Christine aus dem Saarland, unterstützt von Steffi / "little red temptations"


Heute: Christine aus dem Saarland, unterstützt von Steffi
Blog: "little red temptations"

http://littleredtemptations.com/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Mein Name ist Christine und ich bin 34 Jahre alt. Meine Freundin und Mitbloggerin Steffi kommt wie ich aus dem Saarland. Ich habe Germanistik und Geographie auf Lehramt studiert, leite jetzt eine Nachmittagsbetreuung für Grundschüler in der Gemeinde Nalbach. Momentan bin ich allerdings in der Elternzeit. Der Blog hat sich ganz schnell auch zu einem ganz großen Hobby oder eher gesagt zu meiner Leidenschaft entwickelt. Daneben habe ich aber eine ganz große Liebe: die Lese- und Schreibwerkstatt (www.lesenische.wordpress.com). In meiner Freizeit entführe ich dort Kinder und Jugendliche in die Welt der Bücher und Geschichten. Zusammen tauchen wir in Abenteuer ein, schreiben auch selbst und machen jede Menge tolle Sachen rund ums Lesen.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Dadurch dass wir zu zweit bloggen, ist das natürlich schon eine kleine Besonderheit. Außerdem haben wir oft Themenwochen oder Specials: z. B. hatten wir schon eine Gastbloggeraktion mit Gugln oder Cookies.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Die Idee war total spontan gekommen und ehrlich gesagt kannten wir beide uns auch gar nicht so sonderlich gut aus in der Welt der Blogs. Steffi hatte mir zum Geburtstag ein Buch einer Bloggerin geschenkt und ich war total begeistert von dem was sie gemacht hat. Zum ersten Mal bin ich mit Foodblogs in Berührung gekommen und bin von einem Blog zum nächsten gewandert, habe mich durchgeklickt und war hin und weg von der Kreativität die ich auf den Seiten fand. Da Steffi und ich beide gerne schreiben (auch die Lese- und Schreibwerkstatt machen wir gemeinsam), gerne backen und auch sonst viel zusammen machen, stand dann ganz schnell der Entschluss fest, dass wir selbst auch einen Blog starten und so sind wir einfach ins kalte Wasser gesprungen. Ein Schritt, den wir nicht eine Sekund lang bereut haben.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Ganz klar: meine Mama. Schon als Kind durfte ich ganz viel mithelfen und mit ihr in der Küche zu stehen war jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Ich blogge mitten aus dem Leben heraus. Unser Haus ist sehr offen gebaut und ich habe meinen Sekretär zwischen Küche und Wohnzimmer stehen. So bin ich direkt Teil des Familienlebens und nutzte manch (klitze)kleine Pause vom Familienleben um schnell etwas für den Blog zu machen.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Ja, z. B. Rosenkohl. Generell mag ich Lebensmittel nicht die bitter schmecken. Auch Kaffee ist gar nicht meins. Schnecken etc. würden den Weg auf meinen Teller ebenfalls nicht finden.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Ganz klar: Schokolade! Ich liebe Schokolade und könnte mich von ihr ernähren. Ich mag es, neue Sorten auszuprobieren und auch gerne mal eine ungewöhnliche Zutat dabei zu haben. Dann mag ich Nudeln, Kartoffeln und Lachs in allen möglichen Rezeptvarianten.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Thailand und generell der asiatische Raum. Die Zubereitungsmethoden sind klasse und dann schmeckt es dort einfach auch ganz anders, als es hier bei einem Asiaten in der Regel der Fall ist. Ich glaube, das sind Geschmäcker, die man tatsächlich im Land kennen lernen muss. Und ich liebe die mediterrane Küche und die am Liebsten auch in den Ländern des Mittelmeeres.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich bin ein absoluter Küchenchaot. Wenn ich backe oder Koche erinnert meine Küche an ein Schlachtfeld. Alles steht kreuz und quer. Aber ich finde mich wunderbar zurecht und leider sieht mein Schreibtisch oft genau so aus. Scheint also wirklich eine Macke zu sein.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Da meine kleine Tochter so ziemlich immer dabei ist, wenn die Kochschürze umgebunden wird, ist sie eigentlich meine wichtigste Küchenkraft. Es dauert doppelt so lange, macht doppelt so viel Freude und die Küche sieht – naja, mehr als doppelt so chaotisch aus, wenn wir fertig sind. Daneben ist es aber die Waage und mein Handrührgerät, die wirklich ständig im Einsatz sind. Bei meiner Kleinen ist es eine kleine Mühle, mit der sie mir Schokolade und so ziemlich alles klein mahlt.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Das sind zum einen die vielen tollen Foodblogs, die ich auf meinem Bloggerweg bisher kennen gelernt habe. Wenn ich da durch die Beiträge lese, bekomme ich so viele Ideen die mich begeistern. Und dann ist es so, dass immer öfter Rezepte in meinem Kopf entstehen. Ich sehe Zutaten und denke, daraus könnte ich doch etwas machen.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Ich habe es oben ja schon gesagt: ein Schlachtfeld dürfte gegen meine Küche ordentlich wirken. Vor allem wenn meine kleine Backhelferin dabei war, dauert das Aufräumen fast noch länger, wie das Backen. Aber da habe ich ja auch keine Hilfe mehr, denn dann muss die Helferin ja auch spielen gehen und kann der Mama leider gar nicht mehr helfen

