Julia aus Bayerisch-Schwaben / "Chestnut & Sage"


Heute: Julia aus Bayerisch-Schwaben
Blog: "Chestnut & Sage"
http://www.chestnutandsage.de/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Mein Name ist Julia, ich bin Anfang 30 und wohne in Bayerisch-Schwaben. Ich habe einen Beruf, in dem es viel ums Schreiben geht, allerdings nicht um Romane, Kolumnen oder Reportagen, sondern um Bedienungsanleitungen.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Jeder Blog spiegelt ja die eigene Persönlichkeit wider, das macht die Bloggerei ja so spannend. Das unterscheidet jeden Blog vom Anderen und macht jeden Blog einzigartig.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Schon als Kind hatte ich die größte Freude daran, meine Brote kunstvoll zu belegen. Während meine Familie mit dem Abendessen längst fertig war, war ich noch auf der Suche nach der perfekten Zutat für meine kulinarischen Kunstwerke. Diese Freude am Essen zubereiten (und natürlich am Essen selber) habe ich mir behalten und so wuchs die Idee mit dem eigenen Foodblog zu starten.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Die Leidenschaft für's Kochen hatte sich eigentlich spätestens im Studium manifestiert, als ich mit meinen Lieblingskommilitonen eine Art Koch-Klub hatte. Jeden Sonntag Abend trafen wir uns in einer anderen WG, um ums dort die feinsten lukullischen Köstlichkeiten zu kredenzen, die wir uns mit unserem Studenten-Budget leisten konnten.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Vom Sofa aus und seit neustem auch aus dem Zug, das Rattern und Ruckeln scheint meiner Kreativität zu bekommen.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Gorgonzola. Schon immer.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Am liebsten mische ich in jedes Essen Zitrone, Koriandersamen, feurige Chilischoten und frische Kräuter, denn diese Zutaten bilden für mich die Grundlage meiner liebsten Küche, die mediterran und orientalisch inspiriert ist.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Singapur ist ein Traum für jeden Foodie, denn hier dreht sich wirklich alles ums Essen!

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Natürlich bin ich vollkommen Macken-frei.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Auf gute und scharfe Messer.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Die meisten Ideen kommen mir entweder beim Gang über den Markt oder beim Surfen durch's Netz, beim Blättern durch Kochbüchern, obwohl ich davon ehrlich gesagt gar nicht so viele habe.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Ich bin ein Ordnungsfreak, das Chaos hält sich also in Grenzen.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein Santoku-Messer.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Ob „mal“ etwas schief geht? Es geht sogar viel schief! Meist ist dann aber mein Ehrgeiz geweckt das Gericht so lange nachzukochen, bis es auch funktioniert. Aufgegeben habe ich bisher nur bei Spargelterrine.

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Das wichtigste ist, dass es am Ende schmeckt, die Verkostung steht also im Vordergrund.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Ich denke, es gibt die unterschiedlichsten Gründe dafür. Häufig hört man ja „Zum Kochen habe ich keine Zeit“, dabei ist die Zubereitung des eigenen Essens ja essentiell und Teil Alltags, es gibt da den tollen Artikel „Keine Zeit“ auf wurstsack.blogspot.de
Und zum anderen bestimmt natürlich die Nachfrage das Angebot. Wir Konsumenten können durch unser Einkaufsverhalten beeinflussen, was angeboten wird. Soweit die Theorie, denn um einen wirklichen Wandel herbeizuführen müssten sich viel mehr Menschen darüber im klaren sein, was eigentlich in den fertigen Produkten der Lebensmittelindustrie drinnen steckt. Wem das bewusst wird, der kann eigentlich gar nicht anders als selber zu kochen und zu backen.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Viele meiner Leser glauben, dass ich sehr viel von mir preisgebe, manchmal dichte ich aber ein wenig hinzu, nicht alles stimmt, nichts muss komplett erfunden sein, was Privat ist oder auch nicht, das wissen die Wenigsten, es hat auf jeden Fall nicht alles etwas verloren in der digitalen Welt.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Ich habe die zunehmende Befürchtung mit meinem Smartphone zu verwachsen und hoffe bald wieder die Muße zu haben, ein paar Tage offline zu sein.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, sie wäre mir egal. Ich freue mich über jeden Besucher, über jede Nachricht, über Austausch und Dialog, denn das ist es ja, was das Bloggen ausmacht – Wissen und Erfahrungen miteinander teilen.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> So ein bisschen für mich, ein bisschen für die Welt.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> So viele! Und je mehr ich von ihnen im „echten“ Leben kennenlerne, desto mehr werden es.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Ich liebe die Musik von Boy, die geht mir sehr ans Herz. Die höre ich aber nicht zum Kochen, da läuft meist Deutschlandradio Kultur, wenn ich es denn empfange. Ansonsten bekomme ich im Küchenradio nur Sender rein, die das beste aus den 80ern, den 90ern und heute spielen und das will ja nun wirklich keiner hören.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Unbedingt mit Nigel Slater, dessen Kochbücher ich wegen seiner leidenschaftlichen Art über Lebensmittel zu schreiben sehr mag.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Natürlich die Kochbücher von Nigel Slater, meine Schätze.

• Wie groß ist deine Küche?
> Viel zu klein.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Ich lese gerne Geschichten, die sich langsam hinschwurbeln, eine Abbiegung nehmen, den Weg zurück zum Ursprung finden und dann ein passendes Gericht präsentieren.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Nun, da ja nicht alles ins Internet gehört, versehe ich diese Frage mit dem Label „Privat“ und übergehe sie deshalb charmant.

• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. derklangvonzuckerwatte.wordpress.com damit ich auf meiner Kochinsel mit feinstem japanischem Essen und gutem Brot versorgt werde.
2. stepanini.wordpress.com denn ich brauche nicht nur Schönes und Leckeres, sondern manchmal auch Nachdenkliches.
3. kraut-kopf.de damit ich lerne, so bezaubernde Fotos zu schießen.

> Kochbuch:
1. Nigel Slater – Tender, da ich mich nicht zwischen der Obst und der Gemüse Ausgabe entscheiden kann, vermutlich beid
2. Yotam Ottolenghi – Genussvoll vegetarisch
3. Carlo Bernasconi – La cucina dolce

> Musikalbum:
1. Boy – Boy
2. The Shins – Chutes are too narrow
3. A – hi-fi serious (passt nicht zu den vorigen, ich weiß, ich bin nun aber einfach ein Kind meiner Zeit)

> Kochutensilie: Wenn ich davon ausgehe, dass Herd, Ofen und Spülmaschine da sind?
1. scharfe Messer
2. Mörser
3. Küchenmaschine

• Salz oder Pfeffer?
> Nicht oder. Beides!

• Bier oder Wein?
> Bier

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft, aber manchmal auch Süß

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang. Und dann lieber noch eine Vorspeise als ein Dessert.

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Eher keines von beiden. Ich bin ein Nichtsospätinsbettgeher, ein Nichtsofrühaufsteher, der klassische Nachmittagsmensch also.

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnungsfanatiker. Definitiv.

• Kaffee oder Tee?
> Kaffee

• Lieblings...:
> ...messer: Santoku-Messer
> ...gewürz: Koriandersamen, Zitrone, Chili, Muskat, Fenchelsamen, Kreuzkümmel...
> ...koch: ich glaube, ich hab keinen Lieblingskoch
> ...kochzeit/tag: Kochen - am allerliebsten Samstag nachmittags. Backen – am liebsten Sonntag morgens.
> ...rezept: nur eines soll ich benennen? Das ist nun wirklich zu viel verlangt!