Olga aus der Nähe von Saarlouis / "Puhlskitchen"


Heute: Olga aus der Nähe von Saarlouis
Blog: "Puhlskitchen"
http://puhlskitchen.com/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Ich bin Olga, noch 30, was sich bald ändern wird, wohne in der Nähe von Saarlouis, der inoffiziellen Hauptstadt des Saarlandes und bin Diplom-Betriebswirtin. Ich habe Betriebswirtschaft studiert und arbeite jetzt als Corporate Affairs Managerin an einem Forschungsinstitut. Dort bin ich für Marketing und PR zuständig. Zum Ausgleich widme ich meine Zeit dem Kochen und Backen, dem Fotografieren (nicht nur das Gekochte) und dem Grafikdesign. Außerdem verreise ich sehr gerne mit meinem Mann und das am liebsten so weit wie möglich.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Schwierig zu sagen. Wir Blogger haben schließlich das gleiche Hobby und Ziel. Aber ich blogge nicht, weil ich es muss, und weil ich schon 10 Tage nichts mehr gebloggt habe. Wenn ich 3 Wochen keine Lust habe, dann ist es so Ich habe da keinen „Zwang“, weil ich auch nicht 24/7 kreativ bin.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Es gibt eine Reihe Foodblogs und täglich kommen immer mehr dazu. Was mich dazu motiviert hat, eine von Tausenden zu sein, ist der Tatsache geschuldet, dass ich permanent nach meinen Rezepten gefragt wurde. Vorher hatte ich unser Abendessen mit dem Smartphone in einem meist schlechten Licht aufgenommen und auf Facebook hochgeladen. Nach dem positiven Feedback habe ich mich dazu entschlossen, eine Art „digitales Kochbuch“ für mich und andere zu erstellen. Außerdem ist es für mich eine gute Möglichkeit meine Rezepte (sowohl die nachgekochten, als auch die selbstentwickelten) digital festzuhalten.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Zunächst habe ich gebacken und das schon seit meiner frühen Pubertät. Gekocht habe ich damals noch gar nicht, nur der Mama oft bei der Zubereitung geholfen und das ein oder andere abgeschmeckt. Für das Backen war allein ich zuständig. Nach dem Studium, dem Auszug aus dem „Hotel Mama“ musste ich mich selbst versorgen und so hat sich das nach und nach entwickelt.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Meistens vom heimischen Sofa, denn da ist es am bequemsten.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> So richtig eigentlich nein, außer dass ich kein Freund von rohen großgeschnittenen Zwiebeln bin. Deswegen werden sie bei mir immer mikroskopisch klein gehackt und angedünstet. Ansonsten esse ich eigentlich alles und wenn mir etwas Neues begegnet, wird es vorurteilsfrei ausprobiert. Ich esse auch Innereien – Herz, Nieren, Leber – alles sehr lecker und nur eine Frage der Zubereitung!

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Definitiv frische Kräuter! Die verleihen jedem Essen das gewisse etwas. Ansonsten versuche ich immer saisonale Lebensmittel wie Spargel, Erdbeeren etc. möglichst oft zu verarbeiten, solange es sie aus der Region gibt.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> England! Klingt zunächst für viele vermutlich merkwürdig, ist es aber überhaupt nicht. England hat leider den Ruf mit oft deftigem und fettigem zu glänzen, dem ist aber nicht so. England hat wunderbare, kreative und weltbekannte Köche, die exzellentes aus den Lebensmitteln zaubern. In Deutschland gibt’s ja auch nicht nur Sauerkraut und Würstchen

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Ich bin eigentlich ein sehr geselliger Mensch, aber in der heimischen Küche bin ich am liebsten allein und ungestört.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf scharfe Messer, Platz und funktionierende Geräte.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Ich habe sehr viele Inspirationsquellen; Bücher, Zeitschriften, Blogs und oft fällt mir auf der Arbeit oder sogar beim Duschen etwas ein, was ich miteinander kombinieren könnte. Dabei entstehen oft Rezepte und die Anrichtweisen.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Ähm, OK, ich bin ehrlich: Katastrophal! *schäm* Ich versuche zwar direkt alles wegzuräumen, aber wenn es in den Endspurt und das Anrichten geht (da muss es nun mal schnell gehen, weil man Fotos machen und das Essen noch warm genießen möchte), sieht die Küche hinterher aus, als wären die Heinzelmännchen ewig nicht mehr da gewesen.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein Sous Vide Gerät. Ich liebe es und kann/will nicht mehr darauf verzichten. Das war die beste Investition ever!