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein Handmixer, die Küchenwaage und der Pürierstab werden höchstens mal ersetzt, sollten sie kaputt gehen. Und meine Minigugl-Form würde ich nie wieder hergeben.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Es geht sehr selten etwas schief. Und wenn dann kann man es doch immer noch gut essen. Wird dann vielleicht nicht verbloggt, oder eben erst bei einem zweiten Versuch. Aber oft ist das noch nicht vorgekommen.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Ich liebe das Arbeiten in der Küche generell. Es entspannt mich total, die Zutaten abzuwiegen, Teig zu kneten, Gebäck zu verzieren. Ich bin auch gar nicht der ganz große Kuchenesser. Da freut es mich mehr, wenn ich andere glücklich machen kann.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich glaube es gibt langsam auch schon wieder einen Gegentrend, also immer mehr Menschen, die verstärkt nach Bio fragen oder die eine Mahlzeit auch wirklich als sinnliches Vergnügen begreifen. Aber es gibt schon eine ganz schöne Kluft dazwischen. Und auf der anderen Seite hat man eben jede Menge Leute denen ein schnelles Fertiggericht reicht. Billig, einfach, schnell. Ich glaube, dass man vor allem Kindern da schon ganz viel mitgeben muss. Ich arbeite beruflich mit Kindern und auch in meiner Freizeit mache ich sehr viel mit Kindern und Jugendlichen und da stelle ich immer wieder fest, dass es viele Familien gibt, die einfach keinen Wert mehr auf gemeinsame Mahlzeiten legen oder wo alles nur sehr lieblos zubereitet wird. In Kindergärten und Schulen kann man da sicherlich manches schon auffangen.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Ich plaudere oft aus meinem Alltag heraus. Viele Beiträge entstehen ja mitten aus dem Familienleben. Und ich mag persönlich auch unheimlich gerne Blogs, in denen Blogger ein wenig von sich Preis geben: wo man den Menschen hinter den Gerichten erkennt. Aber ich bin sehr vorsichtig, was Fotos angeht auf denen meine Kinder zu sehen sind. Da mache ich meistens nur kleine Ausschnitte oder lasse sie im Hintergrund unscharf verschwimmen. Und wenn ich schreibe, würde ich nie Anekdoten berichten, die ihnen später einmal peinlich sein müssen. Aber wenn mich Dinge bewegen kann es durchaus sein, dass ich das im Blog auch aufgreife. Dieser Beitrag ist z. B. mit echtem Herzblut geschrieben: http://littleredtemptations.com/2014/03/08/dieses-tortchen-rettet-vielleicht-einmal-ein-leben/

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Seit ich ein Smartphone besitze, schaue ich schon öfter zwischendurch darauf. Aber im Alltag mit zwei kleinen Kindern bleibt ehrlich gesagt gar nicht so viel Zeit um im Internet präsent zu sein. Es ist oft nur eine kleine Stipvisite zwischen Füttern, Pampers wechseln, Fahrt zum Kindergarten...

