Ulrike aus Herford / "Allerlei Rezepte"


Heute: Ulrike aus Herford
Blog: "Allerlei Rezepte"
http://allerleirezepte.blogspot.de/

• Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!
> Mein Name ist Ulrike Radmann, bei den Meisten bin ich aber als Ronny bekannt – der Spitzname hat sich eben besser gehalten als der richtige Name. Ich bin 28 Jahre alt und komme aus dem wunderschönen Herford in NRW. Derzeit bin ich Hausfrau, halte mich aber mit kleineren privaten Jobs über Wasser, darunter auch das kochen und backen für Nachbarn und Freunde. Neben dem Kochen und backen zähle ich auch das kreative Schreiben zu meinen Hobbies. Die Texte drehen sich meist um Fantasy- und SciFi-Geschichten. Des Weiteren bin ich auch ein kleiner Serien-Junkie.

• Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?
> Mein Blog unterscheidet sich dadurch von anderen Blogs, dass ich auf ausschmückende Texte verzichte. Bei mir stehen die Rezepte im Vordergrund, sprich bei mir findet man nur ein bis zwei Bilder zum Gericht, die Zutatenliste und wie man es zubereitet – und auch die Anleitungen zur Zubereitung sind so kurz und knapp gehalten wie nur irgend möglich. Auch bei den Bildern bleibe ich beim Original. Die Bilder schieße ich durchweg mit der Kamera meines LG G3-Smartphones. Es gibt keine gestellten Szenen oder spätere Bearbeitungen mit Photoshop oder sonstigen Programmen. Ich mag es nicht sonderlich gern, wenn Bilder von Gerichten nachträglich bearbeitet werden, damit sie besonders toll aussehen – wenn man die Sachen nachkocht, sieht es nie so aus wie auf den Bildern.

• Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?
> Die Motivation einen Blog zu starten lag darin, dass mich, wenn ich etwas gekocht hatte und ein Bild davon Bei Google+ oder FaceBook gepostet hatte, immer jemand gefragt hatte, was das wäre und wie das Rezept ist. Ich fand es mit einem Blog einfacher, die Rezepte zu teilen.

• Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?
> Ich mag Essen gern, ich bin mit Mutters Küche aufgewachsen, stets selbst gekocht, nur selten mit Zuhilfenahme von Tütchen und Dosen. Als ich auszog, ernährte ich mich anderseits nur davon, bis es mir einfach zu bunt wurde. Ich fing an, selbst zu kochen und wurde immer besser. Das gleiche beim Backen, denn eigentlich bin ein kein großer Fan vom Backen gewesen – Kekse misslingen mir heute noch immer zum größten Teil (irgendwie zum Lachen, wenn man bedenkt, dass Kekse doch eigentlich recht simpel sind). Heute verwende ich so gut wie kein Tütenzeug mehr, auch wenn diese Vieles erleichtern. Doch ich will lernen und besser werden.

• Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?
> Ich blogge aus meinem Flur-Büro heraus. Klingt witzig, ist aber wirklich nur eine etwas größere PC-Ecke im großen Flur der Wohnung. Da ich die meiste Zeit sowieso am PC arbeite, geht die Erstellung eines Beitrags schnell von der Hand.

• Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?
> Definitiv, da gibt es so einige. An oberster Stelle steht Rosenkohl, ein ganz furchtbares Gemüse wie ich finde, vor allem für die Nase, wenn es gekocht wird. Ich bin auch kein sonderlich großer Fan von Früchten, Beeren mag ich am wenigsten. Ansonsten bin ich aber eine recht genügsame Esserin – hier ein Dank an meine Mutter, die immer nach dem Motto „Erst probieren, dann sagen ob Yeah oder Bääh“ aufgetischt hat.

• Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel,  die du am liebsten überall verwenden würdest?
> Ich liebe Äpfel und Birnen und Pflaumenmus, die findet man recht häufig in meinen Kuchen. Nudeln und Reis sowie gemischtes Hackfleisch sind meine Favoriten in den deftigeren Gerichten.

• Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?
> Tatsächlich Amerika. Viele sehen dort nur fettige Burger und weiß der Geier, aber die USA sind ein kulinarisches Feuerwerk. Ich bin sowieso kein großer Freund von Fast Food, aber wenn ich an das SoulFood denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Jede Region hat spezielle Gerichte, „Landes- bzw. Staatenküche“, wenn man es so will. Am liebsten würde ich mich gern mal durch die hawaiianische Küche „fressen“.

• Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?
> Musik. Ohne Musik geht gar nichts bei mir. Dann wird im Takt das Messer geschwungen und die Hüften gleich mit – Bewegung muss eben sein.

• Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?
> Meine Inspirationsquellen sind mein Mann, meine beiden „Cyber“-Schwestern und meine Familie. Mein Mann ist recht „mäkelig“ bei manchen Sachen, Bohnen zum Beispiel brauche ich beim Einkaufen gar nicht erst anschauen, ich hingegen liebe Bohnen. Also müssen Alternativen her, mit denen wir Beide leben können. Außerdem bin ich, wie meine Mutter und Oma, ein Fan von „einfachen“ Gerichten, also Sachen, die schnell gehen, aber doch ein wenig ausgefallen sind. Meine „Schwestern“ bringen mich da auch dann und wann auf Ideen, die es auszuprobieren gilt.

• Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?
> Mittleres Chaos würde ich sagen. Meine Küche ist nicht sehr groß und es ist schon ein wenig Vorab-Planung nötig, damit ich beim Werken nicht ganz untergehe. Glücklicherweise habe ich eine Spülmaschine, sodass Benutztes gleich dort landet und keinen Platz zusätzlich wegnimmt.

• Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?
> Da geht so Einiges schief, klar. Hinzu kommt auch, dass ich kein wirklich gutes Auge habe was das perfekt Anrichten angeht. Aber auch hier habe ich mich in den letzten Jahren etwas verbessert – es sieht nicht mehr alles so „dahingeklatscht“ aus

• Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste?
> Verkosten am Ende ist nicht das Wahre. Zwischendurch muss auch gekostet und angepasst werden – oder gerettet, je nachdem. Meist lasse ich jemand anderen kosten, denn ich habe ein großes Faible für scharfe Gewürze, meine Esser jedoch nicht so sehr.

• Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?
> Der Markt wird zunehmend von Tütenkram und Dosenfutter überschwemmt – passend für Leute, die viel Arbeiten oder das Kochen/Backen gar nicht mehr lernen, ob nun zu Hause oder im Hauswirtschaftsunterricht in der Schule – dort ja zumindest die Grundlagen. Sicher, die Sachen sind praktisch, aber ich finde es schade, dass sich niemand mehr die Zeit nimmt zum Kochen, also zum richtigen Kochen mit frischen Zutaten und dergleichen. Angebote wie „hellofresh.de“ finde ich gar nicht übel, allerdings finde ich sie arg überteuert.

• Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?
> Das Smartphone habe ich immer griffbereit, allerdings liegt es meist ungenutzt neben mir. Kamera und einige Spiele sowie der Kalender sind das Einzige, was ich nutze. Ab 20 Uhr bin ich dann aber auch komplett offline und das Handy ist lautlos gestellt und außer Reichweite gelegt. Der Abend gehört mir und meinem Mann sowie unseren Katzen.

• Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?
> Die Anzahl der Leser ist mir nicht sehr wichtig. Ich koche für mich, meinen Mann und Freunde und blogge auch für diese. Sicher freue ich mich auch über Zugriffe von „Fremden“, aber mein höchstes Ziel ist es nicht.

• Bloggst du für dich oder für die Welt?
> Meine Freunde und Familie sind im ganzen Land verstreut, das Teilen von Rezepten ist durch einen Blog recht einfach, daher habe ich mich für einen solchen entschieden. Das Erstellen und Pflegen ist einfacher als eine richtige Website. Ich teile Beiträge auch auf Facebook oder Google+, aber das passiert eher automatisch denn gezielt.

• Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?
> Rock-Musik, vorzugsweise aus den 70ern und 80ern. Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen, sie schallte immer durch mein Elternhaus und hat mich geprägt.

• Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten?
> Ich habe tatsächlich keinen Lieblingskoch. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass mir die Köche, die man aus dem TV etc. kennt, so rein gar nicht zusagen. Ich würde lieber mit der Hausfrau/Hobbyköchin von nebenan kochen denn mit einem bekannten Koch. Ich stehe auf Hausmannskost, auf Gerichte, die einen schon beim Schnuppern in den Töpfen satt machen. Das was so mancher bekannter Koch zu Stande bringt würde mir nicht mal den hohlen Zahn füllen. Sicher, es mag ausgezeichnet schmecken und dem Auge schmeicheln, der Nase auch – aber ich kann mich damit nicht anfreunden.

• Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?
> Omas und Mutters gesammelte Rezepte. Ein kleines grünes Buch, die Rezepte handgeschrieben, ohne Bilder.

• Wie groß ist deine Küche?
> Uh, kann ich nur schätzen, zumal die Dachschräge sehr viel Platz wegnimmt. 20 m² wenn es hochkommt. Zu klein für meinen Geschmack, aber auch eine Herausforderung bei der Planung zum Kochen/backen und bei der Anschaffung neuer Geräte.

• Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?
> Eigentlich bin ich kein Freund von Foodblogggeschichten, ich mag es kurz und knackig und auf das Wesentliche beschränkt. Aber wenn ich doch mal durch Blogs scrolle, die ihre Rezepte mit Geschichten ausschmücken, dann finde ich die Witzigen, die lockerflockig geschriebenen am besten und lesenswertesten.

• Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?
> Darüber habe ich sehr oft nachgedacht, Vieles im Kopf durchgespielt und gedanklich verändert, das typische „Was wäre wenn…?“ – doch letztendlich komme ich immer wieder zum gleichen Schluss: Nichts. Ich würde nichts ändern wollen. Alles, vor allem beim Blog, ist so, wie ich es gern habe und haben wollte.
 

• Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3


> Foodblogs:        
1. http://wonderwunderbarekueche.blogspot.de/
2. http://kuechenterror-by-madmaeusel.blogspot.de/
3. http://insaneinthekitchen.blogspot.de/

> Kochbuch:        
1. Mutters Kochbuch
2. Dr. Oetker Schulkochbuch
3. Das große Kochbuch, Silver Edition

> Musikalbum:
Ich habe keine Lieblings-Alben

> Kochutensilie:
1. Messer-Set
2. Metall-Spieße
3. Fleischhammer aus Metall
 

• Salz oder Pfeffer? > Pfeffer

• Bier oder Wein?
> Bier, vorzugsweise Herforder Pils oder Desperados

• Süß oder Herzhaft?
> Herzhaft

• Hauptgang oder Dessert?
> Hauptgang

• „Early Bird“ oder „Night Owl“?
> Early Bird

• Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?
> Ordnungsliebender Dreckspatz

• Kaffee oder Tee?
> Tee, aber nur im Winter. Ansonsten durchweg Selters (Mineralwasser)
 

• Lieblings...:
> ...gewürz: Pfeffer, Paprikapulver, Knoblauchsalz
> ...köche: Mutter und Oma
> ...kochzeit/tag: Samstag/Sonntag
> ...rezept: Herzhaft gefüllte Eierkuchen

 

Fotos © Ulrike http://allerleirezepte.blogspot.de/