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Ich verblogge nur einen geringen Teil, von dem, den ich koche. Und wenn etwas für den Blog geplant ist und es sieht nicht so aus, wie vorher ausgemalt, dann wird es irgendwann nochmals zubereitet, in der Hoffnung, dass man der Wunschvorstellung näher kommt. Aber das Wichtigste ist doch, dass es schmeckt, auch wenn das Auge natürlich mit isst.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Das Endergebnis muss stimmen und schmecken. Wie man sein Ziel erreicht ist da zweitrangig.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Die Menschen haben immer weniger Zeit/Lust sich noch nach der Arbeit in die Küche zu stellen und frisch zu kochen. Viele wissen nicht, dass eine Aubergine eine Aubergine ist, das ist erschreckend, aber nicht verwunderlich, wenn man selbst Rührei und Kartoffelpüree fertig aus dem Päckchen isst. Die Industrie nimmt einem immer mehr und mehr an Küchenarbeit ab. Wir haben alles, was man will und nicht will. Ich würde es gutheißen, wenn Kinder in der Schule ein Fach „Ernährung“ o.ä. hätten, in dem sie den Umgang mit Lebensmittel und deren Zubereitung (er)lernen. Anderseits haben wir die vielen Foodblogs, die zeigen, dass immer mehr Menschen auf ihre Ernährung achten.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Mein Blog ist schon sehr privat. Ich erzähle oft etwas aus unserem Alltag, wo wir waren, was wir gerne essen und was nicht und natürlich WAS wir gegessen haben. Das ist meiner Meinung nach schon sehr privat. Aber ich kann gut differenzieren, was man guten Gewissens mit der Öffentlichkeit teilen kann und was man lieber in den eigenen 4 Wänden behält.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Ich habe zwar mein Smartphone meist unweit von mir, allerdings bin ich nicht 24/7 online. Ich habe noch ein Leben außerhalb des WWW, was mir sehr am Herzen liegt.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, nicht wichtig. Jeder Blogger freut sich über Feedback, „Likes“ und Follower, aber das ist nicht der Hauptgrund warum ich koche und blogge. Ich bin ein Genussmensch und das Teilen meiner Leidenschaft ist ein Nebeneffekt.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Für mich und ein kleines bisschen für die Welt. Für mich, weil es eine Art digitale Rezeptsammlung ist – das lästige Suchen nach der Quelle eines Rezeptes entfällt somit und für die Welt, weil ich zeigen möchte, dass man auch aus den einfachsten Dingen, tolle Gerichte, ganz ohne Fertigtütchen kochen kann.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> Da gibt es niemand bestimmten, aber ich bewundere Blogger, die seit vielen Jahren bloggen und immer noch eine Geschichte zu ihren Gerichten erzählen (können).

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Ich höre meist Radio.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Mit Christian Jürgens.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> „Das Kochbuch“ von Christian Jürgens

• Wie groß ist deine Küche?
> Jetzt groß – ich habe viel Stauraum und Arbeitsfläche (die ich vorher nicht hatte) und kann mich darin austoben.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Sie sollte authentisch sein.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Nichts, alles war genau so, wie es sein sollte.

• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. www.highfoodality.com – folge ich seit dem ich Foodblogs für mich entdeckt habe
2. www.lifeisfullofgoodies.com – schön geschriebener Blog mit tollen Rezepten
3. www.eckels-kueche.de – ein neuer Foodblog mit tollen Kreationen

> Kochbuch:
1. „Das Kochbuch“ von Christian Jürgens
2. „Sous Vide: Der leichte Einstieg in die sanfte Gartechnik“
3. „Menüs für alle Sinne“ von Christian Jürgens

> Musikalbum:
1. Xavier Naidoo – Bei meiner Seele
2. Lindsay Stirling – Tolles Classic meets Electro-Album
3. Alles querbeet durchs Radio

> Kochutensilie:
1. Sous Vide Gerät
2. KitchenAid
3. Meine Messer

• Salz oder Pfeffer?
> Pfeffer

• Bier oder Wein?
> Wein

• Süß oder Herzhaft?
> Zuerst herzhaft, dann süß

• Hauptgang oder Dessert?
> Ja, in der Reihenfolge

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Early Bird

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Zwar Ordnungsfanatiker, aber nach dem Kochen Chaosbeherrscher

• Kaffee oder Tee?
> Tee

• Lieblings...:
> ...messer: es sollte scharf sein
> ...gewürz: Piment d‘Espelette
> ...koch: Christian Jürgens
> ...kochzeit/tag: Abends/Wochenende
> ...rezept: Black Angus Filet mit Pfifferlingsrisotto und karamelisierten Möhrchen