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Sie war mir am Anfang wichtiger wie jetzt. Ganz zu Beginn habe ich es kaum glauben können, dass da tatsächlich Menschen sind, die den Weg zu dem Blog finden und diesen auch lesen. Und ich habe jeden Tag geschaut, wie bei fb die Däumchen nach oben gestiegen sind. Natürlich freut man sich über jeden Leser, das ist jetzt auch noch so. Aber ich sehe es heute auch etwas kritischer. Es gibt ja unglaublich viele Blogs, die ein Gewinnspiel nach dem nächsten machen, nur um Leser an Land zu ziehen, bzw. bei Fb Likes zu sammeln. Auch ich mache gerne Give-Aways – auch privat als Person verschenke ich unglaublich gerne etwas und ich glaube das ist Teil meiner Persönlichkeit – aber ich glaube dass es nicht Mittel zum Zweck sein darf, einfach nur mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch das Seiten-teilen um selbst geteilt zu werden, nimmt langsam Überhand. Viel mehr Freude macht es mir, wenn ich sehe, dass es Menschen gibt, die dem Blog regelmäßig folgen, die einen Kommentar da lassen oder mit denen man auch Kontakt aufbaut. Ich würde also die Qualität ganz klar der Quantität vorziehen.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Es ist ein wenig von beidem. Da ich sehr chaotisch bin und dazu neige Rezepte zu verlegen, ist es für mich ein richtiger Luxus auf dem Blog nun immer alles so schön geordnet vorzufinden oder ehrlich gesagt, es überhaupt wieder zu finden.
Aber natürlich freue ich mich auch total gelesen zu werden.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Das kann ich so nicht sagen. Es gibt ganz unglaublich viele Foodblogger, die mein Herz erobert haben. Und wenn ich jetzt einige nenne, dann würde ich andere zurücksetzen, die eigentlich auch an diese Stelle gehören.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Der Gesang meiner Tochter erfüllt unser Haus in der Regel ganz gut. Die Rockmusik meines Mannes (https://www.facebook.com/TheSmokeKingsMusic?fref=ts) vor allem wenn die Lieder von meiner Tochter nachgesungen werden, möchte ich nicht vermissen. Generell mag ich es sehr gerne rockig. Hmm, ich würde sagen von Johnny Cash über Buddy Holly hin zu den Ramones ist alles vertreten.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Da gibt es eigentlich keinen. Ich schaue auch keine Kochsendungen.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> „Klitzekleine Glücklichmacher“ von der Bloggerin Daniela Klein. Ihr Buch war mein Eintritt in die Welt der Foodblogs.

• Wie groß ist deine Küche?
> Ziemlich groß. Wir hatten früher eine winzigkleine, da ist diese geräumige Küche ein wahrer Luxus. Ich möchte nie mehr tauschen, könnte ich auch gar nicht mehr, denn die Schränke sind alle so voll seit ich blogge. Da stapeln sich Backformen, Kekstempel und vieles mehr.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Zum einen sprechen mich Bilder sehr an, dann muss das Rezept mir gefallen und am Wichtigsten ist mir dann der Schreib- und Erzählstil. Wenn der stimmt, dann hat mich der Blog geködert.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> An meinem Leben: gar nix. Denn ich wäre ja nicht der Mensch der ich in diesem Moment wäre, wenn ich irgendetwas ändern würde. Und ich bin der festen Überzeugung, dass es sich glücklicher lebt, wenn man nicht darüber nachdenkt, was man hätte ändern sollen. Sehr wohl aber kann man sich Gedanken darüber mache, was man in Zukunft ändern möchte. Bei dem Blog haben wir vor Kurzem den ursprünglichen Namen www.littleredtemptations.wordpress.com verkürzt und das wordpress weggelassen. Das war schon verdammt lang.


• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. Ilona vom Süßblog – die würde ich sehr gerne mal näher kennen lernen. Ich glaube, wir würden uns ganz schön gut verstehen.
2. Stephie von „Meine Küchenschlacht) – von ihren Rezeptideen bin ich ja so begeistert und da würde ich ganz lieb bitten, dass sie mich dort mal bebackt.
3. Mara von Life ist full of Goodies hat immer so viele kreative Ideen, mit der würde ich gerne einmal ein Brain storming machen. Und wenn mir eine Kokosnuss auf den Kopf fällt, könnte sie als Rechtsanwältin dann meine Schadensersatzansprüche einklagen.

> Kochbuch:
1. Robinson Crusoe empfiehlt
2. ein mediterranes Kochbuch mit ganz vielen Fischrezepten
3. Fingerfood

> Musikalbum:
1. The best of Johnny Cash
2. Rock, Sweat and Beers von The Smoke Kings (das musste ich jetzt schreiben falls mein Mann das Interview einmal lesen sollte)
3. The best of Buddy Holly

> Kochutensilie:
1. Minigugl-Form
2. Eismaschine (wenn es eine heiße Insel sein sollte)
3. Handmixer


• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> weder noch

• Süß oder Herzhaft?
> Süß

• Hauptgang oder Dessert?
> Dessert

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Early Bird

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Dreckspatz

• Kaffee oder Tee?
> Tee
 

• Lieblings...:
> ...messer: ein Scharfes.
> ...gewürz: Zimt
> ...koch: Mama
> ...kochzeit/tag: wenn der Kleine schläft
> ...rezept: Nussecken


Fotos © Christine von http://littleredtemptations.com/