhaft?
> Eine Mischung. Ich liebe süßliches, aber ich mag es nicht sehr süß. Süß-herb? Zartbitter?

• Hauptgang oder Dessert?
> Vorspeise.

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Midnightdancer.

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Dreckspatz.

• Kaffee oder Tee?
> Tee.


• Lieblings...:
> ...messer: So ein mittelgroßes. Für Gemüse.
> ...gewürz: Liebe.
> ...koch: Muss ich noch finden. Darf ich auch ich sagen?
> ...kochzeit/tag: Abends.
> ...rezept: Papas Hefeteig.


Fotos © Emilie http://emiliestreats.de/de/start/