Sonja aus München / "Madame Cuisine"


Heute: Sonja aus München
Blog: "
Madame Cuisine"
http://www.madamecuisine.de/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich heiße Sonja, bin 38 Jahre alt und wohne in München. Ich bin Physiotherapeutin mit einer kleinen Praxis im Herzen von München und habe eine kleine Tochter. Meine Hobbys sind backen, kochen, backen, kochen, backen, kochen...aber auch lesen, reisen, die Berge und natürlich mein Blog!

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Ich weiß nicht, ob mich unbedingt etwas von anderen Blogs unterscheidet. Vielleicht ist es meine kürzlich neu gestartete Serie „zu Gast bei“. Dort koche ich einmal im Monat mit und bei einer mal mehr, mal weniger bekannten, aber immer interessanten Persönlichkeit. Aber grundsätzlich gibt es mittlerweile einfach sehr viele, sehr schöne Blogs, die sich mit kochen, backen und essen beschäftigen und bei allen steckt viel Liebe, Leidenschaft, Fleiß und Arbeit dahinter. So auch bei mir. Wenn das beim Leser ankommt und man sich gegenseitig inspiriert, dann ist das schon ziemlich viel wert!

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Kochen und backen war schon immer ein großes Hobby von mir. Dass es auch das ist, was mich erfüllt und glücklich macht, habe ich lange Zeit gar nicht so kapiert. Im letzten Herbst saß ich dann mit einer Freundin zusammen am Tisch, beide waren wir nicht 100%ig zufrieden mit dem was wir so machten. Mein Mann holte uns Stifte, Papier und eine Flasche Wein und wir begannen mit einem Brainstorming. Tja, was soll ich sagen – ein Punkt auf meiner Liste war, dass ich gerne einen Foodblog schreiben möchte und kurze Zeit später habe ich dann einfach damit begonnen.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Bei uns zu Hause wurde immer viel Wert auf gutes und gesundes Essen gelegt. Meine Eltern hatten zwar nie viel Geld, aber es kamen nur frische Zutaten auf den Tisch. Daran wurde nicht gespart. Mein Vater war eher für das Kochen zuständig und meine Mutter für das Backen. Ich war einfach immer mit dabei, durfte zuschauen und helfen und war stolz wie Oskar, als ich meine erste kleine Kochschürze geschenkt bekam!

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Meistens blogge ich abends, wenn die Kleine schläft, das Chaos in der Küche beseitigt ist und mein Mann die Fotos für den Blog auf den Rechner gezogen hat, Ich sitze dann entweder am großem Esstisch oder auf dem Sofa, Füße hoch und ein Gläschen Wein dazu und dann schreibe ich das runter, was mir schon den ganzen Tag über im Kopf herumgegeistert ist.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Innereien!!!! Mein Vater kochte früher manchmal Nierchen. Das habe ich schon am Gartenzaun gerochen und habe dann einen riesigen Bogen um die Küche gemacht!

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Ich liebe Ingwer und grundsätzlich alle frischen Kräuter. Rosmarin, Thymian, Salbei, Basilikum, Oregano...habe ich fast immer zu Hause.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Obwohl ich leider kein Französisch spreche – Frankreich! Da gefällt mir schon die Art und Weise wie mit Essen umgegangen wird. Man isst nicht einfach irgendwo und irgendwas, sondern setzt sich hin und nimmt sich Zeit. Für die Zubereitung und zum Essen.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich bin leider sehr ordentlich. Beim Kochen oder Backen spüle ich die Gegenstände die ich nicht mehr brauche gleich ab und räume sie auf. Da lass ich mir dann auch nur ungern reinpfuschen

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Ordnung! Ich hasse nichts mehr, als wenn die Küche so zugestellt ist, dass kein Fleck mehr frei ist und ich nicht weiß wohin mit den Töpfen, Schüsseln und Tellern. Zugegeben ist das in einer so kleinen Küche wie wir sie haben nicht immer einfach!


• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Mich inspirieren Zutaten, die ich auf dem Markt sehe, Kochbücher, die ich manchmal einfach nur so durchblättere, Zeitschriften, das Stöbern durch andere Blogs, Gerichte, an die ich manchmal einfach so denken muss, weil ich sie irgendwann und irgendwo einmal gegessen habe, Speisekarten in Restaurants...

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Siehe oben – meistens wirklich sauber und ordentlich

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Meine Kitchen Aid. Für kein Geld der Welt würde ich die wieder hergeben!

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Oh, es geht natürlich auch mal etwas schief! Dann heule ich meinem Mann ein bisschen die Ohren voll „Ich kann das niiiicht...!“ und probiere es noch einmal. Wenn das Rezept beim zweiten Mal dann auch nix wird, wird es aussortiert!

