Caro aus Hannover / "Frau Herzblut"


Heute: Caro aus Hannover
Blog: "
Frau Herzblut & die feinen, kleinen Dinge des Lebens "
http://www.frauherzblut.de/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Mein Name ist Caro, ich bin 35 Jahre alt und ich wohne zusammen mit meinem Gatten, Herrn Herzblut, im grünen Herzen von Hannover. Als Diplom-Designerin bin ich Inhaberin der herzblut Designagentur, die sich auf die Entwicklung nachhaltiger und übergreifender Konzepte für Kommunikation, Corporate Design und Marketing spezialisiert hat. Mein Herz schlägt für Jazz- und Swingmusik, Schallplatten, Swingtanzen (Lindy Hop, Charleston, Balboa), Backen, Kochen sowie Kaffee- und Teekultur. In alle meine Lebensbereiche fließt also jede Menge Herz(blut) und Leidenschaft.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Mein Stil ist teilweise durch das Vintagedesign (18. und 19. Jahrhundert) und die Swingkultur beeinflusst. Bei dem Zubereiten meiner Rezepte liegen mir vor allem saisonale, regionale und möglichst Natur belassene Lebensmittel am Herzen. Die Rezepte sollen einfach und leicht nach zu kochen sein und werden oftmals mit von mir individuell erstellten Illustrationen begleitet. Bei Frau Herzblut gibt es zudem viele ausgefallene Backkreationen.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Kochen und Backen sind meine absoluten Leidenschaften seit frühesten Kindheitstagen als ich einen „Puppenkinderherd“ geschenkt bekommen habe. Diese Leidenschaften begleiten mich mein ganzes Leben lang. Selbst, wenn ich müde bin, schaffen Kochen und Backen für mich absolute Entspannung und Erfüllung. Mein Leben ohne kann ich mir nicht vorstellen. Da mit der Zeit so viele Rezepte entstanden sind, war es einfach zu schade, sie in der Schublade verschwinden zu lassen. So war die Idee zu Frau Herzblut geboren, um andere an meinen Ideen teilhaben zu lassen.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Meine Mutter und Großmutter. Als Kind habe ich mich gerne in der Küche aufgehalten und habe bereits von klein auf bei allem mitgeholfen. Auf das Wochenende habe ich mich stets besonders gefreut, da am Samstag Kuchen gebacken wurde.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Von meinem Schreibtisch aus.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Fleisch, da ich Vegetarierin bin … und Meeresfrüchte.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Alle Sorten von Beeren und Olivenöl

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Italien – das stelle ich bei meiner Recherche für meine aktuelle Blogserie „My Veggie Italian Feast“ immer wieder fest.

• Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?
> Perfektionismus und Detailliebe …

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Musik, meinen Retromixer und eine aufgeräumte, leere Arbeitsfläche

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Das sind ganz unterschiedliche Dinge. Meine größten Inspirationen finde ich auf dem Wochenmarkt oder im Biogeschäft. Diese beiden Orte sind mir besonders wichtig, da ich am liebsten mit saisonalen und regionalen Zutaten koche und backe. Darüber hinaus lese ich gerne in meiner großen Kochbuch- und Zeitschriftensammlung. Aber auch ein Spaziergang in der Natur verhilft mir oft zu neuen Ideen.

• Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?
> Mein Mörser aus grauem Stein – quasi unkaputtbar

• Hand auf’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Es gibt durchaus auch Gerichte, die nicht so funktionieren wie geplant. Dabei denke ich konkret an die Füllung der Death-by-Chocolate Schokoladentarte zum Gentleman Geburtstag meines Mannes, die erst beim 3. Anlauf gelingen wollte und mich fast in die Verzweiflung trieb …