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Das Eine geht ohne das Andere nicht! Meist koche oder backe ich ja Dinge, auf die ich gerade so richtig Lust und Appetit habe, von daher freue ich mich auch schon beim Zubereiten auf das anschließende Essen und Genießen.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich glaube, es liegt zum großen Teil daran dass dieser Tage kaum noch jemand Zeit hat. Alle sind gehetzt und gestresst und immer in Hektik und Eile. Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, wo alle Geschäfte mittags geschlossen hatten. Meistens war das von 13 Uhr bis mindestens 14:30 Uhr, manchmal sogar bis 15 Uhr. Währenddessen ging man nach Hause, kochte Essen und aß gemeinsam zu Mittag. Heute dagegen, isst man meist zwischen Tür und Angel oder auf dem Weg von A nach B, wenn überhaupt. Mit meinem Blog und meiner Küche möchte ich gerne zeigen, dass man auch mit einem geringen Zeitaufwand ein gutes Essen selber zubereiten kann. Das schmeckt nicht nur besser, sondern meist nimmt man sich dann auch mehr Zeit und Ruhe zum Essen. Die Welt dreht sich auch danach noch weiter.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> In meinem Blog geht es ja vorwiegend um Rezepte. Wenn ich dabei auch erzähle, was mir besonders gut schmeckt oder was nicht, woher die Rezepte kommen oder an was oder wen sie mich erinnern und ich nebenher ein bisschen aus meinem Leben erzähle, so finde ich das vollkommen in Ordnung. Schließlich geht es darum in einem Blog – man erzählt etwas von sich. Wenn ich nicht wollte, dass irgendjemand irgendetwas über mich erfährt, dann würde ich wahrscheinlich auch keinen Blog schreiben. Zumal ich persönlich ja auch gerade die Blogs gerne lese, die einfach sympathisch klingen.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Haha, schade, dass diese Frage nicht meinem Mann gestellt wird!! Ich besitze zwar ein Smartphone und habe es in der Regel auch bei mir, wenn ich aus dem Hause gehe, gehöre aber definitiv nicht zu den Leuten, die alle zwei Minuten darauf gucken, um zu sehen, ob sie irgendwo irgendwelche Nachrichten verpasst haben. Handy benutze ich um zu telefonieren oder mal eine SMS zu verschicken, alles andere ist mir viel zu mühsam. Laptop brauche ich zum bloggen und schreiben, der kommt aber erst am Abend zum Einsatz, wenn unsere Tochter schläft – die findet Computer nämlich auch äußerst interessant!

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Natürlich freue ich mich über möglichst viele Leser, alles andere wäre gelogen. Ich hab mich schon ein paar Mal gefragt, wie andere Blogger es schaffen, in kürzester Zeit auf mehrere hundert oder tausend Leser zu kommen?!? Aber kochen und backen tue ich so oder so und wenn man es genau nimmt, dann ist mein Blog einfach mein persönliches Kochbuch.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Siehe oben!

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Toll finde ich: Lykkelig, Französisch kochen, Kleiner Kuriositätenladen, Cuisine en Scene, Valentinas Kochbuch, Delicious Days, Chestnut & Sage

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Ich mag es, wenn Musik swingt – Parov Stelar zum Beispiel oder alles was jazzig und soulig ist.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Boah, gute Frage...Hans Haas finde ich toll, weil er sich allein aufs Kochen konzentriert und nicht so viel Firlefanz macht. Cornelia Poletto, Nelson Miller oder Holger Stromberg fänd’ ich aber auch nicht schlecht!

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Das handgeschriebene von meiner Mutter und Großmutter.

• Wie groß ist deine Küche?
> Miniminiminiklein!!

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Ein lecker klingendes Rezept mit einer netten Geschichte und schönen Fotos!

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Ach, ich glaube nicht, dass ich etwas ändern würde. Manchmal geht man im Leben einfach ein paar Umwege aber ich bin überzeugt davon dass Nichts ohne Grund geschieht. Wenn ich allerdings die Möglichkeit hätte von einem französischen Konditor das Handwerk zu lernen, dann würde ich nicht Nein sagen!


• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

1. wenn es auf der Insel Strom gibt – meine Kitchen Aid
2. Le Creuset Topf
3. Pfeffermühle

> Foodblogs:
1. Französisch kochen
2. Kleiner Kuriositätenladen
3. Chestnut & Sage

> Kochbuch:
1. Das handgeschriebene Sammelsurium meiner Mutter und Großmutter
2. „Bills Food“ von Bill Granger
3. „Delicious Days“ von Nicole Stich

> Musikalbum:
1. Adele, „21“
2. Parov Stelar,
3.

> Kochutensilie:
1. Kitchen Aid
2. Le Creuset Topf
3. Ein scharfes Messer


• Salz oder Pfeffer?
> Pfeffer!

• Bier oder Wein?
> Wein, eindeutig.

• Süß oder Herzhaft?
> Erst süß, dann herzhaft. Oder umgekehrt!

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang. Desserts müssen für mich immer sehr schokoladig sein, sonst verzichte ich gerne darauf.

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Early Bird. Ich stehe gerne früh auf und genieße die erste Stunde des Tages mit einer Tasse Kaffee für mich alleine, während Mann und Kind noch schlafen.

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Fanatiker klingt so hart, aber ja, ich hab es gerne ordentlich.

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee!


• Lieblings...:
> ...messer: das einzig scharfe!
> ...gewürz: Rosmarin
> ...koch: Hans Haas
> ...kochzeit/tag: Backen am liebsten tagsüber, gekocht wird meist erst gegen Abend
> ...rezept: Hab ich eigentlich nicht. Es gibt so viele leckere Rezepte.... Kommt auch immer etwas auf den Anlass an.


Fotos © Sonja http://www.madamecuisine.de/