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Während der Zubereitung ist es sehr wichtig, die einzelnen Komponenten sowie das Gesamtergebnis abzuschmecken und aufeinander abzustimmen. Insofern trifft beides zu.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Das hat etwas mit einem veränderten Wertegefüge in unserer Gesellschaft zu tun. In den vergangenen Jahrzehnten sind Individualität, Autonomie, Freiheit und Selbstverwirklichung in unseren gesellschaftlichen Fokus gerückt. Durch die hinzu gewonnen Freiheiten verlieren die Menschen aber auch an Bodenhaftung und Orientierung. Das ist quasi der Preis den wir für Freiheit und Individualität zahlen. Diese Entwicklungen wirken sich natürlich auch auf die Ernährungskultur aus. Auch hier haben die Menschen an Orientierung und Maß verloren. Wenn wir das ändern wollen, müssen wir den Menschen wieder ein Stück Orientierung und Halt geben. Das bedeutet natürlich – ganz „nüchtern“ betrachtet –, dass wir wieder ein Stück Freiheit einbüßen. Sprich: wir sollten nicht jeden Fraß unkontrolliert in uns hinein stopfen. Stattdessen wäre es gut, wenn wir unsere Lebensmittel mit mehr Respekt und Liebe behandeln und wieder eine gute Essenskultur pflegen. Zudem sollten wir hinterfragen, ob 30 Inhalts- oder Zusatzstoffe in einzelnen Produkten von Nöten sind und ob das überhaupt noch etwas mit LEBENsmitteln zu tun haben.
Das fängt bereits bei den Kindern an. Viele Kinder lernen leider nicht mehr von ihren Müttern und Großmüttern, wie man kocht und backt. Essen, Kochen und gesunde Ernährung sollte möglichst als Schulfach eingeführt werden, damit Kinder wieder lernen, dass Würstchen nicht an Bäumen wachsen. Das Kochen von einfachen und gesunden Gerichten hängt mit Bildung bzw. Kochkenntnissen zusammen. Auf diese Weise würden Kinder lernen, dass z.B. selbst gekochte Tomatensoße aus qualitativ guten Tomaten viel besser schmeckt als die Tütensoße. Somit bringen wir das Ganze wieder ein wenig unter unsere Kontrolle.
Beim Einkauf sollte nur die tatsächliche Menge an benötigten Zutaten in den Einkaufskorb wandern. Denn leider landen in Deutschland jährlich etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittel aus Privathaushalten in der Mülltonne.
Ich hoffe, dass ich mit meinem Blog ein Stück dazu beitragen kann, um mehr Menschen wieder zum kreativen Selbstkochen und einem besseren Bewusstsein für Lebensmittel zu motivieren.

• Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?
> Mein Blog hat durch den Schreibstil, die Bildsprache und den Gesamtstil schon eine persönliche Note. Dennoch versuche ich mir ein gewisses Stück an Privatsphäre zu bewahren. Es gibt definitiv Dinge, die dort nichts zu suchen haben.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Was das angeht, bin ich ein wenig altmodisch. Gerade am Wochenende genieße ich es „offline“ zu sein.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Nicht die Anzahl meiner Leser ist mir wichtig, sondern die Interaktion mit meinen Lesern.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Mein Blog ist für mich eine gute Möglichkeit, um meine Rezepte festzuhalten und im Austausch mit anderen zu stehen. Es bereitet mir viel Freude meine Ideen mit anderen zu teilen.

• Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?
> What Katie ate

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Swingmusik der 1930–1950er Jahre

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Antonio Caluccio, Gennaro Contaldo und Jamie Oliver

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Da gibt es gleich mehrere … S. unten.

• Wie groß ist deine Küche?
> Es ist eine kleine, feine Küche von 10 Quadratmetern, die aber größer und offener wirkt, weil sie ins Wohnzimmer übergeht. Aber ich träume von einer wesentlich größeren Küche, wo Platz für einen langen Holztisch und mein altes Küchenbuffet ist…

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Die persönliche Note und eine gute Geschichte um das Gericht …

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Um es mit den Worten von Sören Kierkegaard zu sagen: Das Leben kann nur rückwärts begriffen werden, aber es muss vorwärts gelebt werden.

• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:
1. What Katie ate
2. Manger
3. Photisserie

> Kochbuch:
1. „Natürlich Jamie“ – Jamie Oliver
2. „Trattoria Küche“ – Antonio Caluccio und Gennaro Contaldo
3. „Noch ein Stück“ – Leila Lindholm

> Musikalbum:
1. The Complete Fats Waller (Vol. 1 | 1934–1935)
2. The Best Of Ella Fitzgerald & Louis Armstrong
3. Going Up The Country – Kitty, Daisy & Lewis

> Kochutensilie:
1. Gasherd mit Elektrobackofen und Pizzafunktion!!!
2. Retromixer
3. Mörser aus Stein

• Salz oder Pfeffer?
> Salz

• Bier oder Wein?
> Wein: am liebsten Riesling und Chianti

• Süß oder Herzhaft?
> Süß

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Night Owl

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Eher ordentlich, aber wenn es mal schnell gehen muss, kann auch schon mal ein Schlachtfeld zurück bleiben …

• Kaffee oder Tee?
> Beides ist für mich unverzichtbar.

• Lieblings...:
> ...messer: Hauptsache scharf
> ...gewürz: Vanille und Chilli
> ...koch: Jamie Oliver
> ...kochzeit/tag: Samstag/Sonntag Mittag
> ...rezept:
> Herzhaft: eine gute hausgemachte Pizza Margherita mit Büffelmozzarella und frischen Basilikum
> Süß: Crème brûlée